Zunächst noch bis zum 14. Februar gilt der seit November andauernde Lockdown und damit auch die Ausgangsbeschränkung, dass man tagsüber das Haus oder die Wohnung nur aus triftigem Grund verlassen darf.

Dies bedeutet, dass das sonst zu dieser Zeit übliche närrische Treiben in Dörfern und auf Straßen, nicht stattfinden wird. Und auch die Errichtung von Narrenbäumen im öffentlichen Raum wird es nicht geben.

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Aber es gibt durchaus Ausnahmen und Lichtblicke. Wer durch Obersiggingen kommt, sieht auf der Wiese gegenüber dem Gasthaus Sternen einen recht beachtlichen Narrenbaum stehen.

Unweit dieser Stelle wird normalerweise vom Narrenverein Deggenhausen der Narrenbaum errichtet. Das Grundstück gehört Norbert Steidle, der sagt: „Im Sommer habe ich hier oft Blumen zum Selberschneiden und zu Weihnachten hatte ich Weihnachtsschmuck mit vielen Lichtern und einen großen Christbaum installiert.“

Christbaum wird umfunktioniert

Den Christbaum hat er nun kurzerhand zum Narrenbaum umfunktioniert und die Kinder haben ihn mit großer Freude geschmückt. „Dieses Symbol für Tradition und Brauchtum soll gleichsam ein Symbol für Solidarität in dieser schwierigen Zeit sein, ein Glücksgefühl auslösen und den Menschen, Zuversicht vermitteln“, erklärt Steidle, der als Gründungsmitglied des Narrenvereins Deggenhausen dazu beitragen möchte, sich nicht unterkriegen zu lassen.

In der Badener Straße in Wittenhofen wohnt die Familie Hörth. Sie hat an ihrer Einfahrt ebenfalls dem Christbaum zum Narrenbaum umgestaltet. „Weil wir dieses Jahr keine Fastnacht haben, soll der Baum die Leute animieren, freundlich durchs Leben zu gehen, er soll ermutigen und Zuversicht verbreiten“, sagt Alfred Hörth, der im Vorstandsteam des Musikvereins Roggenbeuren ist.

Die Familie Hörth hat in Wittenhofen einen kleinen Narrenbaum gestellt, der etwas Narretei trotz Corona demonstriert.
Die Familie Hörth hat in Wittenhofen einen kleinen Narrenbaum gestellt, der etwas Narretei trotz Corona demonstriert. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Die Umwandlung von Christ- in Narrenbäume sei wohl weit verbreitet, sagt die Zunftmeisterin der Hebsack-Geister Roggenbeuren-Wittenhofen, Heike Hummer-Arnold: „Viele Mitglieder haben aus Christbäumen Narrenbäume gemacht, die auf den Balkonen und in den Gärten stehen.“

In diesem Jahr leider unmöglich: Unter närrischen Klängen des Musikverein Homber-Limpach errichten die Baumsteller beim Dorfgemeinschaftshaus in Limpach gewöhnlich das Fasnetssymbol und hinterher wird kräftig gefeiert.
In diesem Jahr leider unmöglich: Unter närrischen Klängen des Musikverein Homber-Limpach errichten die Baumsteller beim Dorfgemeinschaftshaus in Limpach gewöhnlich das Fasnetssymbol und hinterher wird kräftig gefeiert. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Insgesamt sei es aber für die Narrenvereine im Deggenhausertal eine harte Zeit: Keine gemeinsamen Aktivitäten, keine Gemeinschaft, keine Kameradschaft. „Wir machen aber trotzdem Fasnet light. Es findet halt nur im Internet bei Facebook und Instagram oder WhatsApp statt. Wir schicken Bilder von unseren Narrenbäumen. Auch ein Video zur Jerusalem-Challenge haben Mitglieder gedreht. Mehr ist nicht möglich. Aber wir denken daran, dass jetzt die fünfte Jahreszeit ist“, so Hummer-Arnold.

Video: Narrenzunft Hebsack-Geister

Elfriede von Ow-Haag von den Untersigginger Füchsen sagt: „Bei uns nichts geplant, da ich davon ausgehe, dass der Lockdown verlängert wird.“ Josef Bentele hatte bereits bekannt gegeben, dass die Dorffastnacht in Deggenhausen nicht stattfinden wird.

Das Baumloch der Familie Bentele in Deggenhausen, vorne links abgedeckt, wird dieses Jahr zur Fastnacht leer bleiben. Bleibt zu hoffen, dass Ende April der Maibaum an dieser Stelle errichtet werden kann.
Das Baumloch der Familie Bentele in Deggenhausen, vorne links abgedeckt, wird dieses Jahr zur Fastnacht leer bleiben. Bleibt zu hoffen, dass Ende April der Maibaum an dieser Stelle errichtet werden kann. | Bild: Wolf-Dieter Guip