Rot und Weiß sind die Farben von Magdalena Linnig. Zum einen weil sich die Flagge ihres Heimatlandes Polen aus diesen zusammensetzt, zum anderen, weil die 43-Jährige vor einigen Jahren ihre Leidenschaft für Weine entdeckt hat: Für Rot- und Weißweine. Daher liegt es nahe, dass auch das Logo ihres neuen Cafés und Vinothek namens „Ambasadorka“ diese beiden Farben enthält.

Eigenes Café war immer ein Traum

Gemeinsam mit ihrem Mann Michael Linnig hat sie die Räumlichkeiten des ehemaligen Café di Coppola in der Ulrichstraße übernommen und verwirklicht sich nun mit ihrem eigenen Gastronomiebetrieb ein Traum. „Als wir mitbekamen, dass Brigida di Coppola ihr Café aus gesundheitlichen Gründen nicht weiterführen kann, mussten wir eigentlich nicht lange überlegen“, sagt Magdalena Linnig im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

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Das Markdorfer Ehepaar war dort gerne Gast gewesen und hat die Chance, die sich ergeben hat, ergriffen. Als Linnig 2003 nach Markdorf gezogen ist, war in den Räumlichkeiten noch ein Leuchten- und Lampengeschäft. „Ich dachte damals schon, dass dies der perfekte Ort für ein kleines Café sei“, erinnert sie sich. Doch damals steht die studierte BWLerin noch mitten in einem anderem Berufsleben, war bei einem Omnibushersteller angestellt und für die Ersatzteilversorgung verantwortlich.

Liebe zum Wein entsteht am Bodensee

Vor einigen Jahren entdeckt sie dann ihr Interesse an Wein. „Die Liebe zum Wein ist hier am Bodensee geboren. Mein Mann ist Saarländer und mein Schwiegervater tischte uns stets tollste Tröpfchen von der Mosel auf. So habe ich Mosel-Weine kennengelernt. Bei vielen unserer Reisen, zum Beispiel nach Südtirol oder Sizilien, habe ich den Wein für mich entdeckt“, erzählt Magdalena Linnig.

Sie wagt einen ersten beruflichen Neustart und macht sich mit einer Vermittlung selbstständig. „Ich vermittle deutsche Weine in meine polnische Heimat“, sagt Linnig. Sie besucht Seminare und Fortbildungen, ihre Ausbildung zum Sommelier möchte sie in diesem Jahr abschließen.

Café und Vinothek im „Ambasadorka“

Von ihrem Fachwissen können bald auch die Markdorfer profitieren. Denn in den Räumlichkeiten neben der Stadtgalerie werden nicht nur ein neues Café, sondern auch eine Vinothek entstehen. „Kaffee, Wein und Genuss passen perfekt zusammen“, so Magdalena Linnig, die bei der Verwirklichung ihres Traumes von ihrem Ehemann, Business-Coach Michael Linnig unterstützt wird. „Ich bin sozusagen der Geburtshelfer“, sagt er und lacht.

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Nun stehen die beiden vor der Herausforderung, als Quereinsteiger in der Gastronomie durchzustarten. „Wir haben keine Angst davor, aber natürlich Respekt“, sagt Michael Linnig. Magdalena Linnig sieht es als „neues Projekt“, das sie erfolgreich gestalten und umsetzen möchte.

Das Markdorfer Café di Coppola gehört der Vergangenheit an. In die Räumlichkeiten neben der Stadtgalerie zieh nun das „Ambasadorka“.
Das Markdorfer Café di Coppola gehört der Vergangenheit an. In die Räumlichkeiten neben der Stadtgalerie zieh nun das „Ambasadorka“. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Doch was bedeutet nun eigentlich „Ambasadorka“? Das ist ein polnisches Wort und heißt ins Deutsche übersetzt „Botschafterin“. So sieht sich Magdalena Linnig: Als Botschafterin für den Genuss. Und als gute Gastgeberin, denn in Polen gebe es eine „wunderschöne Tradition“.

Beim Weihnachtsfest werde immer ein Gedeck mehr auf den Tisch gestellt, als Personen anwesend sind – falls unangekündigter Besuch auftauche. Dieser sei laut Linnig immer herzlich willkommen und auch im „Ambasadorka“ sollen alle willkommen sein. „Ein polnisches Sprichwort lautet: Gast zuhause, Gott zuhause“, erzählt Linnig. Kein Gast werde je hungrig nach Hause gehen.

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Ein Ort, der zum Verweilen einlädt

Donnerstag und freitags ist das Café bis 22 Uhr geöffnet, damit die Markdorfer eine weitere Möglichkeit bekommen, sich abends auf ein Glas Wein in gemütlicher Atmosphäre zu treffen. Dazu werden kleine Snacks angeboten. „Wir möchten ein Ort für alle sein, der zum Verweilen einlädt“, sagt Michael Linnig. Tagsüber ein Café, abends eine Weinbar. Die neuen Pächter freuen sich auch auf die Zusammenarbeit mit dem Kunstverein und auf gemeinsame Veranstaltungen.

Noch liegt einige Arbeit vor dem Markdorfer Ehepaar, bis der Gastronomiebetrieb im April eröffnet wird.
Noch liegt einige Arbeit vor dem Markdorfer Ehepaar, bis der Gastronomiebetrieb im April eröffnet wird. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Derzeit laufen in den Räumlichkeiten die Renovierungsarbeiten. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Betrieb Anfang April aufgenommen werden. Auch der fünfjährige Sohn Max ist schon ganz aufgeregt und begleitet die Bauarbeiten interessiert.

Das alte Mobiliar ist raus, alles wird neu gestaltet. „Das Café di Coppola war Brigida Coppola-Bäder. Das war sehr persönlich. Das hätte nicht gepasst, dieses Konzept zu übernehmen“, sagt die 43-Jährige. Jeder habe seine eigene Handschrift und das „Ambasadorka“ bekommt ihre.

Winzerabende und Weinverköstigungen sind geplant

Das Konzept sieht eine Theke und davor einen Sitzbereich für das Café vor. An der Fensterfront entsteht ein chilliger Loungebereich. An der Wand entsteht ein großes Weinregal, davor wird es einen hohen langen Tisch mit Sitzhockern geben, man kann aber auch stehen. In diesem Bereich sollen die Weine vorgeführt, getestet, getrunken und verkauft werden.

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Veranstaltungen wie Winzerabende und Weinverköstigungen sind geplant. Der Schwerpunkt wird auf deutschen Weinen liegen – aber nicht nur. „Wir werden verschiedene Weine im Wechsel anbieten und unsere Gäste auch gerne über die Geschichte und Hintergründe der Rebsorten sowie den Anbau informieren, wenn Interesse besteht“, so die Weinkennerin.

Ihr Motto: Besondere Weine von besonderen Winzern für besondere Gäste. Ihr Lieblingswein? Da ist sie ehrlich. Sorry, liebe Markdorfer! Es ist ein Riesling von der Mosel.

Extra-Öffnung zum Fasnetsumzug und Rosenmontag

Am Sonntag, 23. Februar und Montag, 24. Februar gibt es für die Narren eine Baustellen-Bewirtung. Dann ist das „Ambasadorka“ während des Umzuges und „Markdorf total verruckt“ geöffnet.