Ob das der richtige Weg ist, mit dem Verlust der überaus wichtigen Outdoor-Messe umzugehen? Sowohl der Messechef als auch die Fraktionen sticheln nun in Richtung European Outdoor Group (EOG). Von Tricksereien ist die Rede, von Illusionen, gar von falschen Tatsachen, die zu der Entscheidung geführt hätten. Dabei muss an dieser Stelle festgehalten werden, dass die EOG bereits 2012 den Vertrag mit der Messe Friedrichshafen kündigte, damals allerdings gelang es noch, sie zu halten.

Seit Mitte 2017 war bekannt, dass die EOG eine Neujustierung des Branchentreffs beabsichtigte. Am Ende fiel die Entscheidung mit deutlicher Mehrheit für München. Laut EOG sprachen sich 65 Prozent der 98 Mitgliedsfirmen für München aus – und es wird gute Gründe gegeben haben. Die Messe Friedrichshafen darf darüber enttäuscht sein und die Entscheidung bitter finden – nicht zuletzt verliert sie damit eine der wichtigsten Veranstaltungen im Messejahr.

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Aber nun trotzig die EOG öffentlich frontal anzugreifen, mutet doch ein wenig kindisch an. Das Bild wütender Kinder im Sandkasten, denen man das Sandelzeug weggenommen hat, kommt mir da in den Sinn. Es wäre professionell, nun nach vorne zu schauen, statt nachzutreten. Die Querelen rund um den Termin für die Messe Eurobike zeigen, dass auch diese Messe in schwieriges Fahrwasser geraten ist. Und ganz sicher verfolgen auch die Aussteller der Eurobike das Gezerre um die Outdoor-Messe.

Es heißt jetzt, neue Konzepte zu erarbeiten sowie sich neue Märkte zu suchen, bei denen die Messe Friedrichshafen punkten kann. Dass das Häfler Team gute Messen hinbekommt, zeigt es ja Jahr für Jahr. Am nächsten Mittwoch will die Messe Friedrichshafen ihr Konzept für ihre eigene "Nischen-Outdoor"-Veranstaltung präsentieren. Da darf man gespannt sein, was sich die Macher ausgedacht haben. Die Messe Friedrichshafen kann sich auf die Erfahrung der letzten 25 Jahre stützen, dazu ist der Standort am Bodensee mit der Nähe zu den Bergen eindeutiger Pluspunkt für Friedrichshafen, was die Messe München so nicht bieten kann. Die Devise sollte also lauten, nach vorne zu schauen, statt sich auf dem Schauplatz einer verlorenen Schlacht die Wunden zu lecken.