Sie sind knapp zehn Zentimeter lang, erst im Frühjahr geschlüpft und mittlerweile in der Hinteren und Seefelder Aach sehr selten: Äschen. Genau das ist der Grund, warum sich die Verantwortlichen beim Anglerverein (AV) Uhldingen-Mühlhofen, zum ersten Mal Jungtiere in das Gewässer einzusetzen. Das große Ziel der Aktion ist es, den begehrten Speisefisch wieder in der Aach anzusiedeln.

Fische sollen wieder selbst laichen

Der Verein ist diesbezüglich bereits seit Jahren stark bemüht. In der Fischtreppe in Mühlhofen werden seit sieben Jahren einmal jährlich Fischeier von See- und Bachforellen eingesetzt. „Allein in diesem Jahr waren es 15 000 Seeforellen- und 13 000 Bachforellen-Eier“, berichtet Martin Hund, der designierte 1. Gewässerwart des AV Uhldingen-Mühlhofen. „Wir hoffen, dass durch diese Aktionen die Fische irgendwann wieder an die Stelle kommen, um selbst zu laichen.“

Johannes Greiser, Martin Hund und Christian Witt (von links) vom Angelsportverein Uhldingen-Mühlhofen mit den kleinen Äschen, die hier an der Fischtreppe in Mühlhofen eingesetzt werden.
Johannes Greiser, Martin Hund und Christian Witt (von links) vom Angelsportverein Uhldingen-Mühlhofen mit den kleinen Äschen, die hier an der Fischtreppe in Mühlhofen eingesetzt werden. | Bild: Jäckle, Reiner

Doch dieses Mal sollen keine Fischeier in die Seefelder Aach eingesetzt werden. Erstmals sind es bereits geschlüpfte und herangewachsene Tiere. Sie kommen von der Fischbrutanstalt aus Langenargen. Der AV Uhldingen-Mühlhofen finanziert seine Einsetzaktionen selbst. Und es sind keine gewöhnlichen Fische: „Früher war der Fisch hier heimisch“, erklärt Christian Witt, studierter Fischbiologe im Verein. „Es ist ein Fisch, der ganz bestimmte Bedingungen benötigt, die es in der Aach durchaus gibt.“

Die kleinen Äschen kurz, bevor sie freigelassen werden.
Die kleinen Äschen kurz, bevor sie freigelassen werden. | Bild: Jäckle, Reiner

Aach bietet den Äschen gute Bedingungen

Äschen benötigen sauberes und sauerstoffreiches Wasser mit Struktur. Außerdem seien verschiedene Habitate notwendig mit verschiedenen Strömungen und Tiefen. All das bieten die Hintere und Seefelder Aach. Die Bedingungen sind auch deshalb recht gut, weil sich auch das Regierungspräsidium Tübingen in Sachen Renaturierung des Baches im Bereich der Hinteren Aach stark engagiert.

Video: Jäckle, Reiner

Per Kelle in die neue Heimat eingesetzt

Die 600 Jungtiere kommen in zwei großen Plastiksäcken, die mit Wasser gefüllt sind, an der Fischtreppe in Mühlhofen an. Dann geht es darum, die kleinen Äschen bestmöglich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Vor allem die Wassertemperatur, die noch um mehr als ein Grad variiert, muss angeglichen werden. Hierzu wird Bachwasser in den Plastiksack gegeben. Die Äschen vertragen das bestens. Nach einer Weile werden die ersten Jungtiere mit einer Kelle in die Aach gegeben. Schnell schwimmen die knapp zehn Zentimeter großen Fische in ihre neue Heimat.

Die Äschen in der Kelle, mit der sie in die Aach gelassen werden.
Die Äschen in der Kelle, mit der sie in die Aach gelassen werden. | Bild: Jäckle, Reiner

Einer, der sich ganz besonders freut, dass ausgerechnet Äschen eingesetzt werden, ist Johannes Greiser, der designierte 2. Gewässerwart des AV Uhldingen-Mühlhofen. „Für mich ist es der beste Speisefisch, den es gibt“, sagt er. „Er hat eine Geschmacksnote von Thymian.“ Auch deshalb machte er sich gemeinsam mit Martin Hund im Vorfeld intensiv Gedanken, wo die 600 Äschen eingesetzt werden sollen. Neben der Fischtreppe in Mühlhofen wurden an drei weiteren Stellen flussabwärts die restlichen Jungtiere in die neue Freiheit entlassen.

Die beiden designierten Wasserwarte des Angelsportvereins Uhldingen-Mühlhofen, Martin Hund (rechts) und Johannes Greiser, beim Einsetzen der Äschen in die Aach in Oberuhldingen.
Die beiden designierten Wasserwarte des Angelsportvereins Uhldingen-Mühlhofen, Martin Hund (rechts) und Johannes Greiser, beim Einsetzen der Äschen in die Aach in Oberuhldingen. | Bild: Jäckle, Reiner
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