„Es nicht selbstverständlich, was die jungen Menschen hier geleistet haben“, sagte der Leiter des Spitalfonds, Peter Kemmer, anlässlich der Feierstunde zum Ende des diesjährigen Sozialprojekts im Alten – und Pflegeheim Dr.-Zimmermann-Stift in Meersburg. Elf Schülerinnen und zwei Schüler des Droste-Hülshoff -Gymnasiums hatten sich während des Schuljahres im Projekt Junioren für Senioren engagiert und es gemeinsam auf insgesamt 416 Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit gebracht.

Mehr Stunden als im Jahr 2018

„Ihr wart ein wahnsinnig starker Jahrgang“, lobte Kemmer die jungen Leute. Zum Vergleich zog der Leiter des Stifts die Vorjahreszahlen hervor, damals hätten elf Schüler 288 Stunden geleistet. Besonderen Applaus bekam Jamila Nini, die 45 Stunden im Stift verbracht hatte. Zusammen mit Bürgermeister Robert Scherer überreichte Kemmer den Jugendlichen ein Geschenk der Stadt und den „Qualipass“ für ehrenamtliches Engagement des Kultusministeriums Baden-Württemberg. In diesem sind – neben der geleisteten Stundenzahl – auch die persönlichen Stärken verzeichnet.

Elf der 13 teilnehmenden Schüler: Janine Bohm, Leoni Hertzberg, Hannah Schöning, Vanessa Martinez-Lewek, Susanna Sauter, Leoni Jovcic, Annalisa Wulf, Jamila Nini, Emma Carufel, Philipp Alberti und Lorenz Gindele (von links). Es fehlen Sophie Eichberger und Abeni von Schumann.
Elf der 13 teilnehmenden Schüler: Janine Bohm, Leoni Hertzberg, Hannah Schöning, Vanessa Martinez-Lewek, Susanna Sauter, Leoni Jovcic, Annalisa Wulf, Jamila Nini, Emma Carufel, Philipp Alberti und Lorenz Gindele (von links). Es fehlen Sophie Eichberger und Abeni von Schumann. | Bild: Lorna Komm

Freiwillige Treffen mit Senioren

Der „Qualipass“ kann neben Zeugnissen einer Bewerbung beigelegt werden. Der Bürgermeister dankte jedem Schüler einzeln mit Handschlag und zeigte sich beeindruckt von dem Engagement. Man dürfe nicht vergessen, dass die Jugendlichen sich „ohne Zwang in ihrer Freizeit neben den Ansprüchen auf dem Gymnasium freiwillig mit den Senioren treffen“.

Altenheim dankbar für Verbindung

Heimbeiratsvorsitzende Gisela Kunick dankte den Jugendlichen im Namen der Bewohner. Sie seien sehr dankbar über diese Verbindung. Beide Seiten würden von dem Projekt profitieren. Es sei ein Genuss, sich mit den jungen Menschen unterhalten zu können. „Die Jugendlichen machen mich glücklich wie eigene Kinder“, schloss Kunick mit bewegenden Worten.

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Emma Carufel, Schülerin der elften Klasse berichtete auf SÜDKURIER-Nachfrage von ihren Erlebnissen. „Man muss sehr geduldig sein und klar und deutlich sprechen“, sagte sie. Zusammen mit ihrer betreuten Seniorin sei sie viel spazieren gegangen.

Emma Carufel, elfte Klasse: „Dies Erfahrungen sollten mehr jüngere Menschen machen.“
Emma Carufel, elfte Klasse: „Dies Erfahrungen sollten mehr jüngere Menschen machen.“ | Bild: Lorna Komm

Außerdem hätten sie viel über die Vergangenheit der Seniorin geredet und auch über die Zukunftspläne von Carufel. Die Schülerin habe sehr positive Erfahrungen gemacht und meinte: „Das sollten mehr jüngere Menschen machen.“

Viele neue Erfahrungen sammeln

Auch Philipp Alberti beurteilte die Zeit positiv. Der Schüler der zehnten Klasse sagte: „Es war spannend, die Zeit mit älteren Menschen zu verbringen.“ Er habe viele neue Erfahrungen gesammelt. Über alltägliche Dinge habe er mit seinem Senior gesprochen und ansonsten Brettspiele gespielt.

Philipp Alberti, zehnte Klasse: „Es war spannend, die Zeit mit älteren Menschen zu verbringen.“
Philipp Alberti, zehnte Klasse: „Es war spannend, die Zeit mit älteren Menschen zu verbringen.“ | Bild: Lorna Komm

Die 93-jährige Waltraud Rathmann nimmt bereits seit vier Jahren an dem Projekt teil. Es sei schön, dass Jung und Alt zusammenkämen, man würde sich ergänzen.

Seniorin: „Man lernt nie aus“

„Man lernt dabei, dass die Jugend in vielen Dingen auch recht hat“, erklärte die rüstige Seniorin lachend. Auch wenn es äußerlich jedes Jahr das Gleiche sei, treffe man jedes Jahr andere Persönlichkeiten und so sei es doch immer wieder anders. „Man lernt nie aus im Leben“, bilanzierte Rathmann.

Waltraud Rathmann, Seniorin: „Man lernt dabei, dass die Jugend in vielen Dingen auch recht hat.“
Waltraud Rathmann, Seniorin: „Man lernt dabei, dass die Jugend in vielen Dingen auch recht hat.“ | Bild: Lorna Komm