Seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert ist die Gemeindebücherei eine beliebte Anlaufstelle für Lesebegeisterte und solche, die es werden wollen. Dieses Jubiläum wird am Wochenende gefeiert: Am Samstag, 19. Oktober, heißt es um 16 Uhr zunächst „Ritter Rost“, gesungen von Patricia Rrawit alias Burgfräulein Bö für Kinder ab fünf Jahren.

Programm mit Patricia Prawit.
Programm mit Patricia Prawit. | Bild: Veranstalter

Um 19.30 Uhr tritt der schwäbische Barde Bernhard Bitterwolf mit seinem Programm „Xond und gfräs“ auf und gibt dabei schwäbische Tipps für die Gesundheit. Der Eintritt beträgt 3 Euro beziehungsweise 10 Euro (Abendkasse 12 Euro).

Bernhard Bitterwolf
Bernhard Bitterwolf | Bild: Veranstalter

Den Grundstein für die kommunale Einrichtung legte der Gemeinderat am 10. Mai 1994: Er beschloss, die Räume der ehemaligen Grundschule in Oberuhldingen und außerplanmäßige Mittel aus der Christa-und-Hermann-Lauer-Stiftung für die Eröffnung einer Bücherei bereitzustellen.

Unter der Leitung von Dagmar Hübner nahm die Bücherei am 14. Oktober ihren Betrieb auf. Der Bestand von 11.000 Medien teilte sich auf in Bücher, Zeitschriften, Kassetten für Kinder, Musik-CDs, Sachvideos und Spiele. Im Laufe der Jahre wuchs der Bestand und die Medienvielfalt wurde breiter. Denn nach und nach fanden Hörbücher, Computerspiele, Spielfilme und E-Books Eingang in die Bücherei.

Die „Treffpunkt Bücherei“ feiert am kommenden Samstag, 19. Oktober, mit zwei Veranstaltungen das 25-jährige Bestehen.
Die „Treffpunkt Bücherei“ feiert am kommenden Samstag, 19. Oktober, mit zwei Veranstaltungen das 25-jährige Bestehen. | Bild: Holger Kleinstück

Doch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Bücherei bezog sich nicht allein auf den Medienbestand. Bereits 1997 bot die Bücherei als eine der ersten einen öffentlichen Internetplatz an. Heute stehen drei öffentliche Internetplätze, einer davon kostenlos für Jugendliche, zur Verfügung. 2001 gewann die Bücherei einen Preis im Wettbewerb „Internet für alle“, von dem Preisgeld wurde ein kleines Lesecafé eingerichtet.

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2003 mussten aufgrund der prekären finanziellen Lage der Gemeinde für Erwachsene Benutzungsgebühren eingeführt werden. Unterstützung erhielt die damalige Leiterin Sylvia Storck von ehrenamtlichen Helferinnen, außerdem hoben 20 Bücherfreunde den Förderverein „Bürger für Bücher“ aus der Taufe, der bis heute die Bücherei insbesondere bei Veranstaltungen sowohl personell als auch finanziell unterstützt. Dem Verein ist es auch zu verdanken, dass die Bücherei seit März 2003 im Internet mit ihrem Katalog vertreten ist.

Start mit 18 ehrenamtlichen Lesepaten

2009 erhielt sie ihren griffigen Namen „Treffpunkt Bücherei“ und eine eigene Homepage. Ein Jahr später wurde ein Lesepatenschaftsprojekt zugunsten von Schülern der Lichtenbergschule mit 18 ehrenamtlichen Lesepaten gestartet, welches bis heute läuft. „Wir suchen allerdings neue Lesepaten“, verdeutlicht Dorothee Rau, seit 2015 Leiterin. 2013 erhielt die Bücherei in einem Wettbewerb von jungen Design-Studenten ein neues Logo: Die Eule, der Vogel der Weisheit, macht seitdem auf die Bücherei aufmerksam.

Dorothee Rau freut sich über die Auszeichnung, die die Treffpunkt-Bücherei Uhldingen-Mühlhofen erhalten hat. „Wir orientieren uns noch mehr am Bedarf unserer Leser“, sagt sie.
Dorothee Rau freut sich über die Auszeichnung, die die Treffpunkt-Bücherei Uhldingen-Mühlhofen erhalten hat. „Wir orientieren uns noch mehr am Bedarf unserer Leser“, sagt sie. | Bild: Holger Kleinstück 

2015 erfolgte die Anmeldung für das Zertifikat „Ausgezeichnete Bibliothek“. Dabei handelt es sich um ein ganzheitliches Qualitätsmanagement nach internationalen Modellen, das eine Bibliotheksarbeit mit hoher Qualität nachweist.

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Im Februar dieses Jahres fand in Tübingen die Zertifizierungsfeier und Überreichung des Awards durch Regierungspräsident Klaus Tappeser und die Hochschullehrin Cornelia Vonhof statt. Aufgrund dieser Zertifizierung darf sich die Bücherei mindestens für drei Jahre „Ausgezeichnete Bibliothek“ nennen. „Durch dieses Projekt können wir unsere Arbeit nach innen und außen transparenter machen“, erläutert Rau. „Wir können zeigen, was wir in der Kommune neben der reinen Medienausleihe leisten.“

Angebot ist auf Kunden angepasst worden

Und es gibt Vorteile für die Nutzer der kommunalen Einrichtung: Denn durch die Überprüfung der internen Bedingungen ist das Angebot auf die Kunden angepasst worden. „Wir orientieren uns noch mehr am Bedarf unserer Leser“, erläutert Rau. „Die Bücherei soll ein Ort zum Wohlfühlen sein, so gehört jetzt auch eine Tasse Kaffee oder Cappuccino beim Zeitschriftenschmökern zum Angebot.“ Wie Dorothee Rau sagt, soll die „Treffpunkt Bücherei“ für ihre Leser weiterhin ansprechend, und dort, wo es möglich ist, noch lebendiger und attraktiver gestaltet werden.