Am 10. September ist der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschweinkadaver bestätigt worden. Obwohl die Distanz zwischen dem Fundort des toten Wildschweins an der polnischen Grenze und der Gemeinde Salem über 700 Kilometer beträgt, hatte der Fund sofort Auswirkungen vor Ort.

Hubert Einholz, Vorsitzender der Salemer Ortsgruppe des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), mästet in seinen Ställen 1800 Schweine. Er erklärt, welche Folgen der Fund des Wildschweins für ihn hat: „Gleich nach der ASP-Bestätigung ist der Schweinepreis um 20 Cent gesunken.“ Wenn der Kilopreis für die Abnahme von 1,47 auf 1,27 Euro sinkt, klingt das zunächst nach nicht viel. Die Differenz kann sich aber im Fall von Hubert Einholz auf mehrere zehntausend Euro summieren.

Südkorea und China untersagen Import

Der Preissturz macht Einholz auch mit Blick auf die nahe Zukunft Sorgen. Denn einige Faktoren, die zur Preisfindung beitragen, entwickeln sich zum Nachteil der hiesigen Schweinebauern. Südkorea und China haben den Import von Schweinen aus Deutschland schon untersagt. Der Weltmarkt sei jedoch wichtig für die deutschen Schweinebauern, erklärt Einholz. Sie produzieren 116 Prozent des Eigenbedarfs, das heißt, dass jedes sechste gemästete Schwein ins Ausland außerhalb der Europäischen Union verkauft wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Supermärkte senken Preis für Schweinefleisch

„Auf die Preisbildung haben wir Mäster keinen Einfluss. Den machen die Großhändler und Vermarkter unter sich aus. Der Landwirt muss den Preis dann akzeptieren“, sagt Einholz. Nach dem ASP-Nachweis hätten nun die Supermärkte den Preis bei erster Gelegenheit um knapp 14 Prozent gesenkt. „Der Preis wird bei der kommenden wöchentlichen Festlegung erneut fallen“, prognostiziert Einholz. Fehlende Absatzmärkte und die Zurückhaltung der Verbraucher würden weiterhin die Preise drücken.

Landwirt kann Kosten nicht senken

Auf der Kostenseite ändere sich für ihn hingegen nichts. Daher könne er die Verluste aus eigenem Antrieb nicht auffangen. Aber er wolle nicht klagen. Er wolle nur darstellen, welche Auswirkungen Ereignisse haben, die nicht unmittelbar die Landwirte in der Region betreffen.