So hat man den Marktplatz selten, vielleicht sogar noch nie gesehen. Rund 2000 Besucher strömten am Freitagabend bei hochsommerlichen Temperaturen zur Open-Air-Bühne in Markdorf. Die Farben schwarz, grün, gelb fanden sich häufig wieder. Sei es auf Shirts, bei Ketten oder schlicht bei der Bühnenbeleuchtung. Es sind die Farben der jamaikanischen Flagge. Der karibische Inselstaat gilt die Heimat der Reggae. Markdorf verwandelte sich am Freitag zu einer jamaikanischen Enklave – mit Gentleman in der Rolle des Gebieters.

Ein Besucher reiste eigens aus Duisburg an. Mexx spielt selbst in einer Reggae-Band namens Tribal M und war in seinem Leben bereits auf so vielen Konzerten, dass er sie nicht mehr zählen kann. Sein Kumpel Pablo wohnt in Lindau. "Wir sind Jugendfreude und bei der Gelegenheit hat es gut gepasst, dass wir uns mal wieder sehen", sagt Pablo und lächelt dabei zufrieden über die Zusammenkunft. Für Pablo ist es eine Premiere: "Ich war noch auf keinem Gentleman-Konzert, aber ich mag die Musik ganz gerne."

Echte Experten: Mexx (links) spielt selbst in einer Reggae-Band, mit der er im Ruhrpott unterwegs ist. Er besuchte seinen Kumpel Pablo und ging mit ihm auf das Gentleman-Konzert.
Echte Experten: Mexx (links) spielt selbst in einer Reggae-Band, mit der er im Ruhrpott unterwegs ist. Er besuchte seinen Kumpel Pablo und ging mit ihm auf das Gentleman-Konzert. | Bild: Heuser, Christoph

Ulrike und Peter Wensing aus Tettnang haben erst kürzlich von der Existenz Gentlemans erfahren. "Wir haben uns im Fernsehen eine Sendung angesehen, bei der Künstler die Songs andere singen", erklärt Peter Wensing, "dort hat Gentleman mitgemacht". Dann schaut Peter Wensing seine Frau an und fährt fort: "Wir fanden ihn beide so gut, dass wir uns sofort Karten für das Konzert in Markdorf bestellt haben."

Bis vor kurzem kannten beide Gentleman noch nicht: Ulrike Wensing (links) und ihr Mann Peter Wensing wurde durch eine Fernsehsendung auf den Reggae-Sänger aufmerksam und besorgten sich im Anschluss direkt Karten für das Open-Air-Konzert in Markdorf. Bilder: Christoph Heuser
Bis vor kurzem kannten beide Gentleman noch nicht: Ulrike Wensing (links) und ihr Mann Peter Wensing wurde durch eine Fernsehsendung auf den Reggae-Sänger aufmerksam und besorgten sich im Anschluss direkt Karten für das Open-Air-Konzert in Markdorf. Bilder: Christoph Heuser | Bild: Heuser, Christoph

"Ich habe Gentleman schon vor 20 Jahren in Konstanz erlebt", erinnert sich Damian Pella, "das war mega geil". Seither besucht er regelmäßig Konzerte des Künstlers. "Die Bühnenshow ist super und der Typ ist einfach cool", komm Damian Pella aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Zusammen mit seinem Kumpel Christian Jeske ist er aus Singen angereist.

Damian Pella (links) hat bereits vor 20 Jahren sein erstes Gentleman-Konzert gesehen und ist seitdem ein großer Fan. Sein Kumpel Christian Jeske war das erste Mal mit dabei.
Damian Pella (links) hat bereits vor 20 Jahren sein erstes Gentleman-Konzert gesehen und ist seitdem ein großer Fan. Sein Kumpel Christian Jeske war das erste Mal mit dabei. | Bild: Heuser, Christoph

Ganz ohne persönlichen Bezug sind Christina Herrmann und Michaela Mutter zu dem Konzert gegangen. "Wir wollen einfach den Start in das Wochenende genießen und dachten uns, dass man das hier gut machen kann", sagt Christina Herrmann. "Wenn sowas schon mal in der Nähe ist, muss man auch hingehen", ergänzt Michaela Mutter aus Heiligenberg. Mit Reggae haben beide eigentlich keine Berührungspunkte, allerdings passe die Musik perfekt zu den hohen Temperaturen.

Michaela Mutter (links) und Christina Herrmann wollten lediglich den Freitagabend genießen, ohne dass sie große Reggae-Fans sind. Am Ende waren beide vom Konzert begeistert.
Michaela Mutter (links) und Christina Herrmann wollten lediglich den Freitagabend genießen, ohne dass sie große Reggae-Fans sind. Am Ende waren beide vom Konzert begeistert. | Bild: Heuser, Christoph

Damit lagen die beiden genau richtig. Als Gentleman auf die Bühne trat und loslegte, hat er die Besucher sofort in seinen Bann gezogen. Bereitwillig folgten die Gäste scheinbar ausnahmslos seinen Anweisungen, wippten, schwangen mit den Armen und hatten schlichtweg einfach gute Laune.

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Als Gentleman nach bloß gut einer Stunde schon den Schlussspurt einläutete, verließen Damian Pella und Christian Jeske bereits das Konzert. "Es war alles super, hat uns wieder sehr gut gefallen", ruft Christian Jeske. "Aber wir müssen leider zur Fähre." Nach den Zugabe-Rufen sang Gentleman schließlich noch seinen Hit Superior und schloss balladig ab.

"Er hat zwar wirklich lange auf sich warten lassen", bemängelte Christina Herrmann, den erst um 21.05 Uhr begonnen Auftritt, "aber mit seiner der Musik und der Unterhaltung hat er das wieder gut gemacht", strahlte sie nach dem Konzert. "Wir haben alle getanzt und uns mitreißen lassen."