Am 26. Mai werden in Baden-Württemberg bei der Kommunalwahl Gemeinderat und Kreistag gewählt. Die SPD Ortsvereine Friedrichshafen, Ailingen und Kluftern nominierten am Freitag ihre Kandidaten und gaben damit als erste ihre Liste bekannt. Mit 40 Männern und Frauen ist sie für die Gemeinderatswahl voll. Für den Kreistag kandidieren 22 Kandidaten.

Die Nominierten für die ersten 20 Listenplätze der SPD (von links): Ulrich Bernard, Jasmina Brancazio, Wolfgang Sigg, Werner Nuber, Luca Baumann, Insa Knickrehm, Matthias Eckmann, Gabi Pferd, Daniela Gubalke, Peter Lutat, Peter Mohr, Kirsten Lichtinger, Karl-Heinz Mommertz, Rudi Krafcsik, Heinz Tautkus, Bernd Caesar und Monika Martin. Nicht im Bild sind Swetlana Reinbold, Bülent Sari und David Riedl. Bild: Claudia Wörner
Die Nominierten für die ersten 20 Listenplätze der SPD (von links): Ulrich Bernard, Jasmina Brancazio, Wolfgang Sigg, Werner Nuber, Luca Baumann, Insa Knickrehm, Matthias Eckmann, Gabi Pferd, Daniela Gubalke, Peter Lutat, Peter Mohr, Kirsten Lichtinger, Karl-Heinz Mommertz, Heinz Tautkus, Bernd Caesar und Monika Martin. Nicht im Bild sind Swetlana Reinbold, Bülent Sari und David Riedl. | Bild: Claudia Wörner

„Wir können eine sehr gute Liste mit vielen Gesichtern präsentieren“, sagte Werner Nuber, Vorsitzender des SPD Ortsvereins Friedrichshafen. In der Nominierungsversammlung stellte sich jeder Kandidat – 14 von 40 sind Frauen – kurz persönlich und mit seinen politischen Zielen vor. Es gab die Möglichkeit, Listenplätze zu diskutieren oder zu tauschen, was bei der Liste für den Gemeinderat jedoch nicht der Fall war. Werner Nuber wurde mit 49 von 49 abgegebenen Stimmen auf Listenplatz eins gewählt, gefolgt von Gabi Pferd und Wolfgang Sigg. Bei der Liste für den Kreistag kam es für den Listenplatz eins zu einer Kampfabstimmung. Hier trat spontan Bernd Kuypers gegen Norbert Zeller an. Von 45 abgegebenen Stimmen ging jedoch nur eine auf Kuypers Konto und Zeller wurde bei drei Enthaltungen ohne jeden Zweifel von den Genossen für den Spitzenplatz nominiert.

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„SPD vor Ort hat Schwung und Drive“

Norbert Zeller übernahm das Amt des Wahlleiters für die Nominierung der Gemeinderatskandidaten. „Unsere volle Liste mit 40 Kandidaten ist ein Zeichen, dass die SPD vor Ort in Friedrichshafen Schwung und Drive hat“, sagte er. Die Kandidaten kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten. Die sozialen Berufe seien etwas überrepräsentiert, aber es gebe auch Selbstständige, Studierende, einige Jusos und Kandidaten mit Migrationshintergrund. „Auf das Knowhow der erfahrenen Kandidaten wollen wir nicht verzichten“, so Zeller. Mit Ausnahme von Roland Kaczmarek stellen sich alle aktuellen SPD-Stadträte erneut zur Wahl. Auf den ersten zehn Listenplätzen sei es gelungen, Männer und Frauen im Wechsel zu nominieren. Insgesamt liegt der Frauenanteil bei der SPD für die Gemeinderatswahl bei 28 Prozent. „Auf unserer Liste drückt sich die Erneuerung in unserer Partei aus.“

Platz 1: Werner Nuber, 51 Jahre
Platz 1: Werner Nuber, 51 Jahre | Bild: Claudia Wörner
Platz 2: Gabi Pferd, 67 Jahre
Platz 2: Gabi Pferd, 67 Jahre | Bild: Claudia Wörner
Platz 3: Wolfgang Sigg, 69 Jahre
Platz 3: Wolfgang Sigg, 69 Jahre | Bild: Claudia Wörner

Die Fraktion soll sich verjüngen

Rotraut Binder gratulierte ihren Genossen zur ausgewogenen Liste und dazu, so viele neue Kandidaten gewonnen zu haben. „Ich würde mir aber noch mehr junge Frauen und Männer wünschen. Ich halte nichts davon, wenn Leute seit 40 Jahren kandidieren“, sagte sie. Aktuell sei die SPD im Gemeinderat eine Altherren- und Rentnerfraktion. „Wir haben so viele junge Leute dabei, die sollen doch bitte auch gewählt werden“, so ihr Appell. Jürgen Meyer, selbst auf Listenplatz 30, sprach von einer recht guten Mischung. „Mir ist die Qualität wichtig und mir sind Leute wichtig, die sich engagieren“, betonte er. Die Gemeinderatswahl sei ja keine reine Listenwahl. Vielmehr komme es darauf an, wie sich die einzelnen Kandidaten in der Öffentlichkeit darstellten. „Die Entscheidung sollte man den Wählern überlassen“, meinte Jürgen Meyer.

Kampfabstimmung um Listenplatz 1

Vor der Nominierung der SPD-Kandidaten für die Liste der Kreistagswahl monierte Bernd Kuypers, dass sich manche Abgeordnete mehr für ihre Ämter als für die Bevölkerung interessieren würden. Deutlich wurde, dass er offensichtlich ein persönliches Problem mit Norbert Zeller hat, gegen den er für bei der Wahl zum Listenplatz 1 antrat. „Ich nehme das sportlich. Wir haben als Fraktion einiges bewegt und wichtige, nach vorne gerichtete Impulse gesetzt“, sagte Zeller. Die geheime Wahl, die Kreisrat Boris Mattes leitete, zeigte, dass die Genossen eindeutig hinter dem amtierenden Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Kreistag stehen – Norbert Zeller gewann die Abstimmung mit eindeutiger Mehrheit.

Zeller betonte, dass Politik immer auch bedeute, Kompromisse zu schließen. „Im Kreistag beziehen wir als SPD eine klare Position und schauen, was wir zusammen mit anderen erreichen können.“ Ziel müsse es bei der Kommunalwahl sein, mindestens zehn SPD-Räte in den Kreistag zu bekommen und damit zweitstärkste Fraktion zu werden.