Wenn der Begriff vom symbolischen ersten Spatenstich passend ist, dann bei diesem Festakt auf einem Feld bei Andelshofen: Hier fand am Samstag der Start des Überlinger Weltackers statt. Dafür wurde von den Initiatoren ein 2000 Quadratmeter großes Teilstück mit rotweißem Flatterband abgeteilt. „Hier stehen wir vor alten Obstbäumen und vor der Skyline mit McDonald und Lidl. Ein guter Mix der Realität vor Ort. Mit unserem Weltacker wollen wir zeigen, dass unsere Nahrungsmittel nicht bei den eben genannten wachsen“, sagte Martin Hahn, Landtagsabgeordneter der Grünen und Unterstützer der Aktion. Er brachte zur Eröffnung damit ein Anliegen des Weltackers auf den Punkt.

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Benjamin Fäth ist Landwirtschaftsmeister und Demeter-Bauer im Deggenhausertal und der Projektleiter des Überlinger Weltackers. Er möchte mit „Ackerhelfstagen“ und vielen Aktionen eine breite Öffentlichkeit für das Projekt gewinnen und sieht dieses als „parteiübergreifende Bildungsinitiative“.

Sorms: "Unglaubliche Bedeutung"

Noch befindet sich die so genannte Zwischenfrucht auf dem Acker, der aktuell vom Hofgut Rengoldshausen bewirtschaftet wird. Das sind Wick-Roggen, sie geben dem Boden über den Winter die Fruchtbarkeit, erklärt Walter Sorms. „Dass ich als alter Bauer vom Rengo erleben kann, wie der erste Weltacker am Bodensee bei uns hier entsteht und außer uns auch den vielen Besuchern der Landesgartenschau zugänglich sein wird, das hat eine unglaubliche Bedeutung“, freute sich der Mitinitiator der Aktion.

Sorms plant zusätzlich eine kleine Ausgabe des Überlinger Weltackers auch direkt beim LGS-Gelände am See zu verwirklichen und ist dazu in Gesprächen mit der Stadt. „Natürlich könnten wir damit noch mehr Menschen erklären, um was es hier geht und das ist doch ein so wichtiges Anliegen“, sagt Walter Sorms.

Nachbau des Berliner Weltackers

Auf dem Acker bei Andelshofen soll nach Aussage von Benjamin Fäth der Berliner Weltacker nachgebaut werden. Der zeigt maßstabsgetreu, wie viele Hektar Ackerfläche der Erde mit welchen Pflanzen bestellt werden. Auf der Hälfte der gesamten Fläche wachsen nur vier Pflanzenarten: Weizen, Mais, Reis und Soja. „Von diesen 50 Prozent fließt nur der kleinste Teil in die Ernährung der Weltbevölkerung. Der größte Teil davon ist Tierfutter und Treibstoff“, erklärt Benedigt Härlin. Weinreben und Tabakpflanzen, gehören genauso auf den Weltacker wie Futter für das Vieh.

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Ein Mensch kann sich von den Erträgen dieses 2000 Quadratmeter großen Weltackers ein Jahr lang ernähren. Benedigt Härlin, der in Berlin bei der Zukunftsstiftung Landwirtschaft arbeitet, erklärt dies auch den jährlich über 100 000 Besuchern des Berliner Models.

Benedikt Härlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft aus Berlin.
Benedikt Härlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft aus Berlin. | Bild: Stef Manzini

Die Veranschaulichung des Themas und ein Respekt des Verbrauchers vor Nahrungsmitteln sind eine der Zielsetzungen des Projekts. „Wir brauchen in der Welt so nötig gute Bilder, die wir auch verstehen und nachfühlen können“, sagte dazu Martin Hahn. Die Organisatoren der Überlinger Initiative, Benjamin Fäth, Doktor Nikola Patzel, Ilsabe´Zucker und Walter Sorms rufen zum Mitmachen und Spenden auf. Informationen unter: www.überlinger-weltacker.de und Email post@überlinger-weltacker.de

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