Nach dem Kauf des ehemaligen Diakonissenheims in Jahr 2014 hat die Luftschiffbau Zeppelin GmbH das Haus nahezu unverändert als Tagungs- und Veranstaltungshaus weitergeführt. Das soll sich bald ändern: Ein Großteil der Gebäude soll durch Neubauten ersetzt werden. Das Herzstück der Anlage, die denkmalgeschützte Villa Gminder, wird grundlegend saniert und darin wird im Frühjahr 2019 ein öffentliches Restaurant eröffnen. Die Fischbacher Hoteliersfamilie Maier wird Hotel und Restaurant pachten und betreiben.

Gabriele Freund, Geschäftsführerin der Luftschiffbau Zeppelin GmbH, stellte die Gründe für diese Maßnahmen und die Pläne in der Fischbacher Runde vor und erläuterte diese auch im späteren Gespräch mit dem SÜDKURIER. Es fehle an den räumlichen Voraussetzungen, um das "Zeppelin-Haus am Bodensee" nachhaltig auf einer gesunden wirtschaftlichen Basis weiterführen zu können, so Freund, außerdem gehe es um "die Sicherung dieser Oase für Mensch und Natur".

Für die Urlauber in der Hauptsaison und die Gruppen und Tagungsgäste könne man weder Zimmer noch Tagungsräume nach heute gewünschtem Standard bieten, erklärte Freund: "Es gibt derzeit überwiegend Einzelzimmer und gemeinschaftlich genutzte Duschen und Toiletten." Das sei auf die frühere Nutzung als Erholungsheim für Diakonissen zurückzuführen. Des Weiteren seien die Gebäude nicht für einen effizienten Arbeitsablauf bei einem Hotelbetrieb ausgelegt. Mit einem Umbau ließen sich diese Probleme nicht lösen.

Eine Bauvoranfrage wurde bereits eingereicht. Alle Gebäude mit Ausnahme der Villa sollen abgerissen und durch neue am gleichen Standort ersetzt werden. Die bebaute Fläche solle nur unwesentlich größer werden als bisher, sagt Freund, eine Tiefgarage unter den Gebäuden im Westen soll Parkflächen für die Fahrzeuge von Haus- und Restaurantgästen schaffen, die oberirdischen Parkplätze weniger und teilweise entsiegelt werden. Die Höhe der Gebäude werde die derzeitige nicht überschreiten, erklärt Freund weiter, allerdings sollen es statt steiler Satteldächer eher Flachdächer werden. Vom See aus sei wegen der großen alten Bäume weiterhin wenig mehr als die Villa Gminder selbst zu sehen, betont Freund und verspricht, dass alle Bäume auf dem weitläufigen Gelände stehen bleiben.

Die Villa Gminder selbst soll Schmuck- und Herzstück der Anlage bleiben und grundlegend saniert werden. Im Erdgeschoss wird es ein öffentliches Restaurant und Café geben, darüber Tagungsräume. Zu den Plänen der künftigen Pächter erklärt Hendrik Fennel, Schwiegersohn von Hubert Maier: "Der ganzjährig schöne Seeblick soll nicht den Hausgästen vorbehalten bleiben." Die Villa Gminder solle ein Ort auch für die Menschen aus der Region werden. "Ein Ort, wo man auch willkommen ist, wenn man nur auf ein Viertele oder einen Kaffee kommt." Er denke an ein bistroähnliches, entspanntes Konzept, wo man auf der Karte auch Kleinigkeiten zu Essen finde. Er hoffe, dass er das Restaurant für die Öffentlichkeit täglich und ganzjährig etwa von 11 Uhr bis 22 Uhr öffnen dürfe. Er wünsche sich sehr, dass die Konzerte von Musikverein und Männerchor und die anderen traditionellen Veranstaltungen weiterhin an dieser Stelle stattfinden, betont Fennel.

Für den Park hat Fennel schon einige Ideen, die er gerne in Abstimmung mit dem Landschaftsschutz umsetzen würde: Einen Teil der großen Rasenflächen in Wildblumenwiesen umzuwandeln etwa, oder in der Nähe der alten Apfelbäume weitere fruchtbringende Bäume, Büsche und Kräuter für einen "Naschgarten" pflanzen.

 

Zeitplan

Die Bauvoranfrage ist in Bearbeitung. In dieser Phase werden Rahmenbedingungen festgelegt, etwa welche Flächen bebaut werden dürfen, wo Ersatz- und Ergänzungsgebäude errichtet werden dürfen, welche Gebäudehöhen und wie viele Geschosse zulässig sind. Außerdem geht es um die Erschließung, Zufahrten und Parkflächen.

Im ersten Quartal 2017 soll das Baugesuch eingereicht werden. Bis Ende der Sommersaison, 30. September 2017, bleibt das "Zeppelin-Haus am See" in Betrieb. Unmittelbar danach beginnt im Oktober 2017 der Abriss der zu ersetzenden Gebäude. Noch im Winter 2017/18 soll mit dem Bau der neuen Häuser begonnen werden.

Im Frühjahr 2019 sollen das neue Hotel, Tagungs- und Veranstaltungshaus und das Restaurant in der dann sanierten Villa Gminder unter dem neuen Namen "Das Zeppelin" in Betrieb gehen.

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