Es hatte gerade einmal 20 Minuten gedauert, bis die Schatzkiste vom „Tauchteam Bodensee„ aus Herbertingen entdeckt und aus dem See gezogen wurde. Das neunköpfige überregionale Tauchteam hatte mit dem 14-jährigen Fabian Wassmer auch den jüngsten Taucher beim 49. Dreikönigstauchen der Tauchgruppe Überlingen (TGÜ) dabei. 

Zusammen mit Sandra Pinkwart, Raphael Pompl, Marco Pohl, Danier Kiefer, Thomas Wagenbreth, Maren Moldon, Martin und Yvonne Wassmer durfte er den Inhalt behalten. „Gold- und Geldsäcke-Imitate, Gutscheine und Taucherwasser sind für die Finder“, sagte Dirk Diestel, Vorsitzender der TGÜ.

Veranstaltung hat festen Platz in Taucher-Kalender

Doch die Schatzsuche war nicht die einzige Motivation für die dieses Jahr mehr als 200 Taucher, am Dreikönigstag in die kalten Fluten des Bodensees zu springen. Das Tauchevent hat sich allgemein einen festen Platz in dem Kalender der Taucher aus der Region erobert. „Wir haben dieses Jahr hauptsächlich Taucher aus Baden-Württemberg und Bayern dabei“, zählte Diestel auf. Auch unter den schlechtesten Tauchbedingungen kämen immer noch 80 Teilnehmer.

Mehr als 200 Taucher nahmen am 49. Dreikönigstauchen der Tauchergruppe Überlingen teil.
Mehr als 200 Taucher nahmen am 49. Dreikönigstauchen der Tauchergruppe Überlingen teil. | Bild: Mardiros Tavit

„Wenn der Feiertag direkt an einem Wochenende liegt und das Wetter mitspielt, kommen bis zu 350 Taucher an den See.“ Sie reisten dann aus Frankreich, der Schweiz sowie aus weiteren deutschen Bundesländern an. Womit nach Angaben der TGÜ das Überlinger Dreikönigstauchen europaweit das größte Wintertauchfestival sei.

Fünf Taucherkönige kamen zum traditionellen Dreikönigstauchen an den Bodensee.
Fünf Taucherkönige kamen zum traditionellen Dreikönigstauchen an den Bodensee. | Bild: Mardiros Tavit

Auch dieses Jahr begann das offizielle Tauchen um 8 Uhr morgens. Bis 10 Uhr konnten die Taucher sich zum Tauchgang melden. „Als wir zum Aufbauen am Morgen ankamen, tauchten die ersten schon seit 6 Uhr früh mit Lampen im Dunkeln“, berichtete Diestel amüsiert.

Taucherin: „Im Winter ist die Sichtweite viel besser“

Maren Moldon, Sprecherin des Siegerteams, fand dieses Jahr zum vierten Mal mit als Erste die Kiste. Doch bestätigte sie, dass die Unterwasser-Schatzsuche nicht der einzige Grund für die Anfahrt von weiter weg sei. „Im Winter ist die Sichtweite viel besser, und es ist der einzige Tag, an dem wir direkt vor der Uferpromenade tauchen dürfen. Auch dort gibt es Vieles zu entdecken.“

Denn während das Tauchen vor der Uferpromenade ganzjährig verboten ist, holt sich die TGÜ für ihr traditionelles Tauchertreffen eine Sondergenehmigung ein. So bleiben die Teilnehmer je nach Ausrüstung zwischen 20 Minuten bis anderthalb Stunden unter Wasser und tauchen die Überlinger Küstenlinie entlang. „Für die 50. Auflage müssen wir uns was besonders Einfallen lassen“, sagte Diestel zum Abschluss. Eine einzige Kiste würde dann nicht ausreichen.

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