Unwetterwarnungen und die Erfahrung der vergangenen Wochen im Genick: Mehr als 5000 Fans sind beim Salem Open Air mit den Fantastischen Vier trocken geblieben – zumindest für die Dauer des Konzerts. Petrus ist wohl ein großer Fan der Fantas. Das Wetter hielt und war an allen Ecken und Enden des Schlossplatzes Thema. Auch auf der Bühne ging es immer mal wieder um Wasser, waren die Fantas doch am Vorabend in Tübingen ordentlich nass geworden. Auch die geladenen Gäste des SÜDKURIER erlebten einen tollen Abend, ebenso die Gewinner der Kartenverlosung. Das Konzert war – als einziges der Reihe dieses Jahr – schnell ausverkauft.

Eine fantastische Atmosphäre herrschte im Schlossgarten. Gerlinde Bundschuh-Hahn aus Bambergen erlebte das Konzert gemeinsam mit ihrer Schwester. "Wir konnten das 50 Jahre lang nicht planen, jetzt hat der SÜDKURIER für uns geplant", freute sie sich über die gewonnenen Freikarten. Geladene Gäste und Gewinner nutzten die frühen Abendstunden zum Netzwerken und zwanglosen Plaudern. Nicole Fabricius von der Messe in Friedrichshafen ist ein "unbedingter Fan von Smudo, er ist ein toller Flieger und tritt auch bei der Aero auf". Der Leiter der Lokalredaktion Überlingen, Stefan Hilser, freute sich über die Gelegenheit. "Die Menschen zueinander und ins Gespräch bringen, abseits von Facebook, wo man sich zwar liked – aber oft nicht kennt, das ist der Inhalt dieser Veranstaltung hier", sagte er.

Fanta Vier! Da waren sie. Die entspannte Menschenmasse auf dem Gelände setzte sich in Bewegung, wippte mit, strahlende Gesichter überall. Und wenn Thomas D sagt "Salem, Arme hoch", dann folgen alle. Eine Bühnenshow mit Schwarzweiß-Videos von den Turntables brachte das Hip-Hop-Fest ins Rollen. Michael Bernd Schmidt alias Smudo, Thomas Dürr alias Hausmeister Thomas D, Michael "Michi" Beck und Andreas Rieke alias Andi Ypsilon waren sofort präsent, sprangen in ihrer unbekümmerten Art über die Bühne und blieben dort auch zwei Stunden ständig in Bewegung. Was das Happening Fanta Vier ausmacht, ist das sympathische Gefühl, das die Stuttgarter erzeugen. So begegnen sich Band und Publikum in einer gewissen Innigkeit. Die Inhalte der Fantas bewegen sich zwischen Selbstironie, Witz und Ernsthaftigkeit wie bei Thomas Ds "Krieger", bei dem das kühle Schwarz-Weiß einem leuchtenden Rot weicht.

Natürlich haben die Fantastischen Vier die großen Hits mit nach Salem gebracht – ob "Die da?!", "Sie ist weg", "Der Picknicker" oder "MfG". Bei den "troyen" Fans bedanken sich die Fantas am Ende aufrichtig. "Seit 28 Jahren seid ihr dabei – und ohne euch ginge das nicht!" Diese Liebe hält. Das Wetter bis zum Konzertende auch. Und dann kommt das Wasser doch noch in Form von Regen, aber erst, als alle glücklich auf dem Heimweg waren.

Sicherheit bei Unwettern

Für die Sicherheit des Publikums während der Salem-Konzerte sorgt auch bei extremen Wetterlagen, wie sie zurzeit häufig vorkommen, ein Konzept. Wie Franz Bernhard, Senior-Chef von Allgäu Concerts, erklärte, gibt es einen "Roten Punkt" hinter der Bühne. Dort treffen sich Einsatzleitung von Feuerwehr, Polizei, DRK, Ordnungsdienst, Leitung des Schlosses und Veranstaltungsleitung. Per Funk wird dieses Treffen zeitnah einberufen, sollte die Wetterlage mit Gewitter, Sturm und Starkregen eventuell Anlass für den Abbruch eines Konzertes geben. Die Mehrheit des Gremiums entscheidet. Die Sicherheit des Publikums, der Bands und der Mitarbeiter vor Ort habe stets Priorität, erklärte Bernhard. Es gebe dann bei Abbruch ein System, alle Besucher rasch vom Platz zu leiten. Ist bei Abbruch über 50 Prozent der Spieldauer vorüber, gibt es keine Möglichkeit zur Kartenrückgabe beziehungsweise Kostenerstattung. (sma)