Digitale Konzepte in Pandemiezeiten ersetzen guten Unterricht vor Ort nicht, davon ist Karin Broszat überzeugt. Die Leiterin der Überlinger Realschule und Landesvorsitzende des Realschullehrerverbandes referierte auf Einladung des Bewerbers um die CDU-Landtagskandidatur, Dominik Mattes, bei einer Veranstaltung seiner Wahlkreistour im Oberuhldinger Gasthaus „Sternen“, wie Carmen Kindler, geschäftsführende Schulleiterin der Überlinger Schulen, in einer Pressemitteilung berichtet.

Fortbildung der Lehrer sei zwingend nötig

Broszat hält es für dringend nötig, dass im Hinblick auf erneute Schulschließungen der „Wechsel von Fern- und Präsenzunterricht“ ausgebaut werden müsse. Trotz der Anstrengungen, die Kommunen gegenwärtig vornähmen, um Mittel im Digitalpakt abzurufen und Schulen mit schnellen Leitungen und Endgeräten auszustatten, bleibe sie realistisch, berichtet Kindler weiter. „Wir brauchen zu den Endgeräten Computerfachkräfte von außen. Lehrkräfte können die Einrichtung und Wartung der Technik nicht auch noch übernehmen.“ Dass zur technischen Ausstattung der Schulen auch die Fortbildung der Lehrkräfte gehört, ist für die Landesvorsitzende nicht verhandelbar: „Wir sind alle gefordert, uns mit Digitalisierung auseinanderzusetzen.“

Die Schulen im Land brauchen die Hilfe externe Computerfachleute – davon ist die Karin Broszat, Rektorin der Überlinger Realschule und Landesvorsitzende des Realschullehrerverbandes, überzeugt. Das sagte sie in einem Referat, das sie auf Einladung des Bewerbers um die CDU-Landtagskandidatur, Dominik Mattes, auf dessen Wahlkampftour hielt.
Die Schulen im Land brauchen die Hilfe externe Computerfachleute – davon ist die Karin Broszat, Rektorin der Überlinger Realschule und Landesvorsitzende des Realschullehrerverbandes, überzeugt. Das sagte sie in einem Referat, das sie auf Einladung des Bewerbers um die CDU-Landtagskandidatur, Dominik Mattes, auf dessen Wahlkampftour hielt. | Bild: CDU

Hausaufgaben am Gartenzaun abgegeben

Die Möglichkeiten zum Fernunterricht habe sie mangels stabiler Plattformen und unzulänglicher Internetleitungen zu Beginn des Lockdowns nur eingeschränkt gesehen. „Das Wichtigste war, dass wir alle erreichen.“ Dabei erinnert sich Broszat an die fröhlichen Gesichter ihrer Realschüler in Überlingen, die am letzten Tag vor dem Lockdown winkend am Rektorat vorbei gelaufen wären. Und sie ahnte damals: „Die Kinder wissen nicht, was auf sie und uns zukommt“. Als Vorsitzende des Realschullehrerverbandes Baden-Württemberg habe sie nicht nur regelmäßig Kontakt zum Kultusministerium, sondern vor allem zu vielen anderen Schulen. Und sie betont: „Jeder der Kollegen hat versucht, sich einzubringen“. Sie beschreibt Kollegen, die Aufgaben mit dem Fahrrad bis zum Gartenzaun von Familien bringen, weil dort kein Computer vorhanden war.

„Digitale Strukturen waren nicht für Fernunterricht ausgerichtet“

Dass die vorhandenen digitalen Infrastrukturen vor Ort nicht ausreichen, sehe sie als Landesvorsitzende an vielen Stellen in ganz Baden-Württemberg, sagt Broszat und unterstreicht: „Die digitalen Systeme an den Schulen waren nicht für Fernunterricht ausgerichtet.“ Sie hoffe nun, dass das Sofortmaßnahmenprogramm schnell greift, mit dem Kommunen niederschwellig Endgeräte für Schulen besorgen können, um Schüler ohne Computer auszustatten.

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Verordnungen müssen eingehalten werden

An den Schulen im Land wird gearbeitet, denn „Bildung muss funktionieren“, auch in Coronazeiten, sagt Broszat – und dass in einer solchen Krisensituation pädagogische Konzepte dabei in den Hintergrund treten müssten und das Einhalten von Verordnungen im Vordergrund stehe, sei für Karin Broszat selbstredend, heßt es weiter in der Mitteilung. „Da bin ich ganz Beamtin“, habe sie klar gestellt. Gleichzeitig verweise sie auf die große Verantwortung in Zeiten von Schulschließungen. „Es geht um die Gesundheit der Kinder und deren Familien“.

„Technik muss Diener der Pädagogik bleiben“

Auf die Nachfrage einer Zuhörerin, welchen Stellenwert sie denn der Technik einräumen würde, habe die Referentin deutlich gemacht: „Die Technik dient dem Menschen und nicht umgekehrt.“ Und auf Schule umgemünzt: „Die Technik muss immer die Dienerin der Pädagogik bleiben.“

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Die Lernbrücken, die im Land zwei Wochen vor Schulbeginn gestartet haben, erlebt Broszat als erfolgreich, weil „genau die Kinder dabei sind, die während der Schulschließung nicht erreicht wurden.“ Sie schließt mit der Feststellung: „Es ist wichtig, dass es wieder losgeht!“

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