Heinrich del Core schien es in Pfullendorf gut zu gefallen. Er trat so natürlich auf, als sitze man bei ihm zu Hause auf dem Sofa mit einem Glas Wein in der Hand und amüsiere sich über lustige Begebenheiten. Doch in Wirklichkeit waren 620 Blicke auf ihn gerichtet – nicht ganz wie im Wohnzimmer. Der fröhliche Charme und der Blick auf die alltäglichen Kuriositäten sind Heinrich del Cores Markenzeichen. Er bedient zwar auch die gängigen Frau/Mann-Klischees, aber dem sympathischen Comedian verzeiht man das. Er braucht nicht viel zu erfinden, er beobachtet lediglich seine Umwelt sehr genau und passt auf, was in seinem Alltag alles passiert. Dass er dabei häufig den Erfahrungsschatz seiner Zuhörer streift, bewiesen die zustimmenden Lachsalven.

Heinrich del Core unterhielt sein Publikum drei Stunden lang auf das Köstlichste mit Kuriositäten, die er im Alltag erlebt. Bilder: Isabell Michelberger
Heinrich del Core unterhielt sein Publikum drei Stunden lang auf das Köstlichste mit Kuriositäten, die er im Alltag erlebt. Bilder: Isabell Michelberger | Bild: Isabell Michelberger

"Ich habe mich in allen Alltagssituationen wiedergefunden", sagt die Pfullendorferin Sabine Köpfer. Besonders gut gefiel allen Pfullendorfern die Auslassungen von del Core über das Dusch-WC eines ortsanssässigen Sanitärherstellers. Vor zwei Jahren sorgte dieser Gag in den sozialen Medien für millionenfache Klicks, bei dem die Vorzüge dieser besonderen Toilette plastisch dargestellt werden. Kati Brugger aus Meßkirch hatte die Eintrittskarte geschenkt bekommen und war positiv überrascht: "Ich weiß gar nicht mehr, wann ich zum letzten Mal so lange am Stück gelacht habe." Die Stimmung in der Halle sei toll, und dass del Core auf das Publikum einging, ohne nervig zu sein, gefiel der Meßkircherin.

"Es ist fünf vor Dreiviertel zwölf"

Er schwätze immer Schwäbisch, egal wo er auftrete, vom Süden bis in den hohen Norden. "Den Dialekt darf man nicht untergehen lassen, der ist ganz arg wichtig", erklärte er. Es gebe nur manchmal Verständigungsschwierigkeiten. Als er in Duisburg nach der Uhrzeit gefragt wurde, habe er geantwortet: "Es ist fünf vor Dreiviertel zwölf." Daraufhin habe ihn sein Gegenüber gefragt, ob er Mathematiklehrer sei. Sätze wie "kommet, mir ganget" oder "fahr mal langsam schneller" führten ebenso manchmal zu Irritationen. Doch das Schwäbische sei wohl der einzige Dialekt, in dem alle drei Artikel hintereinander stehen könnten: "Das die der Teufel holt."

Das Publikum in der voll besetzten Stadthalle in Pfullendorf genoss den fröhlichen Abend.
Das Publikum in der voll besetzten Stadthalle in Pfullendorf genoss den fröhlichen Abend. | Bild: Isabell Michelberger

Politisches Kabarett mache er nicht, sagt del Core. "Die Politik ist schon lustig genug", begründete er und erzählt, dass er aus Rottweil stamme, wo der Aufzug-Testtower stehe. Man könne dort in rasender Geschwindigkeit mit dem Aufzug die 234 Meter hohe Aussichtsplattform erreichen. "In dem Aufzug gibt es keine Passagiere, sondern Projektile." Da könne man bei gutem Wetter bis in die Schweiz schauen. "Aber wer will denn das?", rief er entrüstet aus. Wenn man das mache, käme spätestens nach einer Woche ein Strafzettel wegen zu schnellen Guckens.

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Thermomix als Lach-Dauerbrenner

Ein Lach-Dauerbrenner waren natürlich die typischen Szenen einer Ehe mit ihren unbeabsichtigten und willentlichen Missverständnisse. Während sich der technikaffine Mann eine Drohne wünscht, träumt die Frau nur von einem Thermomix. "Unglaublich sind die Thermomix-Partys", beschreibt er. Da schauen sechs erwartungsfrohe Frauen in ein kleines dunkles Loch in einer Schüssel, die wie eine alte Maja-Opferschale aussehe, um mitzuverfolgen, wie drinnen etwas zu einem Dip verarbeitet werde. "Beim Mixen auf der dritten Stufe macht das Ding einen solchen Krach, dass unser Kind aus der Küche rannte und der Hund Durchfall bekam", beschrieb der Kabarettist.

Frau wird zum isländischen Geysir

Die Zuschauer bogen sich vor Lachen, als Heinrich del Core von den Hitzewallungen seiner Frau erzählte: ein Phänomen, von dem er gar nichts geahnt habe. Da verwandle sich seine Frau in einen isländischen Geysir, die Brillengläser liefen aufgrund der Hitze von innen an und die Falten aus den Kleidern gingen raus. Heinrich del Core suchte während des Abends immer wieder Kontakt zu seinem Publikum und war fasziniert, manchmal fröhlich irritiert, von dem hohen Lachen einer Frau. "Kann man Sie auch buchen?", fragte er. Als Zugabe ließ er Zaubertricks sehen und schilderte den Besuch beim Zahnarzt. Er demonstrierte unter den Lachsalven des Publikums, wie man mit betäubter Lippe versucht, aus einem Wasserbecher einen Schluck zum Spülen zu nehmen. Auch beim Signieren zeigte sich der Comedian publikumsnah.

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