Das hat nicht geklappt. Das Konsortium der Bodenseestädte Friedrichshafen und Konstanz namens „HySEE“ mit zehn Partnern, darunter ZF, Rolls-Royce, Liebherr, Airbus und Diehl, geht leer aus beim Bundesförderprogramm „HyLand“. Die Gewinner heißen Fulda, Ulm, Ingolstadt oder der Landkreis Oberallgäu, um nur die nächstgelegenen Städte und Kreise zu nennen, die Modellregion in Sachen Wasserstoff werden wollen.

13 Gewinner aus 28 Bewerbungen bei den „HyExperts“

Mitte Dezember kürte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer 13 Regionen, die mit jeweils 300.000 Euro vom Bund Projektideen für lokale Konzepte in der Wasserstoffwirtschaft entwickeln werden. Dabei standen die Chancen in der Kategorie „HyExpert“, in der Friedrichshafen und Konstanz dabei waren, mit 28 Bewerbungen gut. In den beiden anderen Kategorien „HyStarter“ wurden von knapp 138 Bewerbern neun Gewinner gekürt. Bei den „HyPerformer“ kamen drei von sechs Regionen zum Zug, die mit je 20 Millionen Euro gefördert werden. Hier werden mit Hilfe des Bundes bereits Projekte mit einem Gesamtvolumen von 195 Millionen Euro umgesetzt.

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Wasserstoff ist Energieträger der Zukunft

Der Bund fördert mit „HyLand“ nun 25 Regionen in Deutschland, die den Einsatz von grünem Wasserstoff vor allem im Verkehr, aber auch bei Strom und Heizung testen und entwickeln wollen. Die Region Bodensee gehört nicht dazu. „HyLand“ ist Teil des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie (NIP). Eine Technologie, die immer stärker in den Fokus rückt, um die Klimaziele zu erreichen.

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Ab 2050 sollen Kohle, Gas und Öl als Energiequellen in Deutschland ausgedient haben. Grüner Wasserstoff, der aus Sonnen- oder Windenergie erzeugt wird, gilt als der Energieträger der Zukunft, denn er kann diese Energie speichern und über Brennstoffzellen ohne schädliche Abgase wieder abgeben. Für den Einsatz im großen Stil sind jedoch noch enorme Anstrengungen nötig. Deshalb fördert die Bundesregierung derzeit auch zwölf Reallabore, in denen Unternehmen Wasserstofftechnologien im industriellen Maßstab testen.

Rolls-Royce Power Systems geht voran

Was genau die Projektpartner von „HySEE“ mit den 300.000 Euro vom Bund vorhatten, wurde bei der Bekanntgabe der Bewerbung im Oktober nicht genau mitgeteilt. In einer Pressemeldung der Häfler Stadtverwaltung war vom geplanten „Ausbau einer Wasserstoff-Infrastruktur“ am Bodensee die Rede. In einem ersten Schritt sollte eine Studie Potenziale dafür ausloten. Treiber der „HySEE“-Bewerbung war Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen.

Erste konkrete Projekte mit Wasserstoff

Für den Motorenbauer und Antriebsspezialisten ist nicht nur die Frage zentral, was wir künftig tanken. RRPS hat neben synthetischen Stoffen auch Wasserstoff als Kraftstoff der Zukunft im Blick. Für RRPS ist die Brennstoffzelle auch als Stromspeicher interessant. Aktuell arbeitet das Unternehmen mit der Mercedes Benz AG an einem Pilotprojekt für neuartige Notstromaggregate.

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Statt wie bisher mit Diesel sollen die mal mit Wasserstoff betrieben werden – auf der Basis von Brennstoffzellenmodulen für Autos. Mit Wasserstoff-Antrieben hat Mercedes über 20 Jahre Erfahrung. Die neuartigen Aggregate sollen in Zukunft zum Beispiel in großen Rechenzentren für den weltweiten Internetverkehr die Dauer- und Notversorgung mit Strom sichern. Das Pilotprojekt soll in diesen Wochen am Standort Friedrichshafen starten.

Keine Wasserstoff-Tankstellen am See

Verkehrstechnisch lohnt sich in der Region die Anschaffung eines Wasserstoff-Autos oder -Busses derzeit allerdings nicht. Was das Tankstellennetz angeht, ist der Bodensee ein weißer Fleck. Die nächste Möglichkeit ist in Geisingen – über 80 Kilometer von Friedrichshafen oder 55 Kilometer von Konstanz entfernt, dann in Ulm und Reutlingen. In Richtung Bayern gibt es die nächsten im Großraum München. In Deutschland gibt es aktuell 82 Wasserstoff-Tankstellen. In diesem Jahr sollen es nach den Plänen der Bundesregierung 100 und dann stetig mehr werden.

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