Liebe Kinder, auf einmal war alles anders für euch. Seit über einer Woche dürft ihr nicht mehr in der Kindergarten und in die Schule. Ihr könnt keine Freunde mehr treffen und nicht mal auf den Spielplatz, in den Park oder an den See. Und viele dürfen ihre geliebten Großeltern nicht mehr sehen. Niemals hätten wir Eltern geglaubt, euch so etwas antun zu müssen. Die meisten von uns kennen kein Leben ohne Freiheit. Wie lange das nun dauern wird? Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen, ist: Es ist nicht leicht für euch und ihr macht das alle großartig!

Danke fürs viele Händewaschen!

Pauline, fünf Jahre alt, hat ein Bild von den Viren und vom Händwaschen gemalt.
Pauline, fünf Jahre alt, hat ein Bild von den Viren und vom Händwaschen gemalt. | Bild: Blust, Julia

Seit einigen Wochen ist Händewaschen ein großes Thema. „Hast du schon die Hände gewaschen?“, wurde zu einem der meist gesagten Sätze in Familien. Plötzlich gab es überall kindgerechte Tipps, wie man Hände richtig wäscht. Zum Beispiel, indem man beim Einseifen eine Strophe von „Happy Birthday“ singt. Warum Händewaschen nun so wichtig geworden ist, weiß auch die fünfjährige Pauline. Im Video erklärt sie uns das.

Video: Blust, Julia

Danke für eure Lernbereitschaft!

Das ist Karlo. Er ist sieben Jahre alt und geht in die zweite Klasse. „Das Lernen allein ist schon ziemlich langweilig“, sagt er.
Das ist Karlo. Er ist sieben Jahre alt und geht in die zweite Klasse. „Das Lernen allein ist schon ziemlich langweilig“, sagt er. | Bild: Katrin Rücker

Normalerweise freuen sich Kinder, wenn sie mal keine Schule haben. Doch in Zeiten von Corona ist das anders. Schon die Jüngsten haben früh begriffen: das sind keine Ferien. In einer Nacht- und Nebelaktion mussten Lehrer Lernpläne erstellen, Unterrichtsmaterialien kopieren, Erklärungen schreiben. Auch wenn der gesamte Stoff natürlich nicht zuhause erarbeitet werden kann, einen Teil davon sollten die Kinder trotzdem lernen.

Greta ist elf Jahre alt und in der 6. Klasse auf dem Gymnasium. Sie lernt jeden Vormittag den Unterrichtsstoff, den sie nun verpasst.
Greta ist elf Jahre alt und in der 6. Klasse auf dem Gymnasium. Sie lernt jeden Vormittag den Unterrichtsstoff, den sie nun verpasst. | Bild: Katrin Rücker

So wie Karlo und Greta aus Friedrichshafen. Die beiden Geschwister lernen seit einer Woche zuhause. „Am Anfang fand ich das echt gut“, sagt Greta, „denn irgendwie ist da die Ablenkung nicht so groß.“ Schnell merkte die Sechstklässlerin aber: „Meine Freundinnen fehlen mir wirklich sehr.“ So geht es auch ihrem kleinen Bruder Karlo, der in die zweite Klasse geht: „Allein zuhause sitzen und lernen, das nervt.“ Damit den beiden nicht die Decke auf den Kopf fällt, haben sie sich bereits ein paar Dinge – abseits vom Lernen – überlegt. „Ich will eine Pinnwand basteln“, verrät Greta. „Und ich will mein Kinderzimmer ausmisten“, sagt Karlo, „dann kann ich mir was Schönes kaufen, wenn das hier vorbei ist.“

Danke für eure Solidarität!

Liselotta (8 Jahre), Mieke (6 Jahre) und Tilda (2 Jahre) haben Regenbögen gemalt, die sie ins Fenster hängen.
Liselotta (8 Jahre), Mieke (6 Jahre) und Tilda (2 Jahre) haben Regenbögen gemalt, die sie ins Fenster hängen. | Bild: Wienrich, Sabine

Solidarität – ein schwieriges Wort für Kinder mit einem relativ abstrakten Inhalt. Kindern begreiflich zu machen, was es bedeutet, solidarisch zu sein, funktioniert am besten durch eine gemeinsame Aktionen, die Zusammenhalt stiften. Liselotta, Mieke und Tilda haben von einer Whats-App-Nachricht erfahren, in der alle Kinder aufgefordert werden, Regenbögen zu malen. Wie die Aktion funktioniert und was mit den Regenbogen-Bildern passieren soll, erklären sie im Video.

Video: Wienrich, Sabine

Auch Tim (12 Jahre) will ein ganz persönliches Zeichen gegen die Corona-Krise setzen. Er spielt seit einigen Jahren Saxophon. „Meine Mutter hat mir von der Caritas-Aktion erzählt, dem Musik-Flashmob“, sagt der Sechstklässler. Prompt druckte er sich die Noten der Europahymne aus und übte das Stück ein. Am vergangenen Sonntag spielte er es auf der Terrasse zuhause – und etliche Nachbarn sangen mit.

Tim (12 Jahre) alt hat mit seinem Saxophon „Ode an die Freude“ eingeübt – ein Zeichen gegen die Corona-Krise.
Tim (12 Jahre) alt hat mit seinem Saxophon „Ode an die Freude“ eingeübt – ein Zeichen gegen die Corona-Krise. | Bild: Wienrich, Sabine

Danke für eure Kreativität!

Selten wird die Geduld der Kinder und Erwachsenen so sehr auf die Probe gesetzt. Viele Kinder haben normalerweise klare Alltagsstrukturen und verbringen einen großen Teil des Tages im Kindergarten oder in der Schule. Dass sie nun viel zuhause sind – während die meisten Eltern auch noch arbeiten müssen – ist für viele Kinder neu. Doch was macht man mit der Zeit, die man jetzt hat?

Lara (7 Jahre) bemalt Ostereier, bastelt, bäckt – bisher wurde ihr noch nicht langweilig.
Lara (7 Jahre) bemalt Ostereier, bastelt, bäckt – bisher wurde ihr noch nicht langweilig. | Bild: Bianca Kootsch

„Wir haben Kuchen gebacken, Cupcakes gemacht, Osterdekoration gebastelt, Eier bemalt und viel gespielt“, berichtet die siebenjährige Lara und klingt dabei sogar ziemlich fröhlich. Ihre Mutter ist Erzieherin, hat aber trotz Schließung Dienstpflicht an bestimmten Tagen. Ein bisschen traurig ist Lara natürlich schon, dass sie ihre Freundinnen und Freunde nun gar nicht mehr treffen kann. Das fällt für sie als Einzelkind natürlich besonders ins Gewicht. „Aber ich habe mit meinen Freundinnen schon per Video-Anruf gesprochen“, sagt Lara und lacht. „Das ist natürlich nicht so schön wie in echt – aber besser als nichts. Und es ist ja auch nicht für immer!“

Nix los in Friedrichshafen. Und das ist ausnahmsweise auch mal gut so. Für Kinder ist ein Leben ohne Spielplatz eine Herausforderung.
Nix los in Friedrichshafen. Und das ist ausnahmsweise auch mal gut so. Für Kinder ist ein Leben ohne Spielplatz eine Herausforderung. | Bild: Bömelburg, Christina

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