Nach der heutigen konstituierenden Sitzung am 22. Juli ist für die beiden Frickinger Urgesteine Albert Mayer (FW) und Hermann Sommerfeld (CDU) Schluss im Gemeinderat. Unter ihrer Mitverantwortung hat sich viel getan in der Gemeinde.

Rückblickend fällt ihnen im SÜDKURIER-Gespräch viel Positives ein, aber auch das eine oder andere Ärgernis lassen sie nicht unerwähnt. Beide kamen einst über unterschiedliche Wege zu ihrer Gemeinderatsarbeit.

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Bei Albert Mayer war seine Kandidatur für das Frickinger Bürgermeisteramt entscheidend. Zwar habe er sich nicht gegen den damals amtierenden Hans-Georg Bosem durchsetzen können, aber immerhin 35 Prozent der Bürgerstimmen bekommen.

„Für mich war es die logische Konsequenz daraus, mich weiter für das Wohl Frickingens einzusetzen“, erklärt Mayer seinen Entschluss, ein Jahr nach der verlorenen Wahl als Gemeinderat am Ratstisch Platz zu nehmen.

Für seinen langjährigen Ratskollegen und Tischnachbarn Hermann Sommerfeld waren es Anfragen aus der Bürgerschaft, die ihn auf Grund seiner sozialen Aktivitäten im Jahr 1994 ins Ratsgremium brachten.

Gartentisch statt Ratstisch: Künftig wollen Albert Mayer und Hermann Sommerfeld ihre freie Zeit anders nutzen und auch Mal ein bisschen ausruhen.
Gartentisch statt Ratstisch: Künftig wollen Albert Mayer und Hermann Sommerfeld ihre freie Zeit anders nutzen und auch Mal ein bisschen ausruhen. | Bild: Martina Wolters

Trotz unterschiedlicher Ausgangslagen, die Tätigkeit im Rathaus möchten sie nicht missen. “Ich war gerne Gemeinderat“, sagt Sommerfeld und Mayer nickt zustimmend.

Dass sie so viel bewegen und mitgestalten konnten, empfinden beide als sehr positiv. Als Höhepunkte nennen sie zum Beispiel die neu entstandene Ortsmitte mit Rathaus, Geschäften, Bank und Physiotherapiepraxis. Gern denken sie an den „spannenden Architektenwettbewerb mit 52 Einsendungen für den Rathausbau“ zurück. Die Auswahl zusammen mit einer Fachjury zu treffen sei überaus interessant gewesen.

Zusammenarbeit war immer konstruktiv und freundlich

Beide haben sie ebenfalls für den Feuerwehrhaus-Neubau und die kommunale Hackschnitzelanlage gestimmt. Mayer ist auch stolz darauf, den amtierenden Bürgermeister Jürgen Stukle damals zunächst als Hauptamtsleiter (1991) und zwei Jahre später als Kämmerer mit eingestellt zu haben.

Die Zusammenarbeit im Gemeinderat sei stets erfreulich gewesen. „Es war ein streitbares Gremium, aber immer auf Augenhöhe“, meint Sommerfeld. Mayer hebt die „großartig vorbereiteten Sitzungsunterlagen“ und fruchtbare Klausurtagungen in Heiligkreuztal hervor.

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Allen beiden war es wichtig, „alle Menschen gleich zu behandeln.“ Als Beispiel nennt Mayer Bauanträge. Durch ein vorher aufgestelltes Regelwerk hätten Entscheidungen klar nachvollziehbar getroffen werden können, ohne jemanden zu bevorzugen. „Geradlinig und transparent ist die halbe Miete“, finden die erfahrenen Räte.

Gegen Anfeindungen hilft nur ein dickes Fell

Dass die Zeit im Rat manchmal aufregend war, verhehlen sie nicht. Turbulent sei es zugegangen beim später abgelehnten Bauantrag für eine Schlangenfarm zur Entnahme von Gift für pharmazeutische Zwecke. „Das hat die Bevölkerung verunsichert“, erinnert sich Mayer.

Viele Bürger habe ebenso die Schließung der Firma Eaton mit 200 bedrohten Arbeitsplätzen umgetrieben, bevor HSM sie übernahm. Ferner habe es Diskussionen um den Bau des Handyfunkmasten zwischen Altheim und Frickingen gegeben. Manchmal seien sie angegangen worden. Aber gegen Anfeindungen müsse man sich ein dickes Fell zulegen und dabei nicht die Sensibilität verlieren, sagt Mayer.

Letztlich habe immer der Blick auf das Positive geholfen. Das Fazit zieht Albert Mayer: „Die gute Infrastruktur, das Kulturprogramm, das funktionierende Vereinssystem am Ort zeigen uns, dass unsere Arbeit fruchtbar war.“

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