Ob Tiergesicht, Comicfigur oder bunte Fantasiemaske: Beim Workshop zum Maskenbau für Fasnacht und Theater kann jeder seien Ideen freien Lauf lassen. In dem für alle Altersklassen offenen Kurs an der Jugendkunstschule des Bodenseekreises in Meersburg werden die Grundlagen zum Maskenbau vermittelt.

Der zwölfjährige David hat bei Kursbeginn schon ganz konkrete Vorstellungen. Er hat ein ausgedrucktes Foto von einer seiner Lieblings-Comicfiguren aus dem Film „Avatar“ mitgebracht. An den insgesamt drei Kurstagen kreiert er die Maske eines Kriegers der Feuernation. „Ich mache die Maske für zu Hause“, sagt er. Klar könne er sich vorstellen, die Maske auch in der Fasnet zu tragen. „Aber wenn Umzüge stattfinden, lauf ich immer bei den Zimmermännern in Weildorf mit.“ Er finde das Maskenbauen spannend und auch seinen Eltern habe das kreative Angebot gefallen.

Johanna, David und Lotta (von links) mit ihren noch unfertigen Masken
Johanna, David und Lotta (von links) mit ihren noch unfertigen Masken | Bild: Lorna Komm

Auch die zehnjährige Lotta wusste schon vor Kursbeginn, welche Maske es werden soll. Sie besucht den Workshop zusammen mit ihrer kleinen Schwester und ihrer besten Freundin Johanna. Im heimischen Garten hegen und pflegen sie zusammen Hühner und so war es für Lotta auch gleich klar, dass ihre Maske ein Huhn darstellen soll. So benennt sie ihre Maske auch gleich nach ihrem Lieblingshuhn Agathe.

Lotta (rechts) nimmt bei ihrer Freundin Johanna den Gipsabdruck ab.
Lotta (rechts) nimmt bei ihrer Freundin Johanna den Gipsabdruck ab. | Bild: Jugendkunstschule Meersburg

Johanna hat sich passend zum gemeinsamen Thema für eine Tiermaske mit Fuchsgesicht entschieden. „Ich mache die Maske, um damit zuhause zu spielen“, sagt die ebenfalls Zehnjährige. Obwohl sie sich auch vorstellen könne, damit zur Fasnet zu gehen – wenn denn eine stattfinde. Die Schülerin hat Spaß an künstlerischen Dingen, fotografiert auch gerne mal mit Papas Kamera. „Aber allein zuhause am Schreibtisch fehlen mir die Ideen, was ich malen oder basteln kann“, sagt sie und ist froh, dass ihre Mutter von dem Kursangebot gelesen hat.

Kursleiterin Chin-Lin Lu-Rauscher ist stolz auf die Gruppe, die diszipliniert und fleißig gearbeitet hat. „Es waren diesmal alles Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren“, sagt sie erstaunt. Sonst seien die Gruppen gemischter, von Kindern über Jugendliche bis zu Erwachsenen, berichtet die langjährige Anbieterin des Maskenbaukurses.

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Am Anfang eines solchen Kurses wird ein Gipsabdruck vom Gesicht gemacht, damit die Maske dann auch passgenau sitzt, erklärt die studierte Künstlerin. Anschließend wird Ton aufgetragen, die Formen des Gesichts werden modelliert. Drei Lagen Papier, verklebt mit Kleister, geben der Maske Stabilität. Am Ende steht die künstlerische Gestaltung mit bunten Acrylfarben.

Kursleiterin Chin-Lin Lu-Rauscher erklärt an einer fertigen Maske, wie die Augen und Ohren schattiert werden müssen, damit sie ...
Kursleiterin Chin-Lin Lu-Rauscher erklärt an einer fertigen Maske, wie die Augen und Ohren schattiert werden müssen, damit sie lebensecht wirkt. | Bild: Lorna Komm

„Die Ränder müssen einen Ton dunkler seien, damit der 3D-Effekt entsteht“, erklärt Lu-Rauscher. Schattierungen an Augen und Ohren seien besonders wichtig. Die acht Kinder hören gespannt zu.

Am Ende des dreitägigen Workshops können die Teilnehmer mit bunten Maske nach Hause gehen.
Am Ende des dreitägigen Workshops können die Teilnehmer mit bunten Maske nach Hause gehen. | Bild: Jugendkunstschule Meersburg

Neben dem künstlerischen Gestalten lernen sie auch, achtsam mit den Materialien umzugehen. So wird beispielsweise Lu-Rauschers Hinweis, die Pinsel niemals einfach nur abzulegen, sofort befolgt und alle Pinsel pausieren fortan ordentlich im Wasserglas.