Auf der Tagesordnung des Gemeinderates am Montag stand auch die Vorstellung der Jahresbilanz der Messe Friedrichshafen für das Jahr 2017.

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Die guten Zahlen aber rückten schnell in den Hintergrund, denn Messechef Klaus Wellmann zeichnete für die Zukunft ein düsteres Bild. "Wegen des Wegfalls der Messe Outdoor ab 2019 als ein Hauptumsatzträger kann eine künftige Unterstützung der Messe Friedrichshafen durch die Stadt nicht ausgeschlossen werden", erläuterte Klaus Wellmann. Was nichts anderes heißt, als das die Zeiten guter Bilanzen vorbei sind.

Ohne den Namen der European Outdoor Group (EOG), die sich als neuen Messestandort für den Branchentreff München ausgesucht hatte, zu nennen, fand Klaus Wellmann deutliche Worte. "Innerhalb der Messelandschaft gibt es offenbar das Bedürfnis großer Akteure, Gemeinschaften zu sprengen und auszuscheren", so der Messe-Geschäftsführer. "Damit verlassen diese Akteure die Bühne mit Krawall", fügte er hinzu. Gezielt in Richtung EOG formulierte Wellmann dann deutliche Kritik. "Die Branche hat jahrelang hier erfolgreich gearbeitet. Nun wendet sie uns den Rücken zu." Die von der EOG angeführten Gründe seien die Verkehrslage und der schlecht angebundene Flughafen sowie die fehlenden Hotelkapazitäten. "Ein weiterer Grund seien fehlende Konzepte in Sachen Digitalisierung gewesen", berichtete Klaus Wellmann dem Gemeinderat. "Doch genau diese Kritik stelle ich in Frage", kritisierte er weiter.

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Der Verlust der Outdoor habe leider eine Signalwirkung in der gesamten Messelandschaft, was Mitbewerber gnadenlos ausnutzten. Deswegen sei es so wichtig, eine alternative Outdoor-Messe zu etablieren. "Es ist unser Ziel, eine Outdoor-Nische zu besetzen und weitere Unzufriedene einzusammeln, die mit der Ispo nicht zufrieden sind", erklärte Wellmann kämpferisch. Dem pflichtete Oberbürgermeister Andreas Brand bei. "Wir machen weiter, auch mit der Outdoor."

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Die Fraktionen ließen es sich nicht nehmen, Fraktionserklärungen zum Thema abzugeben. Auch hier war die Unzufriedenheit mit der Entscheidung der EOG gegen die Messe Friedrichshafen deutlich zu spüren. Norbert Fröhlich von der CDU ging sogar einen Schritt weiter. "Die EOG hat Sie ausgetrickst", konstatierte er.

Eberhard Ortlieb (Freie Wähler) stach in eine ähnliche Richtung: "Wenn die EOG glaubt, dass die Aussteller in München günstiger wohnen, dass sie schneller an der Messe sind, dass sie freundlicher behandelt werden und dass sie weniger Standmiete bezahlen, dann halte ich das für eine Illusion." Sylvia Hiß-Petrowitz (ÖDP) fügte trocken hinzu: "Die Messe sollte umsichtig agieren. Wir werden noch sehen, ob in München tatsächlich alles klappt."

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