Zehn Zentimeter Neuschnee über Nacht – das bedeutet für die Räumdienste Schwerstarbeit. Auf den Straßen rund um Friedrichshafen geht derzeit nicht mehr viel, fast überall gibt es Staus.

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In den sozialen Medien schlugen die Wellen am Wochenende hoch: Viele Nutzer kritisierten, dass die Schneeräumer nicht schnell genug arbeiteten. Als es am Samstag in kurzer Zeit so viel schneite, dass die Straßen weiß wurden und es mancherorts ziemlich rutschig wurde, arbeiteten die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebsamtes auf Hochtouren. Insgesamt waren 35 Mitarbeiter, die Rufbereitschaft hatten, zum Dienst geordert, wie die Stadt auf Nachfrage des SÜDKURIER mitteilte.

Welche Straßen werden aber zuerst geräumt?

Hier die wichtigsten Fakten rund um den Winterdienst in der Zeppelinstadt:

Dringlichkeitsstufen:

Die Straßen in Friedrichshafen werden in vier verschiedene Stufen eingeteilt. Nach Angaben der Pressestelle werden zunächst besondere Gefahrenstellen und sämtliche in geschlossener Ortslage verlaufende Bundes- und andere vorrangige Straßen geräumt. Außerdem die ÖPNV- und Schulbus-Linien sowie die Hauptverbindungen zu den einzelnen Ortsteilen. Erst danach werden weitere wichtige Straßen, die für den Verkehr von Bedeutung sind, geräumt. Straßen mit geringer Verkehrsbedeutung, insbesondere untergeordnete Straßen in Wohngebieten gehören in die Dringlichkeitsstufe drei.

Video: Mommsen, Kerstin

Fahrzeuge:

Für den Straßenwinterdienst kommen derzeit sieben verfügbare Lastkraftwagen und Geräteträger der Städtischen Baubetriebe zum Einsatz.

Auch in Friedrichshafen sorgt anhaltender Schneefall für Behinderungen im Straßenverkehr.
Auch in Friedrichshafen sorgt anhaltender Schneefall für Behinderungen im Straßenverkehr. | Bild: Mommsen, Kerstin

Radwege:

Auch sie werden geräumt. Nach Angaben der Stadt stehen dazu insgesamt fünf Schmalspurfahrzeuge zur Verfügung. Eine Priorisierung der Radwege sei aber nicht praktikabel. „Die eingesetzten Fahrzeuge bewegen sich vom Standort der Städtischen Baubetriebe zunächst in Richtung Innenstadt und von dort aus weiter in die Außenbezirke“, teilt die Pressestelle mit.

Handkolonnen:

Diese werden von der Innenstadt ausgehend eingesetzt und arbeiten sich von den stärker frequentierten Verkehrsbereichen (Unterführungen, Treppenanlagen, Kreuzungen, Querungshilfen, Bushaltestellen) sukzessive in die weniger stark frequentierten Außenbezirke vor. Die Handkolonnen werden dabei von drei Kleintraktoren unterstützt.

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Zeiten:

Die Mitarbeiter der Städtischen Baubetriebe sind im Winterdienst in zwei Gruppen mit jeweils 35 Mitarbeitern unterteilt, die sich in wöchentlichem Wechsel in Rufbereitschaft befinden und bei Straßenglätte zum Räum- und Streudienst beordert werden. Die Rufbereitschaft gilt Montag bis Freitag jeweils ab 4 bis 22 Uhr und an Wochenenden/Feiertagen ab 4 Uhr durchgängig bis 22 Uhr.

Streusalz:

Rund 1000 Tonnen Streusalz haben die Städtischen Baubetriebe in den Salzsilos und überdachten Lagern vorrätig. Dazu kommen je 25 Tonnen Splitt und Splitt-Salz-Gemisch, 30 000 Liter Calciumchlorid-Lösung sowie weitere 25 Tonnen Calciumchlorid-Flocken zur Feuchtsalzmischung.

So sehen die Salzlager im städtischen Bauhof aus.
So sehen die Salzlager im städtischen Bauhof aus. | Bild: Rodgers, Kevin

Streugutkisten:

An 72 Standorten im gesamten Stadtgebiet stehen Streugutkisten mit einem Splitt-Salz-Gemisch, welches in erster Linie für die Handkolonnen der Städtischen Baubetriebe bestimmt ist. Außerdem können Kraftfahrer das Streumaterial als Anfahrtshilfe verwenden.

Pflichten der Bürger:

Auch die Anwohner müssen bei Schneefall ran. Sie sind dazu verpflichtet, Gehwege und Siedlungsstraßen auf einer Breite von einem Meter zu räumen – werktags ist bis 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 8 Uhr. Die Räumpflicht endet um 20 Uhr. Der Schnee darf aber weder dem Nachbarn vor die Türe geschippt, noch auf die Straße geschoben werden. Wer nicht schippt, kann sich eine Ordnungswidrigkeit einhandeln, die mit einem Bußgeld zwischen 5 und 500 Euro bestraft werden kann. Zudem haften Anwohner für Unfälle, falls nicht geräumt wurde.