Es war bei Weitem nicht die erste Debatte zur Verkehrsberuhigung der Hafenstraße – und es wird auch nicht die letzte gewesen sein. Dem Ausschuss für Technik und Verkehr wurde von Helmut Köberlein, Leiter der Abteilung Tiefbau, eine Planung mit baulichen Maßnahmen vorgestellt. Da die Unterlagen erst während der Sitzung verteilt wurden, votierte das Gremium dafür, einen Beschluss, ob auf dieser Basis weiter geplant werden soll, auf die nächste Sitzung zu vertagen.

Planer stehen vor gewissen Herausforderungen

Aufgabe des Tiefbauamtes war es, eine bauliche Umsetzung auszuloten, um wie beschlossen die Hafenstraße für den Individualverkehr zu sperren und den Fahrradfahrern die Nutzung in beiden Richtungen zu ermöglichen. Die Anwohner, der Lieferverkehr sowie Rettungsfahrzeuge müssen die Straße weiter in eine Richtung befahren können. Das stellt die Planer vor gewisse Herausforderungen, wie Helmut Köberlein erläuterte. Fahrradfahrer, die in Richtung Westen unterwegs sind, biegen von der Mühlenstraße kommend in die Hafenstraße ein, wo sie bald eine Rechtskurve nehmen müssen. "Die Kurve ist aus dieser Richtung nicht einsehbar, daher sind hier Maßnahmen für die Sicherheit notwendig", erläuterte er. Damit ist ein Geländer gemeint. Nur so ließe sich verhindern, dass Räder mit dem Gegenverkehr kollidieren. Im weiteren Verlauf soll ein markierter Fahrradschutzstreifen mit einer Breite von 1,50 Metern den Weg weisen und sichern. Dafür müssten teilweise im Verlauf der Hafenstraße der Gehweg verkleinert und bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Am Landungsplatz bei der Abbiegung in die Marktstraße war ursprünglich eine Fahrradampel geplant. Die erzeuge aber bei Rot Rückstau, für den zu wenig Platz vorhanden sei. Als Lösung schlägt Helmut Köberlein die Verlegung des Busverkehrs über die Christophstraße und die Jakob-Kessenring-Straße zum Landungsplatz vor. So können die Radfahrer ohne Gegenverkehr als Rechtsabbieger zügig in die Marktstraße einbiegen. Außerdem fielen aller Wahrscheinlichkeit die drei kleinen Bäume vor der Tourist-Information den nötigen Baumaßnahmen zum Opfer.

Bild: Steller, Jessica

Weigelt: "Wollen wir diesen Preis zahlen?"

Die Ausschussmitglieder nahmen die Planung grundsätzlich positiv auf. Lediglich Reinhard Weigelt (FDP) fragte: "Wollen wir diesen Preis zahlen, also die Busse verlegen und drei Bäume opfern, nur damit die Fahrradfahrer keine 200 Meter durch die Münsterstraße schieben müssen?" So weit zurück in die Genese des Vorhabens wollten die anderen nicht gehen. Robert Dreher (FWV/ÜFA) sagte: "Ich bin glücklich, dass es keine Fahrradampel gibt." Ihm fehle die gestalterische Umsetzung, um die Straße für Fußgänger aufzuwerten. Ulrich Krezdorn (CDU) bemängelt, dass die Parkplätze an der alten Seeschule und die Behindertenparkplätze beim Mantelhafen nur noch von Westen anfahrbar seien, was Baubürgermeister Matthias Längin mit den beengten Platzverhältnissen rechtfertigte.

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Hornstein: "Wir neigen zum Perfektionismus"

Michael Wilkendorf (SPD) resümierte: "Alles was wir machen oder nicht machen hat Krücken. Ziel ist es, die Innenstadt vom mobilisierten Individualverkehr zu befreien, daher kann ich den Vorschlag mitgehen." Im Grundsatz ist Günter Hornstein (CDU) seiner Meinung: "Wir neigen zum Perfektionismus. Dieser Vorschlag bietet Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer und ist an einigen Stellen nachrüstbar. Aber ich habe ein Problem damit, dass die Busse wieder durch die Christoph- und die Jakob-Kessenring-Straße fahren sollen. Das war mal ein Meilenstein, den wir jetzt wieder zurücknehmen."

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Verlust von drei Bäumen hinnehmbar

Irene Alpes (LBU/Grüne) findet: "Das könnte gut werden." Der Verlust der drei Bäume sei hinnehmbar. Als Vertreterin des Fahrradclubs ADFC wies sie darauf hin, dass das Geländer in der Kurve problematisch gesehen würde. Marga Lenski (LBU) plädierte dafür, die Abstimmung auf den nächsten Termin zu verschieben. Auch für sie bringen die Baumfällungen das Projekt nicht ins Wanken "Bei dem Zustand ist das fast schon eine Erlösung." Baubürgermeister Matthias Längin stellte zudem Ersatz in Aussicht. Er will die Genehmigungsfähigkeit der Planung nun vorbereitend mit dem Regierungspräsidium klären und mit der Berechnung der Kosten beginnen.

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