„Die Entscheidung, in diesem Jahr ab April keine Pendlerparkkarten für den Fähreparkplatz anzubieten, ist mit dem Bau des Parkhauses begründet“, erklärt Bürgermeister Robert Scherer. Das sei seit geraumer Zeit auch so kommuniziert worden, betont der Schultes, der wegen des Wegfalls der Parkkarten in der Kritik der Pendler steht. Leserbriefe und Anfragen, auch an die Redaktion dieser Zeitung, führten zu einer Nachfrage an das Stadtoberhaupt.

Unannehmlichkeiten in der Bauphase völlig normal

Die Stadt Meersburg habe sich nach jahrelanger Diskussion dazu entschlossen, den Parkplatz an der Fähre durch den Bau eines mehrstöckigen Parkhauses zu erweitern. „Wir schaffen eine Verbesserung der Parksituation für alle und werden deswegen kritisiert“, fasst Scherer die Thematik zusammen. Es sei nun mal so, dass durch Bautätigkeiten und vorangehende Arbeiten Unannehmlichkeiten entstünden.

Pendelbus verkehrt zwischen Fähre und Ausweichparkplätzen

Es werden während der Bauphase rund 150 Parkplätze wegfallen, davon seien Bürger, Hotelgäste, Tagestouristen und Pendler gleichermaßen betroffen. „Wir haben Verständnis für den Unmut der Pendler“, erklärt Scherer. So habe man Ausweichplätze auf den Parkplätzen am Töbele und im Allmendweg geschaffen, die auch von den Pendlern angenommen würden. Beide Plätze sind bis Oktober mit dem Pendelbus erreichbar, der Parkplatz am Töbele liegt nicht weit weg von der Bushaltestelle am Sabaheim und von dort könne man zum Stadttarif für einen Euro bis zur Fähre fahren.

Stadtverwaltung reagiert auf Kritik

Auf Anregung von betroffenen Pendlern wurden nun auf dem Töbeleparkplatz auch Fahrradständer aufgestellt. Es werde getan, was machbar sei, erklärt Scherer. Kritik dahingehend, dass er „Frauen nachts auf dunkle Waldparkplätze“ schicke, wie es vor Kurzem in einem Leserbrief hieß, findet er schlichtweg unsachlich. Tatsache sei, dass der Stadtrat sich der besonderen Problematik in der Zeit von 22 bis 5 Uhr nachts, wenn kein öffentlicher Nahverkehr fahre, bewusst gewesen sei und für diese Arbeitnehmer 80 Parkkarten zur Verfügung gestellt habe. "Gegen Nachweis des Arbeitgebers oder Einrichtung in diesem Zeitraum haben wir, für die zugrunde gelegten Kriterien, Sonderkarten bereitgestellt", erläutert Scherer.

Rathaus widerspricht Abzocke-Vorwürfen

Aber, so der Bürgermeister, „bei allem Verständnis: Wir sind nicht verantwortlich für die Arbeitgeber auf der anderen Seeseite“. Auch ein im Regionalprogramm ausgestrahlter knapp fünfminütiger Filmbericht habe die Sachlage nicht korrekt dargestellt. „Uns wurde Abzocke vorgeworfen aber der Bau des Parkhauses mit der Erweiterung um 265 Parkplätze sowie die Bereitstellung der 80 Sonderkarten wurde mit keinem Wort erwähnt“, ärgert sich Scherer.