Der Brand in der Teuringer-Tal-Schule, der sich am Freitagabend ereignet hat, wird heiß diskutiert. Die Bildungseinrichtung, in der gegen 19.45 Uhr die Teuringer Feuerwehr eintraf, hatte offenbar weder eine Brandmeldeanlage noch einen Rauchmelder. Doch wie kann das sein?

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Bürgermeister Ralf Meßmer teilt auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass ein Brandschutz wegen des Alters der Schule nicht zwingend nötig sei. Das habe ihm, Meßmer, ein Experte nun während der Ortsbegehung erklärt. „Generell ist das Sache des Baurechtsamtes und wird von dessen Seite geprüft. Zum Zeitpunkt des Baus und auch des Zwischenbaus waren gewisse Maßnahmen nicht notwendig. Beim Bau einer neuen Schule können mittlerweile ganz andere Anforderungen gelten“, schildert Meßmer. Er ergänzt: „Zudem gibt es in Schulen keine Schlafräume wie etwa in Kindergärten. Wenn es während der Schulzeit brennen würde, bekäme man das mit und könnte unmittelbar reagieren.“ Der Brand am vergangenen Freitag ereignete sich am Abend nach Schulschluss.

In diesem Zustand fand die Feuerwehr am Freitagabend das Lehrerzimmer in der Teuringer-Tal-Schule vor. Weil es komplett saniert werden muss, wird das Zimmer die kommenden Wochen nicht nutzbar sein. Der Unterricht dagegen soll schnellstmöglich wieder aufgenommen werden. Als Brandursache machte die Feuerwehr einen technischen Defekt aus.
In diesem Zustand fand die Feuerwehr am Freitagabend das Lehrerzimmer in der Teuringer-Tal-Schule vor. Weil es komplett saniert werden muss, wird das Zimmer die kommenden Wochen nicht nutzbar sein. Der Unterricht dagegen soll schnellstmöglich wieder aufgenommen werden. Als Brandursache machte die Feuerwehr einen technischen Defekt aus. | Bild: Feuerwehr Oberteuringen

Bald soll wieder unterrichtet werden

Auch rund drei Tage nach dem Brand bezeichnet Julie Adam, Rektorin der Schule, das Vorkommnis als „unfassbar“. Sie wünscht sich Maßnahmen, denn Brandschutz ist für Adam ein großes Thema. „Jetzt gilt es, Messungen abzuwarten, die zeigen, wie viel Schadstoffe in der Luft sind und darüber entscheiden, wann der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden kann – hoffentlich ist das schnellstmöglich der Fall“, sagt sie auf SÜDKURIER-Anfrage. Wie Ralf Meßmer berichtet, soll das am Dienstagabend entschieden werden. „Die Schulräume, die leicht verraucht sind, werden zunächst gereinigt und ausgelüftet. Danach werden die Messungen vorgenommen. Mehrere Fachleute gaben aber eindeutig zu verstehen, dass der Brand glimpflich ausgegangen ist und es wegen einer baldigen Wiederaufnahme des Unterrichts gut aussieht“, sagt der Bürgermeister.

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Mit Blick auf die Zukunft zieht Ralf Meßmer durchaus Schlüsse. Wenn die Tal-Schule neu gebaut wird, schaut man laut Verwaltungschef noch genauer auf den Brandschutz. „Wir haben nun gesehen, was allein Rauch für einen Schaden anrichten kann. Das bleibt im Kopf“, sagt er. Der Bürgermeister fügt hinzu: „Wir machen uns keine Vorwürfe, denn die gesetzlichen Vorgaben wurden eingehalten und der Brand in der Tal-Schule war nicht vorherzusehen.“

Technischer Defekt als Ursache

Sicher ist laut Bürgermeister, dass ein technischer Defekt das Feuer ausgelöst hat. Ob aber tatsächlich ein zunächst verdächtigter Kaffeevollautomat ursächlich war, nicht. Auch eine andere Brandursache, wie zum Beispiel eine stillgelegte Herdplatte, die sich in der Küchenzeile des Lehrerzimmers befand, könne Auslöser gewesen sein.

In der Teuringer-Tal-Schule kam es am Freitagabend zu einem Brand.
In der Teuringer-Tal-Schule kam es am Freitagabend zu einem Brand. | Bild: Feuerwehr Oberteuringen

Eltern und Lehrerkollegen, so berichtet Rektorin Adam, reagierten unterstützend und verständnisvoll: „Wir hatten am Samstag eine spontane Besprechung. Dort zeigte sich unser Zusammenhalt. Mit viel Kreativität wurde diskutiert und über die Wochengestaltung nachgedacht“, erklärt Adam. In Mails hätten zudem viele Eltern ihre Unterstützung angeboten. Bürgermeister Meßmer erklärt, dass für Notfälle wegen des Unterrichtausfalls eine Betreuungsgruppe im alten Schulgebäude eingerichtet wurde. Dies hätten allerdings nur wenige in Anspruch genommen. Viele Kinder seien zuhause untergekommen.