Als am Freitagabend gegen 19.45 Uhr die Teuringer Feuerwehr an der Schule eintraf, quoll der Rauch bereits aus der Eingangstür. Mehrere Trupps unter Atemschutz suchten im Schulhaus nach dem Brandherd und wurden im Lehrerzimmer fündig. Hier stand die Küchenzeile in Flammen, die nach Angaben der Teuringer Wehr schnell gelöscht werden konnte. Inzwischen ist bekannt, dass vermutlich ein technischer Defekt an einer Kaffeemaschine Ursache des Brandes war. Gegen 22.10 Uhr konnten die 21 Feuerwehrleute, die von der Wehr in Friedrichshafen und dem DRK unterstützt wurden, wieder abrücken.

Lehrerin bemerkte den Rauch

Deutlich länger wird es dauern, die Folgen des Brandes zu beheben. Dabei ist von Glück zu sprechen, dass die Einsatzkräfte rechtzeitig alarmiert werden konnten. Zufällig fand in der „Post“ gegenüber abends eine Schulveranstaltung statt. Eine Lehrerin, die kurz ins Schulgebäude wollte, bemerkte den Rauch, wie Bürgermeister Rald Meßmer am Sonntagmittag berichtet.

Im Einsatz vor Ort am Freitagabend in der Oberteuringer Augustin-Bea-Straße war neben der Feuerwehr auch das DRK.
Im Einsatz vor Ort am Freitagabend in der Oberteuringer Augustin-Bea-Straße war neben der Feuerwehr auch das DRK. | Bild: Feuerwehr Oberteuringen

Schule ohne Brandmeldeanlage und Rauchmelder

Wäre die Lehrerin nicht zufällig am späten Abend noch einmal in die Schule zurückgekehrt, hätte der Brand verheerend enden können. Denn in dem alten Schulhaus gibt es offenbar weder eine Brandmeldeanlage noch Rauchmelder. Dies bestätigte der Oberteuringer Feuerwehr-Sprecher Maximilian Eppler auf Anfrage des SÜDKURIER am Sonntag. Deshalb sei der Brand für die Einsatzkräfte am Freitagabend auch sehr schwer zu lokalisieren gewesen. Ob hier ein rechtliches Versäumnis vorlag, könne die Feuerwehr nicht beurteilen, so Eppler. Dies sei mit den zuständigen Behörden zu klären. Für die Sicherstellung des Brandschutzes in öffentlichen Gebäuden ist der Landkreis verantwortlich. „Eine Brandmeldeanlage macht in öffentlichen Gebäuden aber natürlich grundsätzlich Sinn“, so Eppler. Hätte eine Brandmeldeanlage oder hätten Rauchmelder angeschlagen, wäre die Feuerwehr jedenfalls nochmals deutlich früher alarmiert worden.

Die Rettungskräfte des Roten Kreuzes mussten nicht eingreifen, Personen kamen keine zu Schaden. Das Schulgebäude war am späten Freitagabend verlassen.
Die Rettungskräfte des Roten Kreuzes mussten nicht eingreifen, Personen kamen keine zu Schaden. Das Schulgebäude war am späten Freitagabend verlassen. | Bild: Feuerwehr Oberteuringen

Schadstoffe in der Luft werden gemessen

Das ganze Wochenende über war nicht nur die Ortsverwaltung, sondern auch das Lehrerkollegium mit Rektorin Julie Adams im Einsatz. Denn bereits am Samstag war klar, dass die Schule vorerst am Montag und Dienstag geschlossen bleibt.„Das Lehrerzimmer muss komplett saniert werden und wird wohl die nächsten zwei, drei Wochen nicht nutzbar sein“, erklärt Bürgermeister Meßmer. Aber das ist nicht der Grund, warum der Schulbetrieb nicht laufen kann. Durch den starken Rauch im Gebäude müssen Experten am Montag zunächst feststellen, ob es mit einer Reinigung der betroffenen Räume getan ist. Sachverständige seien bestellt, um die Schadstoffe in der Luft zu messen und den Brandschaden zu ermitteln. Von diesen Untersuchungen wird abhängen, ob das Schulgebäude ab Mittwoch wieder nutzbar ist.

Ausgebrannt ist die Küchenzeile im Lehrerzimmer der Teuringer-Tal-Schule. Dort hatte der Brand auch seinen Ursprung. Vermutlich hat eine defekte Kaffeemaschine den Brand ausgelöst. Die Ermittlungen dazu dauern noch an.
Ausgebrannt ist die Küchenzeile im Lehrerzimmer der Teuringer-Tal-Schule. Dort hatte der Brand auch seinen Ursprung. Vermutlich hat eine defekte Kaffeemaschine den Brand ausgelöst. Die Ermittlungen dazu dauern noch an. | Bild: Feuerwehr Oberteuringen

Betreuungsgruppe für Notfälle

Sämtliche Eltern der über 200 Grundschulkinder wurden am Samstag von der jeweiligen Klassenlehrerin angerufen und über die vorerst zweitägige Schließung der Schule informiert. „Für Notfälle ist eine Betreuungsgruppe eingerichtet“, bestätigt Ralf Meßmer. Das alte Schulgebäude im früheren Rathaus und das Mesmerhaus sind vom Brand nicht betroffen. Übers Wochenende wurde alles Notwendige organisiert.

Am Sonntag verschickte Rektorin Julie Adams eine Mail mit weiteren Informationen an die Eltern. Falls das Schulhaus länger nicht genutzt werden kann, ist wohl Kreativität gefragt. „Aber so weit sind wir noch nicht“, sagt der Bürgermeister, der froh ist, dass bei diesem Brand niemand zu Schaden kam.