1919 wurde der Atlantik auf dem Luftweg erstmals ohne Zwischenstopp überquert. Dies ist der Anlass für die Ausstellung „Vernetzung der Welt. Pionierfahrten und Luftverkehr über den Atlantik„ im Zeppelin Museum Friedrichshafen, die am Donnerstag um 19 Uhr eröffnet wird.

Spektakuläre Erstfahrt

Zuerst schaffte ein Flugzeug die Nonstop-Überquerung des Nordatlantiks. Nur wenige Wochen später folgte das britische Luftschiff R 34. Mithilfe des extra für die Ausstellung gebauten drei Meter langen Schnittmodells lässt sich von der Technik über einen blinden Passagier bis zur Katze an Bord interaktiv erfahren, warum diese spektakuläre Erstfahrt durchaus das Potenzial für einen Hollywood-Film hätte.

Technik, witterungsbedingte Probleme, ein blinder Passagier und eine Katze an Bord: Ein drei Meter langes Schnittmodell zeigt das Luftschiff R 34, das 1919 den Atlantik nonstop überquerte.
Technik, witterungsbedingte Probleme, ein blinder Passagier und eine Katze an Bord: Ein drei Meter langes Schnittmodell zeigt das Luftschiff R 34, das 1919 den Atlantik nonstop überquerte. | Bild: Claudia Wörner

Treibstoff wurde knapp

„108 Stunden benötigten die Pioniere für die 5765 Kilometer lange Strecke“, erläutert Kurator Jürgen Bleibler, Leiter der Abteilung Zeppelin. Bei der Landung sei nur noch Treibstoff für 40 Minuten an Bord gewesen. Gekocht worden sei an den Motoren in der Gondel, erreichbar über eine Leiter im luftigen Freiraum.

Meilensteine der Luftfahrtgeschichte

Die baugleiche Gondel des Marineluftschiffs L 30, Leihgabe des „Royal Museum of the Armed Forces“ in Brüssel, ist als älteste, vollständig erhaltene Gondel ein ganz besonderes Ausstellungsstück. Von der ersten Passagierfahrt im LZ 127 Graf Zeppelin über den Atlantik im Jahr 1928 über die Weltrundfahrt 1929 bis zum ersten Linienflugverkehr nach Südamerika im Jahr 1931 erzählt die spannende Ausstellung.

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Exponate von spannend bis skurril

Barbara Waibel, Leiterin des Archivs der Luftschiffbau Zeppelin GmbH, zeigte beim Vorab-Rundgang Exponate wie Zeppelin-Brettspiele, den Reisekoffer Hugo Eckeners, alte Speisekarten und Schlamm aus dem Amazonasgebiet, der per Zeppelin zur wissenschaftlichen Untersuchung nach Deutschland gelangte.

Felix Banzhaf, Direktorin Claudia Emmert, Barbara Waibel und Jürgen Bleibler (von links) beim Rundgang.
Felix Banzhaf, Direktorin Claudia Emmert, Barbara Waibel und Jürgen Bleibler (von links) beim Rundgang. | Bild: Claudia Wörner

Kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Flugreisen

Das Flugzeug hat den Systemkampf für sich entschieden. Die Ausstellung zeigt die weitere Entwicklung des Transatlantikverkehrs, wie wir ihn heute kennen: routinemäßig, schnell und vergleichsweise günstig. Thema ist auch die aktuelle kritische Haltung zum Fliegen, steht diese Art des Reisens mit Blick auf das Klima doch zunehmend in der Diskussion.