Überlingen Weigelt stößt Qualitätsdebatte um Veranstaltungen auf dem Landungsplatz an

Erneut führt Stadtrat Weigelt eine Diskussion um Geschmack und Geschäftstätigkeit auf dem Landungsplatz an. Der Eisbahnbetreiber, der den Landungsplatz selbst nutzt, übte nach dem "Foodtruck Festival" Kritik an externen Veranstaltungen.

Stadtverwaltung und Gemeinderat machen sich auf, die Qualität der vielen Veranstaltungen auf dem Landungsplatz zu hinterfragen. "Wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen, welche Qualität wir insbesondere auf dem Landungsplatz wollen", sagte Oberbürgermeister Jan Zeitler.

Eine Diskussion darüber wurde im Gemeinderat von Stadtrat Reinhard Weigelt (FDP) angestoßen, der als Eisbahnbetreiber selbst den Platz im Winter nutzt. Das Foodtruck-Festival auf dem Landungsplatz war Anlass für ihn, grundsätzliche Kritik an zu vielen Veranstaltungen externer Anbieter zu üben. "Wir hatten in diesem Jahr auf dem Landungsplatz einen italienischen Markt, zwei französische Märkte und am letzten Wochenende ein Foodtruck Festival", sagte Weigelt in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dies seien Veranstaltungen, die "unseren Überlinger Geschäften, unseren Gastronomiebetrieben und unserem Wochenmarkt eindeutig Konkurrenz machen". Der WVÜ habe sich schon vor geraumer Zeit dagegen ausgesprochen, ergänzte Weigelt. Aus seiner Sicht gebe es zwei Arten von Veranstaltungen. Bei der einen liege der Hauptzweck auf Sport und Spiel (wie bei der Eisbahn), wo der Verkauf zur Finanzierung beitrage; daneben gebe es "andere Veranstaltungen, die eine direkte Konkurrenz für unsere Gewerbetreibenden in Überlingen sind". Über die Genehmigungspraxis habe er sich beim Amt für öffentliche Ordnung erkundigt. "Nach der Sondernutzungssatzung müssen wir alles, was auf dem Landungsplatz geschehen will, genehmigen", hatte Weigelt bei seiner Recherche in Erfahrung gebracht. Zumindest solange es nicht gegen verkehrs- bzw. straßenrechtliche Festsetzungen verstoße.

Reinhard A. Weigelt, Betreiber der Kunsteisbahn "ÜB on Ice", stößt eine Debatte über die Qualität der Veranstaltungen und Märkte auf dem Landungsplatz an. Archivbild: Holger Kleinstück
Reinhard A. Weigelt, Betreiber der Kunsteisbahn "ÜB on Ice", stößt eine Debatte über die Qualität der Veranstaltungen und Märkte auf dem Landungsplatz an. Archivbild: Holger Kleinstück | Bild: unbekannt

Dies bekräftigte auch Fachbereichsleiter Raphael Wiedemer-Steidinger und verwies auf den im Grundgesetz verankerten Gleichbehandlungsgrundsatz, wenn keine gravierenden Gründe entgegen stünden. Er bestätigte auch Weigelts Aussage, dass solche Vergaben korrekt nur über ein "Veranstaltungskonzept" zu regeln seien. Weigelt wünschte sich von der Verwaltung so ein Konzept zu entwickeln und dieses "von uns beschließen zu lassen, dass wir in der Hand haben, was auf dem Landungsplatz und anderen städtischen Plätzen geschieht". Zudem möge doch die Sondernutzungssatzung der Situation angepasst werden.

"Wir haben zwar ein Marktkonzept", sagte Wiedemer-Steidinger. Allerdings sei dies auch schon sechs Jahre alt und greife hier nicht. "Wir werden den Weg beschreiten, den sie aufgezeigt haben", sagte der Fachbereichsleiter: "Die K und T wird ein Veranstaltungskonzept erstellen." Dessen Entwurf werde anschließend dem Gemeinderat zur Beratung vorgelegt.

Er verstehe die Kritik, sagte Oberbürgermeister Jan Zeitler: "Wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen, welche Qualität wir insbesondere auf dem Landungsplatz wollen." Überlingen müsse nicht alles haben, sagte Zeitler. Die Kommune müsse tatsächlich darauf achten, dass städtische Veranstaltung nicht durch externe Angebote "kannibalisiert" werden. "Wenn wir zu viel in der Stadt haben, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die eine oder andere unserer Veranstaltungen schlecht besucht wird."

Rückendeckung bekam Reinhard Weigelt von Oswald Burger (SPD). "Ich halte es für absurd, dass in dieser Stadt 'Food' von Lastwagen aus verkauft wird." In einer Stadt, die sich mit dem Label "SlowFood" profilieren wolle, mache "Essen aus dem Lastwagen keinen Sinn".

Am Wochenende des Foodtruck-Festivals weilte eine Delegation der Stadt Sigmaringen mit vielen jungen Leuten in Überlingen. Sie wurden von OB Zeitler empfangen, der beobachtete, dass "alle auf das Foodtruck-Festival" wollten. Offensichtlich gebe es "junge Leute oder Junggebliebene oder junge Senioren", die sagten: "Das ist genau mein Ding." Vor diesem Hintergrund wolle er darauf hinwirken, dass "wir unsere zukünftige Konzeption nicht einseitig ausrichten, sondern uns breit aufstellen und allen Anspruchsgruppen etwas bieten".

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Überlingen
Überlingen
Überlingen
Überlingen
Überlingen
Überlingen
Die besten Themen
Kommentare (7)
    Jetzt kommentieren