Es geht um mehr als Kunst, Kultur und Musik. Es geht darum, „nach Monaten des Lockdowns etwas Leichtigkeit zu verbreiten“, sagt Frank Przybilla. Er ist Gesellschafter der Kulturhaus Caserne gGmbH, die von Freitag bis Sonntag, 18. bis 20 September zum vierten Mal das FAB-Festival veranstaltet. „Wer wenn nicht wir?“, fragt Przybilla, könne Räume bieten, um Konzerte – wenn auch unter Corona-Auflagen und kleiner als ursprünglich geplant – „so unmittelbar wie möglich“ zu gestalten. Der SÜDKURIER hat die wichtigsten Informationen zum FAB-Festival zusammengefasst.

Das Programm: Drei Tage voller Konzerte, Poetry Slams und Aktionen für Kinder

Zur Eröffnung am Freitag treten ab 20 Uhr, Einlass 19 Uhr, beim Poetry Slam Dichter aus Nah und Fern im Wettstreit gegeneinander an. Musikalisch begleitet wird der Abend von Singer-Songwriterin Eva Sauter. Und weil es eine ganz besondere Eröffnung ist – das Kulturhaus feiert 25 Jahre – wird der Abend auch von Kulturbürgermeister Andreas Köster mit eröffnet.

Singer-Songwriterin Eva Sauter begleitet die Poetry Slammer am Freitagabend musikalisch.
Singer-Songwriterin Eva Sauter begleitet die Poetry Slammer am Freitagabend musikalisch. | Bild: Melina Muckle und Daniel Oechsler

Das Kontingent für Tickets ist begrenzt

Am Samstag gibt es mit „Das Ding ausm Sumpf“ um 18 Uhr, „Buntspecht“ um 19.30 Uhr und „Shantel und das Bucovina Orkestar“ um 21.30 Uhr gleich drei Konzerte. Ab 23 Uhr legt DJ Annito auf. Einlass ist um 17 Uhr.

Die Tickets für Freitag und Samstag gibt es im Vorverkauf unter www.reservix.de oder an der Abendkasse. Coronabedingt ist das Kontingent begrenzt. Ein Kombiticket gibt es in diesem Jahr nicht. Alle Konzerte finden Open-Air statt.

„Das Ding ausm Sumpf“ rockt die Bühne am Samstag. Auch wenn coronabedingt niemand tanzen darf.
„Das Ding ausm Sumpf“ rockt die Bühne am Samstag. Auch wenn coronabedingt niemand tanzen darf. | Bild: Max Saufler

Am Sonntag wird vor allem für Kinder so einiges geboten. So tritt um 14 Uhr die Zirkusakademie im Innenhof auf, ab 15.30 Uhr gibt es Aktionen zum freien Spielen und um 16 Uhr ein Kinderkino. Der Eintritt ist am Sonntag frei, eine Reservierung ist dennoch verpflichtend.

Akrobatik – wie von der Zirkusakademie präsentiert –, kleine Spielaktionen und ein Kinderkino: Auch für die Kleinsten wird einiges geboten.
Akrobatik – wie von der Zirkusakademie präsentiert –, kleine Spielaktionen und ein Kinderkino: Auch für die Kleinsten wird einiges geboten. | Bild: Zirkusakademie

Diese Corona-Auflagen gelten für das FAB-Festival

Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, dürfen maximal 249 Personen zu den verschiedenen Veranstaltungstagen. Das „FAB-Festival fällt damit nicht unter die Großveranstaltungen“, erklärt Bernd Eiberger, stellvertretender Geschäftsführer der Kulturhaus Caserne. Auch Tanzen ist nicht erlaubt. Stattdessen ist eine Corona-gerechte Bestuhlungen mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Plätzen geplant. Und: „Der Ein- und Auslass ist durch ein Einbahnsystem und durch Bodenmarkierungen so geregelt, dass ausreichend Abstand eingehalten werden kann und es nicht zu Menschenansammlungen kommt“, so Eiberger.

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Das wird aus der 25-Jahr Feier

Eigentlich sollte das FAB-Festival in diesem Jahr groß gefeiert werden, weil es zugleich ein besonderes Jubiläum darstellt: 25 Jahre Kulturhaus Caserne. „Und das obwohl wir so naiv waren“, sagt Przybilla und weiß noch, wie er damals, vor 25 Jahren, mit Claus-Michael Haydt, dem Geschäftsführer der Caserne, ein ganzes Lebensgefühl vermisste.

„Es war einfach nichts los in Friedrichshafen“, erinnert er sich. Wollte man feiern oder einfach nur gute Filme sehen, musste man abends bis nach Ravensburg oder Konstanz fahren. Und dann war da diese alte Kaserne, völlig verwildert, eingezäunt und von Natur umgeben – „hier“, Przybilla deutet auf die heutige Werkstatt der Caserne – „flogen Schleiereulen umher und draußen im Hof verirrte sich schon mal ein Reh.“

Dass die Caserne so lang bestehen wird, hätte sich Frank Przybilla nicht träumen lassen.
Dass die Caserne so lang bestehen wird, hätte sich Frank Przybilla nicht träumen lassen. | Bild: Daniela Biehl

1995 eröffnete das Kulturhaus

Aber diese alte Kaserne und der Traum von einem Kulturort ließen Haydt und Przybilla nicht mehr los. Mit Einjahresverträgen – mit dem Bundesvermögensamt, dem die Kaserne damals noch gehörte – und ohne eigenes Startkapital eröffneten sie 1995 das Kulturhaus. Bis zu diesem Jahr „haben wir jede Handwerkerstunde selbst geleistet“, erzählt Przybilla. Und die Ausstattung – wie etwa ein alter Filmprojektor aus Babelsberg oder die Bestuhlung aus einem Franzosen Kino – selbst organisiert.

So ein Jubiläum will also gebührend gefeiert werden. Und weil das coronabedingt im Moment nicht möglich ist, soll die Feier im nächsten Jahr gleich an zwei Wochenenden nachgeholt werden.

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