Welches Storchenpaar brütet in diesem Jahr im Nest auf dem Markdorfer Bischofschloss? Diese Frage war bis vor Kurzem noch ungeklärt, nun ist es aber sicher: Das Storchenpaar Karo und Karl ist zurück und hat das Nest für sich beansprucht. Die beiden hatten bereits im vergangenen Jahr vier Küken auf dem Schloss ausgebrütet, von denen zwei überlebt haben und als Jungstörche das Nest verlassen konnten.

Die Storchen-Cam, also die Videokamera, die auf dem Dach des Bischofschlosses installiert und auf das Nest gerichtet ist, hat Storch Karl das erste Mal am 24. Februar erspäht. Storchendame Karo ließ ihren Karl über eine Woche warten, bis sie sich am 6. März zu ihm gesellte. Mithilfe der Storchen-Cam lässt sich das Nestleben der Störche rund um die Uhr im Internet beobachten.

Ira Gemmeke, die für das Monitoring der Störche zuständig ist, beobachtet Karl und Karo seit ihrer Ankunft gewissenhaft. „Das sind die beiden vom letzten Jahr. So wie die sich begrüßt haben, müssen sie es sein. Das sieht man einfach am Verhalten.“ Mit freudigem Geklapper der Schnäbel hätten sich die beiden Weißstörche begrüßt.

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Allein anhand des Äußeren könne sie die Störche aber nicht voneinander unterscheiden, sagt Gemmeke. Da Karl jedoch eine Ringnummer am Fuß trage, könne sie ihn eindeutig identifizieren. Über Karo hingegen, die nicht beringt ist und ihren Namen aufgrund ihres Karomusters auf den Federn erhalten halt, wisse sie gar nichts.

Seit zwei Wochen machen es sich Karl und Karo nun schon auf dem Schloss gemütlich und sind fleißig dabei, das Nest auf Vordermann zu bringen. Vor allem Karl sammlt eifrig neue Ästchen und Grasbüschel, erzählt Ira Gemmeke. In der Regel dauere es drei bis vier Wochen ab Ankunft der Vögel, bis die Störchin ihre Eier legt. Bei den beiden könne das gegen Ende März der Fall sein. Mit vier bis sechs Eiern rechne sie, das sei bei Störchen normal.

31 bis 32 Tage, bis das erste Küken sich aus dem Ei befreit

Sobald die Eier gelegt sind, brauche es rund 31 bis 32 Tage, bis das erste Küken sich aus dem Ei befreit. „Ich mutmaße, dass Ende April das erste Küken schlüpfen wird“, erklärt die Storchenbeauftragte. Beim Brüten wechsele sich das Paar alle drei bis vier Stunden ab. Während der eine Storch fressen gehe, sitze der andere auf den Eiern und wärme sie. Mit zehn Wochen seien die Jungstörche bereit für erste kurze Flugeinheiten.

Dass Karl und Karo in diesem Jahr wieder zueinandergefunden haben, ist laut Ira Gemmeke nicht selbstverständlich. Denn Störche seien nicht ihrem Partner treu, sondern viel eher dem Nest. Sofern sich dieses als sicherer Brutplatz erweise, versuchten die Störche jeden Frühling dort zu nisten. Störche können bis zu 30 Jahre alt werden und brüten bis sie sterben, weiß die Expertin. Hier finden Sie die Storchencam.