Nachdem die Sanierung des Rathauses in den Endzügen liegt, steht nun das nächste größere Bauvorhaben in der Gemeinde an: Der Rathausplatz, auch „Herz der Gemeinde“ genannt, soll umgestaltet werden. Die Bauausführung ist in zwei Bauabschnitten beabsichtigt: Im diesjährigen Haushaltsplan sind für die Rathausstraße einschließlich Rathausplatz 200 000 Euro angesetzt; weitere 45 000 Euro im kommenden Jahr. Das Ingenieurbüro Reckmann GmbH aus Owingen erläuterte im Gemeinderat das Konzept zur Umgestaltung, das die Bürgervertreter zur Kenntnis nahmen. Ein Beschluss erfolgte in dieser Sitzung noch nicht.

Mit dem Rathaus im Zeitplan

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„Wir liegen jetzt gut im Zeitplan beim Rathaus, Ende Juli ist es fertig“, sagte Bürgermeister Oliver Gortat eingangs. Aufgrund der Corona-Epidemie werde es aber nicht wie beabsichtigt eine offizielle Einweihung im Rahmen des Dorffestes im September geben. Dieses falle aus und werde im kommenden Jahr im Juli nachgeholt, berichtete Gortat, bevor er die geplante Umgestaltung des Rathausplatzes ansprach. Derzeit sind dort keine Parkflächen ausgewiesen. Es ist keine Angrenzung der Fahrbahn zu erkennen, kaum Raum für Fußgänger und unterschiedliche Beläge vorhanden.

Platz- statt Straßencharakter gewünscht

Bisher hat das Herz der Gemeinde eher einen Straßencharakter.
Bisher hat das Herz der Gemeinde eher einen Straßencharakter. | Bild: Kleinstück, Holger

„Ziel ist es, den überwiegenden Straßencharakter in einem Platzcharakter mit Kommunikationsmöglichkeiten eines Dorfplatzes herzustellen“, kündigte der Bürgermeister an. Wichtige Gesichtspunkte seien unter anderem ein barrierearmes Bauen, ein geordnetes Parken, die Verbesserung der Fußwegsituation und eine neue Beleuchtung. Außerdem solle ein kommunikativer Raum als Dorfplatz hergestellt werden und der Platz um die ehemalige Dorflinde mit Ersatzbepflanzung neu gestaltet werden. Da das Vorhaben im Sanierungsgebiet liege, sei ein Zuschuss möglich, so Oliver Gortat.

Zwei Bauabschnitte in der Planung

Die Umgestaltung soll laut Reckmann in zwei Bauabschnitten erfolgen. Abschnitt eins umfasst Rathausplatz und Lenzensteig, Abschnitt zwei Rathausstraße und Sanierung des Wiedenbachweges. Als Sanierungsmöglichkeiten schlug das Büro mehrere Varianten vor: Die Verwendung von Natursteinpflaster mit einer Bauweise wie auf dem früheren Rathausplatz sei am teuersten, etwas günstiger fahre man mit Betonpflaster anstatt Naturstein. Als preiswerteste Variante pries Reckmann die Verwendung von Asphalt für die Straßenbeläge an, wobei die Randbeläge gepflastert werden könnten. Je nach Ausführung würden sich die Kosten zwischen 404 000 Euro und 512 000 Euro belaufen, für die Erneuerung der Wasserleitung müssten 125 000 Euro, für die Sanierung des Wiedenbachwegs weitere 27 000 Euro einkalkuliert werden.

Frist für Förderanfrage bis Ende September

Das Ingenieurbüro wies darauf hin, dass man das Vorhaben mit der Förderstelle der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH abstimmen werde. Die Frist für eine Förderanfrage laufe Ende September ab. Im Herbst könnte die Ausschreibung für beide Bauabschnitte, der Baubeginn im Frühjahr 2021 erfolgen. Mit der Fertigstellung rechnet Reckmann zu Fronleichnam kommenden Jahres.

Einwände gegen Vorgehen aus dem Gemeinderat

Die Bürgervertreter sprachen sich zwar in der Sitzung nicht gegen das Vorhaben als solches aus, waren aber mit der Vorgehensweise nicht einverstanden, weil offensichtlich ein Informationsdefizit vorlag. „Wir sollten erst einmal in uns gehen und ein Meinungsbild einholen“, befand Clemens Beirer (CDU). „Denn die Meinung der Anwohner ist sehr wichtig.“ Ähnlich argumentierte Thomas Biller (FW). „Wenn ich meinen Hof pflastern will, entscheide ich das nicht in einer halben Stunde“, sagte er. Und Elisabeth Lohrer betonte in Richtung Verwaltung: „Das ist ein großes Projekt für uns, was wir entwickeln müssen. Sie müssen uns noch das Fleisch dazu geben.“

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