Mitten im Gewerbegebiet an der Lindauer Straße befindet sich ein Grundstück, auf dem sich seit Jahren augenscheinlich nichts regt und bewegt: Hier werden Lastwagen und andere Fahrzeuge nach und nach von der Natur in Beschlag genommen. Moos an den Reifen, Sträucher und fast schon kleine Bäume, die an ihnen in die Höhe wachsen.

Ein kompletter Fuhrpark – vor allem knapp 20 Lastwagen – rostet auf einem verlassen wirkenden Grundstück in Friedrichshafen vor sich hin.
Ein kompletter Fuhrpark – vor allem knapp 20 Lastwagen – rostet auf einem verlassen wirkenden Grundstück in Friedrichshafen vor sich hin. | Bild: Lena Reiner

Der Platz selbst entwickelt sich von der tristen Kiesfläche mehr und mehr zu einer blühenden Wiese. Wer um das öffentlich einsehbare Grundstück herumgeht, kann genau das sehen. Von außen bilden die abgestellten Fahrzeuge teilweise einen Sichtschutz, aber spätestens an der offiziellen Zufahrt ist alles zu überblicken. Doch was hat es mit dem augenscheinlichen Fahrzeugfriedhof auf sich?

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Das Speditionsunternehmen, das sich hier befindet, hat vor Jahren Insolvenz angemeldet. Seitdem läuft das Verfahren, seitdem wurde hier offensichtlich nichts bewegt. Ob die lange stehenden Fahrzeuge eine Gefahr darstellen, möchten wir vom Pressesprecher des Landratsamts, Robert Schwarz, wissen. Er erklärt: „Problematisch wäre es, wenn Motor-, Getriebe- oder Hydrauliköl in größeren Mengen aus den Fahrzeugen austreten würde. Das ist aber bisher nicht der Fall.“ Wie oft dieser Umstand überprüft wird? „Es gibt keine regelmäßigen Turnus. Die letzte Kontrolle vor Ort fand im Frühsommer statt. Wir werden im Spätsommer wieder danach schauen.“

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Rechte an den Fahrzeugen – und damit auch Pflichten – werden im Insolvenzverfahren geklärt

Da man in der Nähe der Grundstückszufahrt auch Fahrzeuge erkennen kann, die etwas neuer sein könnten, fragen wir nach, ob er das Potenzial in dem Gelände sieht, sich zu einem illegalen Autofriedhof zu entwickeln? Schwarz verneint: „So schätzen wir die Situation aktuell nicht ein. Es läuft ja auch noch das Insolvenzverfahren, in dem die Eigentumsrechte an den Fahrzeugen, und damit auch Pflichten, geklärt werden.“

Auch andere Fahrzeuge verschwinden langsam im Grün.
Auch andere Fahrzeuge verschwinden langsam im Grün. | Bild: Lena Reiner

Auch wenn der ästhetische Eindruck ein anderer sein möge, handele es sich hier um Eigentum, das grundgesetzlich geschützt sei: „Ein behördlicher Eingriff durch das Umweltschutzamt wäre nur durch eine unmittelbar drohende Umweltgefahr gerechtfertigt.“ Und eine solche akute Gefahr ist nach Einschätzung des Landratsamts aktuell aber nicht gegeben. „Wir warten auf den Ausgang des Insolvenzverfahrens und setzen darauf, dass dann eine geordnete Lösung der Situation auf dem Gelände möglich ist.“