Christiane Keunter und Stefanie Nosswitz

Die rollenden Speisewagen, die ursprünglich aus den USA stammen, kamen auch am Wochenende in Markdorf bestens an – und das im wörtlichen wie übertragenen Sinn: Rund 15 Foodtrucks machten zwei Tage Halt auf dem Marktplatz und die Betreiber kamen kaum noch nach mit Braten, Backen und Brutzeln.

Bei Jenny Stieben von der "Chips Arena" ist der "Potato-Cocktail" besonders gefragt. Das sind Kartoffel-Chips gemischt mit Süßkartoffeln.
Bei Jenny Stieben von der "Chips Arena" ist der "Potato-Cocktail" besonders gefragt. Das sind Kartoffel-Chips gemischt mit Süßkartoffeln. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Spezialitäten aus der ganzen Welt

Sogar am Samstag, als man nur wenige Besucher bei der Premiere wähnte. Trotz Regens, klammer Klamotten und kühlen Temperaturen suchten die Markdorfer und deren Gäste den belebten Platz auf und erkundeten die Angebote. Auf wenigen Quadratmetern präsentierte sich quasi die ganze Welt kulinarisch; fast alle Kontinente waren auf Tellern und Gläsern vertreten und die Auswahl fiel naturgemäß schwer.

Geduld war beim Street Food Markt gefragt.
Geduld war beim Street Food Markt gefragt. | Bild: Lang, Andreas

Wie Familie Parent aus Ahausen mit Elli, Pauline und Martina. Sie haben erst einmal eine Runde gedreht und jeden Stand begutachtet. Was sie essen werden? „Das ist sehr schwer, weil es so viele verschiedene Sachen gibt“, meint Elli Parent. Ecuador und Mexiko kommen schon mal in die engere Auswahl. „Das macht man zuhause nicht“, begründet Martina Parent.

Familienausflug nach Markdorf (von links): Elli, Pauline und Martina Parent aus Ahausen verschafften sich erst einmal einen Überblick ...
Familienausflug nach Markdorf (von links): Elli, Pauline und Martina Parent aus Ahausen verschafften sich erst einmal einen Überblick und genossen später die lukullische Auswahl. | Bild: Keutner, Christiane

Als Betriebsausflug titulieren Dennis Ott aus Efrizweiler und Patrick Hepp aus Bergatsreute ihren Aufenthalt. Während die Landwirt-Azubis in ihre Crepes beißen, später noch die Cocktails hochloben und sich Pizzen einverleiben, berichtet Kerstin Mock, dass sie den Street Food Markt als willkommene Gelegenheit sah, abends nicht für alle kochen zu müssen: „Die Auswahl ist echt beeindruckend. Ich werde wahrscheinlich mexikanisch essen, weil ich das sehr gerne mag, aber daheim nie mache.“ Söhnchen Benedikt ist die Auswahl wurst: Hauptsache Pommes!

Lecker: Dennis Ott (links) und Patrick Hepp bissen herzhaft in die süßen und pikanten Crepes.
Lecker: Dennis Ott (links) und Patrick Hepp bissen herzhaft in die süßen und pikanten Crepes. | Bild: Keutner, Christiane

Eine kleine Gruppe hat sich zwischen Getränkestand und Kinderkarussell gebildet: Dort singt Phil Siedenburg am Samstag aus Salem. Er war Kandidat bei „Voice Kids“. Der 14-Jährige verleiht dem Food-Festival mit Gesang und Gitarrenspiel eine besondere Note. Am Sonntag sorgt die Band "Lay Out" aus Ravensburg für musikalische Unterhaltung.

Die Band "Lay Out" aus Ravensburg.
Die Band "Lay Out" aus Ravensburg. | Bild: Lang, Andreas

Leistung und Preis stimmen

Christine Böhninger und Ingo Winterhalter vom "Wildwest Food-Truck" sind vom Andrang überrascht. Vielleicht aber auch nicht, denn sie wissen um ihr Angebot, 300 Gramm-Steaks mit Herkunftsgarantie, auf den Punkt gegrillt, die ihresgleichen auch vom Preis-Leistungs-Verhältnis suchten, was ein Besteller bestätigt. „Es gibt immer mehr Leute, denen Essen etwas wert ist“, sagt Ingo Winterhalter. Schnell werden dem Nachbarn ein paar Brötchen gereicht; ihm sind sie ausgegangen, man hilft sich untereinander.

Sooo saftig! Ingo Winterhalter vom WildWest-Foodtruck präsentiert sein 1a-Steak.
Sooo saftig! Ingo Winterhalter vom WildWest-Foodtruck präsentiert sein 1a-Steak. | Bild: Keutner, Christiane

"Ausverkauft" meldet am Sonntag auch Matus Kotulak von "Bulle 66" aus Kehl. 30 Kilogramm Fleisch für Spareribs und Gyros sind weg. "Jetzt kann ich Feierabend machen", so Kotulak, der zum ersten Mal in der Bodenseeregion unterwegs war.

Ausverkauft heißt es am Sonntagmittag bei Matus Kotulak von "Bulle 66" aus Kehl. 30 Kilogramm Fleisch für Sparerips und Gyros sind weg, ...
Ausverkauft heißt es am Sonntagmittag bei Matus Kotulak von "Bulle 66" aus Kehl. 30 Kilogramm Fleisch für Sparerips und Gyros sind weg, er kann nun Feierabend machen. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Weit weg vom Feierabend ist das Team von "Daddy's Diner" aus Ravenburg. Vor dem Truck, in denen Zutaten für Burger gestapelt, Sandwiches und Spezialitäten aus dem Smoker zubereitet werden, hat sich eine lange Schlange gebildet.

Burger am laufenden Band belegten (von links) Dilara Schneider, Eugen Miller und Tatjana Braun von "Daddy's Diner" aus Ravenburg. Hier ...
Burger am laufenden Band belegten (von links) Dilara Schneider, Eugen Miller und Tatjana Braun von "Daddy's Diner" aus Ravenburg. Hier bildete sich eine lange Schlanger, die Burger waren sehr beliebt. | Bild: Keutner, Christiane

"Ich habe hier bereits am Samstag einen Burger gegessen, der war so lecker, da muss ich mich heute direkt nochmal anstellen", sagt Frederico Salla aus Markdorf, der mit seinem Cousin Christiano Salla aus Meckenbeuren, ansteht. Geduld ist gefragt.

Christiano und Frederico Salla stehen in der Schlange vor "Daddy's Diner".
Christiano und Frederico Salla stehen in der Schlange vor "Daddy's Diner". | Bild: Nosswitz, Stefanie

Einige Foodtrucks weiter, hält Sabrina Rieflin bereits ihr Essen in der Hand – sie hat sich für Langos entschieden. "Das habe ich vorher noch nie probiert", sagt Rieflin, die gerade mit ihrer Familie auf dem Markdorfer Campingplatz Urlaub macht. Auch das Langos ist am Sonntagnachmittag ausverkauft.

Sabrina Rieflin mit ihrem Langos.
Sabrina Rieflin mit ihrem Langos. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Organisator Markus Fetscher zieht ein positives Resümee. Angefangen von der Zusammenarbeit mit Lucie Fieber von Markdorf Marketing, über die Unterstützung der Stadt und vom Bauhof, bis zu den Markdorfer Bürgern, auf die immer Verlass sei, so der 28-Jährige. „Sie können einfach Feste feiern“, freut er sich. Er würde der Premiere gerne eine Wiederholung folgen lassen.

War im vergangenen Jahr sehr zufrieden mit der Erstauflage des Street Food Markt: Veranstalter Markus Fetscher.
War im vergangenen Jahr sehr zufrieden mit der Erstauflage des Street Food Markt: Veranstalter Markus Fetscher. | Bild: Andreas Lang
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