Die Erfolgsgeschichte der Ausbildungsbörse der Wirtschaftsinitiative Pfullendorf (WIP) wurde gestern fortgesetzt und bei der 18. Auflage gab es mit 64 Firmen einen Ausstellerrekord. Unternehmen, Dienstleister, Behörden und Institutionen nutzten die „Kontaktbörse“, wie Bürgermeister Thomas Kugler die Mega-Veranstaltung bezeichnete, um sich dem potenziellen Nachwuchs zu präsentieren. An den Ständen begegneten die mehr als 500 Schüler aus acht Schulen aus Pfullendorf, Krauchenwies, Meßkirch und Wald vielen fast gleichaltrigen Ansprechpartnern, und auffällig viele weibliche Azubis und Gesellinnen informierten über technische Ausbildungsgänge.

ETO-Gruppe aus Stockach stellt sich vor

Wie seit vielen Jahren waren die heimischen Großbetriebe wie Geberit, Escad, Kramer, Admiral bis hin zur Neuen Alno GmbH und Hennig vertreten. Und erstmals hatte auch die ETO-Gruppe, die in Stockach rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt, ein Berater- und Rekrutierungsteam nach Pfullendorf geschickt. Das 1948 gegründete Unternehmen produziert Ventile, Sensoren, Aktoren und Module für die Automobilindustrie und Maschinenbau , und erzielte 2018 einen weltweiten Jahresumsatz von 350 Millionen Euro.

Gastronomen werben um Nachwuchs

Das Team der „Alten Mühle“ aus Waldbeuren: Kochlehrling Levin Gaa, Ausbildungsleiterin Anja Camara und Hotelfachfrau Sophia Regitz.
Das Team der „Alten Mühle“ aus Waldbeuren: Kochlehrling Levin Gaa, Ausbildungsleiterin Anja Camara und Hotelfachfrau Sophia Regitz. | Bild: Volk, Siegfried

Mit der „Alten Mühle“ aus Waldbeuren und dem „Berggasthof Höchsten“ nutzten zwei Gastronomiebetriebe die Chance, für ihre Berufe die Werbetrommel zu rühren. Der 15-jährige Levin Gaa aus Magenbuch wollte unbedingt einen Beruf, der etwas mit Lebensmittel zu tun hat und schwankte zwischen Bäcker und Koch, entschied sich dann zur Freude von Ausbildungsleiterin Anja Camara für eine Kochlehre in der „Alten Mühle“. Schon als Siebtklässler werkelte Enrico Valignano aus Pfullendorf einmal wöchentlich in der Schulküche im Sigmaringer Lize, absolvierte Praktika und Probekochen im „Höchsten“ und jetzt büffelt der 18-Jährige dort noch ein Jahr Theorie, bevor er die Gesellenprüfung macht.

Baugewerbe bietet sicheren Job

80 Mitarbeiter beschäftigt Jörg Stocker von der gleichnamigen Baufirma, und jährlich sucht er drei bis vier Auszubildende, vornehmlich als Beton- und Stahlbetonbauer, wobei der anhaltende Bauboom einen sicheren Arbeitsplatz bedeute, der „Action, Teamarbeit und Spaß bringt“, wie der Firmenchef verspricht. Unterschätzt wird nach Überzeugung von Patrick Siber vom DRK-Kreisverband der Beruf des Notfallsanitäters, der zwar Schichtdienst bedeute, aber eine sinnvolle Tätigkeit und ein gutes Einkommen garantiere.

400 Ausbildungsberufe in Deutschland

Das Berufsberatertrio Manuela Menger, Stefan Feuerstein und Markus Kemmer von der Agentur für Arbeit war gleichfalls gefragt. Aktuell gibt es deutschlandweit 400 Ausbildungsberufe und rund 20 000 Studiengänge, was die Wahl für die Jugendlichen schwieriger mache, berichten die Experten, dass sie deshalb früher an die Schulen gehen, um die Schüler über die Arbeits- und Berufswelt zu informieren. Von 8.30 bis 13 Uhr wurden die Schüler klassenweise durch die Infostände in Halle und Foyer geschleust und vor dem Gebäude informierte die Bauinnung in einem Truck über ihre Ausbildungsmöglichkeiten.

Ausbildungsberufe

Verkäufer, Industrie- Bürokaufmann, Industriemechaniker, Kfz-Mechatroniker, Altenpfleger, Heilerziehungspfleger, Elektroniker für Geräte und System, Verfahrensmechaniker, Praxisausbildung Duales Hochschulstudium, Straßenbauer, Verwaltungsfachangestellte, Baugeräteführer, Friseurin, Polizeivollzugsbeamter, Bankkaufmann, Fachkraft für Automatenausbildung, Industriekaufmann, Erzieher, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Wirtschaftsinformatiker, Koch, Hotelfachkraft, Kaufmann im Gesundheitswesen, Bachelor of Arts Betriebswirtschaftslehre/Steuern, Stahlbetonbauer bis zum Zerspanungsmechaniker. (siv)