Eine Website programmieren, Social-Media-Kanäle bespielen und Flyer entwerfen: Aaron Okon, Mitglied des Konzeptteams, steckt mitten in den Vorbereitungen zur Jugendgemeinderatswahl in der Woche vom 20. bis 29. November. „Wir haben ein Verfahren entwickelt, wie wir die meisten digital und analog erreichen können. Für die Zielgruppe von zwölf bis 21 Jahren funktioniert das am besten über Instagram, darüber hinaus sind die meisten bei Facebook aktiv“, sagt Okon.

Flyer und Plakat, um auf die Wahl aufmerksam zu machen.
Flyer und Plakat, um auf die Wahl aufmerksam zu machen. | Bild: Julia Leiber

Für Okon sei es eine Ehre, die Werbematerialien entwerfen zu dürfen, da er sich besonders für Grafik- und Mediendesign interessiert. Neben der Social Media-Planung hat er in Eigenregie die Website gestaltet, auf der sich die Jugendlichen bis zum 20. Oktober oder per E-Mail bewerben können.

Es wird online gewählt

Die Wahl findet ausschließlich online statt. Von 14 bis 22 Jahren kann sich jeder Jugendliche aufstellen lassen. Die elf Kandidaten mit den meisten Stimmen gehören dann dem neuen Gremium an. Alle Wahlberechtigten bekommen einen entsprechenden Zugang per Post zugesendet, der nur einmal verwendet werden kann. Diesen bekommen alle Jugendlichen, die im Wahlzeitraum zwischen zwölf und 22 Jahre alt sind, in Markdorf wohnen, zur Schule gehen oder eine Ausbildung machen.

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Wahl verschiebt sich um einen Monat auf Ende November

Ursprünglich war die Wahl in der Woche vom 19. bis 25. Oktober vorgesehen. „Es hat sich aber schnell gezeigt, dass das unrealistisch ist“, sagt Jan Münzer, Jugendbeauftragter der Stadt Markdorf. Die Aktivierung und aktive Phase nach den Sommerferien, um Kandidaten zu finden, brauche mehr Vorlauf. Wegen Corona bräuchten die Schüler erst mal Zeit, im neuen Schuljahr anzukommen.

Die Jugendlichen überlegen bei einem Treffen, wie sie Werbung in Corona-Zeiten für die Jugendgemeinderatswahl machen können, unter anderem in den Schulen.
Die Jugendlichen überlegen bei einem Treffen, wie sie Werbung in Corona-Zeiten für die Jugendgemeinderatswahl machen können, unter anderem in den Schulen. | Bild: Julia Leiber

Herausforderung ist die Kandidatenfindung

Mit den Schulleitern ist Münzer in Kontakt, klärt, wo in der Schule Flyer ausgelegt und verteilt werden können. Linda Staerke, ebenfalls Mitglied im Konzeptteam, bringt ein, dass sie die Schüler direkt in den Klassen ansprechen möchte, um Werbung zu machen. Zudem arbeitet das Konzeptteam mit der Schülermitverantwortung zusammen und tritt an Vereine heran, um die Werbetrommel zu rühren. „Die Kandidatenfindung ist jetzt die größte Herausforderung“, sagt Münzer.

Ideensammlung des Konzeptteams.
Ideensammlung des Konzeptteams. | Bild: Julia Leiber

Drei Kandidaten stehen bereits fest

Okon ist sich sicher, dass er neben der Schule und der Arbeit im Konzeptteam kandidieren möchte. „Wenn jemand deutliches Interesse hat, sich politisch einzubringen, findet man die Zeit dafür“, sagt er. Generell möchten er und seine Mitstreiter im Jugendgemeinderat erreichen, dass die Stimme der Jugendlichen mehr gehört wird.

„Ich plädiere dafür, dass Jugendliche mehr Aufenthaltsorte und Sitzmöglichkeiten bekommen“, sagt Aaron Okon.
„Ich plädiere dafür, dass Jugendliche mehr Aufenthaltsorte und Sitzmöglichkeiten bekommen“, sagt Aaron Okon. | Bild: Julia Leiber

Da der Jugendgemeinderat Ansprechpartner für die Jugendlichen ist und deren Interessen im Gemeinderat vertritt, könne man als Mitglied viel bewegen, sagt Münzer. Dem stimmt Aaron Okon zu. „Alle Jugendlichen können auf uns zukommen, wenn zum Beispiel bestimmte Sportgeräte für die Trendsport- oder Skateranlage gewünscht werden“, sagt der 17-Jährige.

Neben Okon steht eine weitere Kandidatin fest, die sich aufstellen lassen möchte. Für Ida Knecht war diese Entscheidung aus einem Grund besonders motivierend.

„Es wird im Gemeinderat vieles ohne die Jugendlichen entschieden. Die Jugend wird nicht ernst genommen“, sagt Ida Knecht.
„Es wird im Gemeinderat vieles ohne die Jugendlichen entschieden. Die Jugend wird nicht ernst genommen“, sagt Ida Knecht. | Bild: Jörg Büsche

Falls sie gewählt wird, möchte sie sich für den Umweltschutz einsetzen und zeigen, dass man auch im Kleinen etwas bewirken kann. Neben Aaron Okon und Ida Knecht möchte auch die 17-jährige Hannah Satow in den neuen Rat einziehen. Sie findet, dass vor allem der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden müsste.

„Es werden sicherlich noch viele weitere Themen kommen, da wir mit Arbeitsgruppen arbeiten möchten, in denen die Jugendlichen nicht im Jugendgemeinderat sein müssen“, sagt Hannah Satow.
„Es werden sicherlich noch viele weitere Themen kommen, da wir mit Arbeitsgruppen arbeiten möchten, in denen die Jugendlichen nicht im Jugendgemeinderat sein müssen“, sagt Hannah Satow. | Bild: Julia Leiber

Blick in andere Städte mit einem Jugendgemeinderat

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