Kai Eichler, der laufbegeisterte Feuerwehrmann aus Immenstaad, ist wieder unterwegs. Nach seinem jüngsten und wie er betonte letzten Weltrekordversuch im Oktober, bei dem er den zeitlich längsten Nonstop-Marsch in persönlicher Feuerwehrschutzkleidung absolvieren wollte, hat er nun ein neues Projekt.

Er will mit ungewöhnlichen Laufaktionen auf die Situation von Familien aufmerksam machen, die ein Familienmitglied in den Tod begleiten müssen und Hilfe beim ambulanten Kinderhospizdienst Amalie finden. Dieser bietet in Friedrichshafen und Ravensburg Lebensbegleitung für Familien an, die mit den Themen Krankheit, Tod und Trauer konfrontiert werden.

Feuerwehrmann will Arbeit des Kinderhospizdiensts bekannter machen

Am vergangenen Samstag lief Kai Eichler auf der Fähre von Friedrichshafen nach Romanshorn eine Stunde lang im Kreis – in Schutzkleidung und mit Corona-Maske. „Ich freue mich sehr, dass die Bodensee-Schiffsbetriebe diese Aktion unterstützt haben, das Thema ist leider noch nicht in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen“, sagt der Extremsportler aus Immenstaad. Er ist selbst Pate bei Amalie und hat drei Familien in ihren schwersten Zeiten unterstützt. Jetzt will er die Arbeit von Amalie bekannter machen, indem er aufmerksamkeitswirksam marschiert.

Am 6. November absolvierte Kai Eichler den ersten von 112 geplanten einstündigen Läufen in Schutzkleidung. Weil die 112 die Notrufnummer der Feuerwehr ist, will er an 112 aufeinanderfolgenden Tagen jeweils eine Stunde in Schutzkleidung laufen – so der Plan. „Ich hoffe, dass ich das an vielen ungewöhnlichen Orten tun kann, um möglichst viele Menschen zu erreichen“, sagt er.

Eichler marschiert dort, wo es gerade passt

So würde Kai Eichler gern den Häfler Moleturm rauf- und runterlaufen oder einfach mal eine Stunde in einem Kreisverkehr marschieren. Aber dafür braucht es Genehmigungen – und die hat er noch nicht. Also marschiert er dort, wo er gerade ist und wo es passt.

Weil er derzeit im Schichtdienst arbeitet, kann er selbst keine Familie betreuen, denn, so sagt Kai Eichler, man brauche für eine Patenschaft zwar nur zwei bis drei Stunden Zeit in der Woche, aber die sollten regelmäßig zur Verfügung stehen. „Das geht nicht, wenn man schichtet.“ Also läuft Kai Eichler in Schutzkleidung, um Aufmerksamkeit und Interesse zu wecken.

Ende der Aktion am 26. Februar geplant

Je öfter er dabei angesprochen wird und erklären kann, warum er das tut, desto besser geht es ihm dabei: „Eine Stunde laufen, das bekommt man immer irgendwo unter am Tag“, sagt Kai Eichler. Wenn alles klappt wie geplant, endet die Aktion am 26. Februar.

„Dann kennen mehr Leute Amalie und vielleicht finden sich sogar neue Paten“, hofft der Feuerwehrmann. Er weiß aber auch, dass viele Leute den mobilen Kinderhospizdienst lieber mit Spenden unterstützen möchten.

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Das ist unter dem Kennwort „Kinderhospizdienst“ und der IBAN DE 35 6905 0001 0020 9944 71 bei der Sparkasse Bodensee möglich. Informationen unter www.kinderhospizdienst-amalie.org