In der Glärnischstraße gab es wohl schon eine, in der Dornierstraße zumindest im oberen Bereich, im Furtweg ab dem späteren Abend sowie natürlich auf der Messe- und der Eckenerstraße. Und das ist nur ein Auszug der Häfler Straßen, zu denen „Sag‘s doch“ bei der Suche nach dem Schlagwort „Rennstrecke“ entsprechende Schilderungen auflistet. In einer noch größeren Anzahl an Einträgen in dem Portal, über das Bürger unter anderem Hinweise und Ideen an die Behörden vor Ort richten können, taucht der Begriff „Raser“ auf. Hat Friedrichshafen also ein Raserproblem? Debattiert wird darüber schon länger, wobei in den vergangenen Jahren insbesondere der Hintere Hafen dabei immer wieder im Fokus stand.

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„Von einem Raserproblem sprechen wir hier nicht“, heißt es aus der Pressestelle im Rathaus auf SÜDKURIER-Anfrage. Ein Vergleich der Ergebnisse bisheriger Kontrollaktionen habe keinen nennenswerten Zuwachs oder eine verstärkte Entwicklung an Verstößen ergeben.

Fünfstündige Schwerpunktkontrolle fördert sechs Verstöße zutage

Zuletzt im Juli war dem Pressebericht des Polizeipräsidiums Ravensburg das Ergebnis einer „Schwerpunktkontrolle der Poser-, Raser- und Tuningszene“ zu entnehmen. Demnach wurden an einem Freitagabend insbesondere die „bekannten Szenetreffpunkte am Hinteren Hafen und auf dem Parkplatz des Bodensee-Centers“ überwacht. Das Ergebnis: Binnen fünf Stunden wurden rund 45 Fahrzeuge kontrolliert und sechs Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet. Es ging um einen Rotlichtverstoß, zweimal unnötigen Lärm und dreimal unzulässige technische Veränderungen am Auto.

„Insgesamt konnten an dem Abend nur vereinzelt Fahrzeuge festgestellt werden, die der Szene zuzuordnen waren.“ Und die Ergebnisse weiterer Schwerpunktkontrollen der vergangenen Jahre hinterlassen eher den Eindruck: Ein wenig „Szene“: ja, ein umfassendes Problem: nein.

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Bodenschwellen und Kontrollen machen Areal als Treffpunkt unattraktiv

In der Vorlage zum Sicherheitsbericht, der dem Finanz- und Verwaltungsausschuss des Gemeinderats am kommenden Montag in der um 16 Uhr im Graf-Zeppelin-Haus beginnenden Sitzung vorgestellt wird, findet sich der Hintere Hafen zwar erneut in der Kategorie „Problempunkte“. Dort aber mit der Feststellung, dass sich die bereits 2017 festgestellte positive Entwicklung des Bereichs um das Areal 2020 weiter fortgesetzt habe.

Die seit 2017 die wärmeren Monate über angebrachten Bodenschwellen und Kontrollen haben demnach „ganz offensichtlich dazu geführt, dass der Parkplatzbereich für die jungen Erwachsenen mittlerweile weniger attraktiv ist“. Diese Tendenz werde auch durch die nächtlichen Kontrollen, die vom Polizeirevier stichprobenartig, aber regelmäßig durchgeführt würden, bestätigt.

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Schwerpunktkontrollen sind weiterhin vorgesehen

Nennenswert problembehaftet scheint der „Problempunkt“ Hinterer Hafen also nicht mehr zu sein. Die Einschätzung der Stadt in der Sitzungsvorlage endet mit dem Ausblick: „Unabhängig davon werden in der ersten Jahreshälfte 2021 weitere gemeinsame Kontrollen stattfinden.“

Beschwerden über zu laute oder zu schnelle Autos kommen nun aber nicht nur aus dem Bereich des Hinteren Hafens. Häufen sie sich, werden die die entsprechenden Straßenzüge nach Auskunft Stadt bei der Planung zukünftiger Kontrollaktionen mit einbezogen.

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