Kaum sind die Arbeiten zur Sanierung des Rathauses bis auf die Außenanlagen abgeschlossen, schon steht das nächste größere Bauvorhaben in der Gemeinde an: Der Rathausplatz inklusive Rathausstraße und Lenzensteig wird umgestaltet. Der Gemeinderat beauftragte das Ingenieurbüro Reckmann GmbH aus Owingen die Ausschreibung der Arbeiten sowie die Submission vorzunehmen. Voraussetzung allerdings ist, dass die Gemeinde eine Einigung mit Grundstückseigentümern der privaten Flächen erzielt und dies vertraglich festhält. Die Gesamtkosten betragen 771 000 Euro, wovon auf die Gemeinde abzüglich Förderung aus dem Landessanierungsprogramm 525 300 Euro entfällt. Mit einem Baubeginn wird im Februar kommenden Jahres, mit der Fertigstellung des Rathausplatzes zu Fronleichnam gerechnet.

Pläne erneut im Gemeinderat vorgestellt

Derzeit sind auf dem Rathausplatz keine Parkflächen ausgewiesen, eine Abgrenzung der Fahrbahn ist nicht zu erkennen, außerdem sind unterschiedliche Beläge sowie kaum Raum für Fußgänger vorhanden. Das Owinger Unternehmen erläuterte im Rat das Konzept, das erstmals im Mai vorgestellt worden war. Seinerzeit erfolgte jedoch kein Beschluss. Die Arbeiten sollen laut Janina Mayer vom Planungsbüro in zwei Bauabschnitten erfolgen. Abschnitt eins umfasst Rathausplatz und Lenzensteig, Abschnitt zwei Rathausstraße und Wiedenbachweg. Die Gesamtfläche beträgt 1710 Quadratmeter, wovon sich 1470 Quadratmeter in Eigentum der Gemeinde befinden, deren Umgestaltung im Gegensatz zu privaten Flächen förderfähig ist.

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Auch der Lenzensteig soll ein neues Gesicht erhalten: Hier werden Wasserleitung und Regenwasserkanal erneuert sowie Kabelleerrohre und eine Backbone-Leitung zur Breitbandverkabelung DSL verlegt.
Auch der Lenzensteig soll ein neues Gesicht erhalten: Hier werden Wasserleitung und Regenwasserkanal erneuert sowie Kabelleerrohre und eine Backbone-Leitung zur Breitbandverkabelung DSL verlegt. | Bild: Kleinstück, Holger

Die Gesamtkosten für den Straßenbau belaufen sich auf 586 000 Euro. Für die Sanierung des 150 Meter langen Wiedenbachwegs, der mit Asphalt versehen werden soll, müssen weitere förderfähige 27 000 Euro einkalkuliert werden. Und für die Erneuerung des Regenwasserkanals im Lenzensteig auf 45 Metern (erster Bauabschnitt) muss mit 15 000 Euro, für die Erneuerung der Wasserleitung im Lenzensteig und in der Rathausstraße (beide Bauabschnitte) mit weiteren 100 000 Euro gerechnet werden. Gleichzeitig mit verlegt sollen Kabelleerrohre und eine Backbone-Leitung zur Breitbandverkabelung DSL im Lenzensteig und in der Rathausstraße: Die nicht förderfähigen Kosten belaufen sich hier auf 43 000 Euro.

„Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ geplant

Im Vorfeld hatten sich die Bürgervertreter nach einem Ortstermin für eine sogenannte Share Space-Variante entschieden. Der Ansatz „Share Space“ steht für eine stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse der Fußgänger als Alternative zu der überwiegend an den Verkehrsanforderungen des Autos orientierten Gestaltung des öffentlichen Raumes. Entstehen soll ein „Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ laut Straßenverkehrsordnung mit Tempo 10 bis 20 statt wie bisher 30, wobei dem Fußgängerverkehr allerdings im Gegensatz zum verkehrsberuhigtem Bereich kein Vorrang eingeräumt werden wird.

Mit einbezogen in die Umgestaltung soll auch der Platz am Bücherregal. Eine Beleuchtung und Begrünung ist hier geplant.
Mit einbezogen in die Umgestaltung soll auch der Platz am Bücherregal. Eine Beleuchtung und Begrünung ist hier geplant. | Bild: Kleinstück, Holger

Gespräche mit den Grundstückseigentümern

Da von den Bauvorhaben auch teilweise Grundstücke von Anrainern betroffen sein werden, fragte Elisabeth Lohrer (CDU) nach diesbezüglichen Vereinbarungen. Bürgermeister Oliver Gortat antwortete, dass die Verwaltung mit den Eigentümern in dieser Woche entsprechende Gespräche auf Grundlage des Planes führen werde. Nur bei Zustimmung könnten die Pläne auch wie vorgestellt ungesetzt werden. Während Willi Schirmeister (FW) eine zu schwache Beleuchtung auf dem Rathausplatz monierte, fragte Markus Beirer (FW) nach der Notwendigkeit zusätzlicher Parkplätze an der neuen Dorflinde. „Wenn wir noch mehr Parkplätze schaffen, ist der Platz kein Dorfplatz“, fügte Arne Schuldt (FW) an. Thomas Biller (FW) wiederum sprach sich zum einen dafür aus, dass die zumeist auswärtigen Mitarbeiter des Rathauses nicht vor diesem parken sollten. Zum anderen für die Verwendung einer robusten Zerreiche anstelle einer Dorflinde, weil sich deren klebrige Ausscheidungen negativ auf die sich darunter befindlichen Holzbänke auswirken könnten.

An diesem Platz soll wieder ein Baum gepflanzt werden. Im Gespräch ist eine Linde oder eine Zerreiche.
An diesem Platz soll wieder ein Baum gepflanzt werden. Im Gespräch ist eine Linde oder eine Zerreiche. | Bild: Kleinstück, Holger

Vergabe möglicherweise in der Dezembersitzung

Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben bei einer Enthaltung von Arne Schuldt zu. Die Gemeinde wird jetzt mit den Grundstückseigentümern der privaten Flächen die Planung abstimmen und vertraglich festhalten. Die Ausschreibung soll Ende des Monats erfolgen, Bedarfspositionen werden nicht ausgeschrieben. Die Submission ist für Ende November, die Vergabe der Arbeiten in der Sitzung im Dezember vorgesehen.

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