Notwendig geworden ist der Neubau der DHBW Ravensburg am Friedrichshafener Campus Fallenbrunnen durch eine rasante Entwicklung der Studierendenzahlen. Waren es im Jahr 2010 noch rund 800, studieren derzeit 1300 angehende Ingenieure der Fakultät für Technik im Fallenbrunnen. Hermann Zettler, leitender Baudirektor am Ravensburger Landesamt für Vermögen und Bau, unterstrich die besondere Bedeutung des Neubaus: "Das Konzept für einen nachhaltigen Wissenschaftsstandort geht hier voll und ganz auf." Eine Besonderheit sei, dass es sich beim Grundstück nicht um eine landeseigene Fläche, sondern um ein Grundstück der Stadt Friedrichshafen handle, mit der das Land Baden-Württemberg einen Erbbaurechtsvertrag geschlossen hat. Sein besonderer Dank galt Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand für die gute Zusammenarbeit. Nur durch die Modulbauweise des Neubaus – qualitativ soll er einem konventionellen Bau entsprechen – sei es zum Zuschuss des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 8 Millionen Euro gekommen. "Eigentlich dürfen Flächen von den Hochschulen nur angemietet werden", informierte Zettler.

Obwohl die Zusage bereits 2015 eintraf, verzögerte sich der Spatenstich. Hatten die Preise für Modulbauten in jüngster Zeit doch kräftig angezogen. Für die Differenz muss die DHBW Sponsoren gewinnen. Dafür warb Jürgen Holeksa von der ZF Friedrichshafen in seiner Funktion als Vorsitzender des örtlichen DHBW-Hochschulrats. "Unser Wunsch ist, DHBW-Partnerunternehmen mit einzubinden." Er sei zuversichtlich, dass die Budgetlücke geschlossen werden könne. "Heute ist das Ende der Container-Provisorien, eine wichtige Zäsur für die Hochschullandschaft im Fallenbrunnen", sagte Holeska.

Aus Erfahrung bei der ZF AG wisse er, dass Modulbauten fabelhaft seien. Er sei stolz auf das Bildungsangebot im Fallenbrunnen, wo auch das Regionale Innovations- und Technologietransfer Zentrum (RITZ) seinen Platz finden soll. "Wir sind hier zwar nicht das neue Silicon Valley, aber wir haben Großes vor uns", blickte Holeska in die Zukunft.

Martin Freitag, Dekan der Fakultät Technik, erläuterte das Nutzungskonzept des Neubaus. Platz finden vor allem Seminarräume, Labore und Räume für studentische Projekte. Im Erdgeschoss befindet sich außerdem ein großer Saal für Veranstaltungen und Klausuren. "Die räumliche Nähe von Laboren für Lehre und Forschung sowie für studentische Projekte sollen die Kommunikation fördern", erläuterte Freitag. Im Gegenzug zum Neubau werden zwei der DHBW-Container auf dem Gelände abgebaut. Mit ihnen musste sich die Hochschule seit einigen Jahren in ihrer Platznot behelfen. Nicht mit in den Neubau ziehen das ebenfalls in einem Container untergebrachte EMV-Labor und der Maschinenprüfstand. Ihr neuer Platz soll im RITZ sein. Den Neubau verwirklicht die ALHO Systembau GmbH. "Die Montage der 64 Module beginnt im Januar", sagte ihr Geschäftsführer Jörg Löber.

Der Neubau

Im zweigeschossigen Neubau für die Fakultät Technik der DHBW Ravensburg in Friedrichshafen am Standort Fallenbrunnen finden vor allem Seminarräume Platz. Außerdem Labore, zum Beispiel für Werkstoffprüfung, 3D-Technologien, Hochvolt-, Laser- und Leichtbautechnik. Raum schafft er auch für den Hubschrauber- sowie den Flugzeugsimulator. Zudem erhalten die zwei wichtigsten studentischen Projekte ihre Werkstätten in dem Neubau – das Formula Student-Team (GFR) und das Team Electric Drive and Infrastructure (EDI). Eingeplant sind auch zwei Räume für die Studierendenvertretung. Die Kosten betragen rund 9,3 Millionen Euro, wovon 8 Millionen das Land Baden-Württemberg trägt. Bezugsfertig soll der Bau Ende März 2018 sein.