"Zurück an den Ort, der einen geprägt hat“ oder „hier habe ich angefangen, so weit bin ich gekommen“: Unter diesem Motto könnte die neue Konzertreihe am Droste-Hülshoff-Gymnasium in Meersburg stehen. Was wurde eigentlich aus den ehemaligen Abiturienten mit dem Profilfach Musik?

Einblick in Leben nach der Schulzeit

„Reminiszenz – Konzert mit ehemaligen Schülern“ soll einen Eindruck von deren Leben nach der Schulzeit vermitteln. Ein bis zwei Konzerte im Jahr mit Absolventen könnte sich Initiator Szabolcs Galanthay vorstellen, wenn das Format ankommt. Den Auftakt machen Lisa Hafen (Querflöte) und Julian Burdenko (Klavier).

Burdenko setzt sich gegen 300 Konkurrenten durch

Gleich nach dem Abitur nahm Julian Burdenko sein Studium an der Musikhochschule in Köln auf und musste sich dafür gegen rund 300 Konkurrenten durchsetzen. Sein Berufsziel ist eine Karriere als Solist, als Konzertpianist. „Zumindest jetzt, man weiß ja nicht, welche Impulse in Zukunft noch kommen“, sagt der 21-Jährige. Zur Musik kam er über seine Eltern, der Vater ist Klavierlehrer. Er habe zwar als Kind mit der Flöte angefangen, eine Zeit lang Geige oder auch mal Saxofon gespielt. Aber „das Klavier war mir immer das Wichtigste“.

Schon früh das Ziel Berufsmusiker

Schon früh habe er das Ziel gehabt, Berufsmusiker zu werden. „Musik gehört zu mir. Sie ist für mich genauso wichtig wie ein Nahrungsmittel.“ Gern nutzt er das Angebot, zurück an die Schule in Meersburg zu kommen und dort ein Konzert zu geben, wo vieles angefangen hat.

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Hafen freut sich auf Wiedersehen mit Lehrern

Ähnlich sieht es Lisa Hafen, die sich auf ein Wiedersehen mit alten Lehrern freut. „Zurück in die Seminarkapelle – ins Zentrum der Musik. Dorthin, wo man so oft musiziert hat“, beschreibt sie ihre Gedanken zu dem Konzert. Im Gegensatz zu Burdenko hat sie kein Musikstudium aufgenommen, sondern studiert auf Lehramt. „Ein Musikstudium wäre interessant gewesen, aber ich habe es mir nicht zugetraut“, gibt sie offen zu. Galanthay, bei dem die Meersburgerin zwölf Jahre Unterricht nahm, bestätigt: „Für Querflöten-Spieler ist es auch schwer, in Zukunft eine Stelle zu bekommen.“

Vergleiche zur Lyrik

Hafen erklärt, sie habe auch Angst davor gehabt, dass „das Hobby so zum Beruf wird, dass der Spaß und die Leidenschaft an der Musik verloren gehen“. Musik sei wie eine Gedichtinterpretation. „Es gibt kein richtig oder falsch, sondern es geht darum, die Noten lebendig zu machen“, erklärt sie auf die Frage, was einen guten Musiker ausmache. Auch Burdenko zieht dazu einen Vergleich zur Lyrik: „Es ist wie beim Vorlesen. Jeder betont anders, jeder hat einen anderen Dialekt.“

Konzert als Plattform für Erfahrungen

Die beiden ehemaligen Abiturienten sind sich einig, dass die geplante Konzertreihe eine gute Idee ist. „Eine Möglichkeit, die jeder Schüler bekommen sollte“, formuliert Hafen. Galanthay betont: „Öffentliche Auftritte sind für Musiker sehr wichtig zum Sammeln von Erfahrungen.“ Außerdem würden Konzerte helfen, sich einen Namen zu schaffen.

Musiker einzeln und im Duett zu hören

Jeder der beiden Musiker wird einen Teil des Konzerts allein bestreiten. Lisa Hafen wird, zum Teil am Klavier begleitet von Ying-Yu Hertkorn, Stücke „quer durch alle Epochen mit Schwerpunkt Romantik“ spielen und zusammen mit Galanthay das „Cimarosa“-Flötenkonzert. Julian Burdenko hat ebenfalls ein breit gefächertes Programm, unter anderem die „Pastorale“ von Beethoven. Am Ende steht ein gemeinsames Stück der beiden jungen Talente auf dem Programm.

"Reminiszenz – Ein Konzert mit ehemaligen Schülern des Droste-Hülshoff-Gymnasiums" findet am Samstag, 23. März in der Seminarkapelle der Schule statt. Beginn ist um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.