Schon Ende 2015 wurden zwei marode Wohnblocks am Wachirweg in Friedrichshafen abgerissen. Seitdem liegt das städtische Grundstück brach. Das soll nicht so bleiben: Fünf Fraktionen im Gemeinderat fordern in einem gemeinsamen Antrag die „zeitnahe Bebauung“ der Fläche mit Wohnungen, und zwar durch die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG). Der Antrag liegt der Stadtverwaltung bereits vor, steht bis dato aber noch nicht auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Wann Oberbürgermeister Andreas Brand diesen in den Rat einbringt, ist offen.

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Das Projekt stand vor mehr als drei Jahren schon einmal auf dem Plan. Im Juni 2015 hatte das Land Fördergelder von 700 000 Euro und ein zinsloses Darlehen für den Bau von Wohnungen für Flüchtlinge bewilligt. Der geplante Neubau für knapp fünf Millionen Euro wurde vom Rathaus aber zurückgestellt. Die Fördergelder verfielen. Welche Pläne die Stadt aktuell mit dem freien Baufeld am Wachirweg hat, darauf gab es bis gestern Abend keine Antwort aus dem Rathaus.

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Aus Sicht von Grünen, CDU, Freie Wähler, SPD und ÖDP könnte die SWG auf dem baureifen Grundstück am Wachirweg schnell Wohnungen in mehrgeschossigen Bauten erstellen. Die werden zügig für ein anderes Projekt der städtischen Gesellschaft gebraucht. Laut Ratsantrag, der unserer Zeitung vorliegt, habe sich der SWG-Beirat im Mai mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Grundstücke in der Paulinenstraße 17 und 19 neu zu bebauen, denn auch diese Gebäude sind abbruchreif.

Häuser an der Paulinenstraße sollen weg

Hier hat die Stadt Menschen untergebracht, für die es „aufgrund der angespannten Lage auf dem Häfler Wohnungsmarkt“ schwer ist, eine Bleibe zu finden. Mit den Neubauten am Wachirweg stünden dann Wohnungen für die Bewohner der Paulinenstraße bereit, sodass die Häuser geräumt und abgerissen werden können. Dann hätte die SWG freies Feld und könnte hier mit dem Bau von Sozialwohnungen beginnen. Genau dafür habe der Gemeinderat im März der städtischen Gesellschaft eine Erhöhung der Kapitalrücklage von sieben Millionen Euro gewährt.