Ein dickes Bündel von Prüfaufträgen im Rahmen des Projekts „Mitte gestalten“ hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl an Stadtplaner Helmut Hornstein, Straßenplaner Claus Kiener und die Verwaltung vergeben. Und auch auf den Anwalt der Gemeinde, der die rechtliche Umsetzbarkeit prüfen soll, kommt viel Arbeit zu.

Dörflicher Charakter mit modernen Akzenten

„Es sind ungefähr 150 einzelne Handlungsaufträge geteilt durch drei“, fasste Bürgermeister Johannes Henne zusammen. Alexander Leitz, den die Gemeinde mit der Moderation des Projekts beauftragt hat, berichtete, dass bis zum 7. Mai 213 Beiträge von Bürgern eingegangen seien. Übereinstimmung gebe es bei den Bürgern in dem Wunsch, den dörflichen Charakter Immenstaads mit einigen modernen Akzenten zu bewahren, bilanzierte der Moderator. Hauptthemen seien Gebäude, Freiflächen und Verkehr. Im nächsten Schritt sollen die Planer jetzt auf Basis der Ideen und Anregungen der Bürger Konzepte entwickeln. „Es geht dabei aber noch nicht um Details wie die Frage, wo ein Baum oder eine Bank stehen soll“, schickte Alexander Leitz voraus. Man wolle sich auch ausschließlich auf den Bereich der Haupt- und Bachstraße konzentrieren.

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Ortsbild und Architektur im Fokus

Stadtplaner Helmut Hornstein stellte fest: „Das Thema Ortsbild und Architektur ist den Bürgern sehr wichtig.“ Viele von ihnen wünschten sich, dass im Rahmenplan nicht nur Gebäudehöhen und das Verhältnis von Freiflächen zu bebauten Flächen geregelt, sondern auch Möglichkeiten zum Erhalt von Sichtbeziehungen zum See geprüft werden. Auch die Gestaltung von Gebäuden und Außenflächen solle der Plan regeln, von Dachformen und -neigungen über die Fassadengestaltung bis hin zur Aufwertung von Vorplätzen. Zudem solle die Zulässigkeit von Zweit- oder Ferienwohnungen begrenzt werden und in bestimmten Bereichen auch eine Verpflichtung für Geschäfte im Erdgeschoss bestehen. Auch eine Tiefgaragenpflicht bei Neubauten solle geprüft werden.

Öffentliche Plätze sollen attraktiver werden

Für öffentlich zugängliche Freiflächen wünschen sich die Bürger laut Helmut Hornstein mehr Aufenthaltsqualität. Dazu gehöre eine Belebung des Platzes in der Ortsmitte durch mehr Grün, eine Aufwertung des Platzes vor der Kirche St. Jodokus, eine Neugestaltung des Platzes vor dem Bürgerhaus bis hin zur Prüfung, ob der Kobenbach in der Bachstraße wieder offen gelegt werden kann. Auch der allgemein gehaltene Wunsch nach mehr Grün und Bäumen soll auf seine Machbarkeit hin geprüft werden.

Verkehrszählung im Sommer geplant

Zum Thema Verkehr erklärte Claus Kiener vom Planungsbüro Modus Consult, dass nicht nur der Auto- und Lastwagenverkehr betrachtet werden solle, sondern auch Fußgänger, Radfahrer, öffentlicher Verkehr und die Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsmittel. Der ruhende Verkehr, sprich parkende Fahrzeuge, solle ebenfalls in die Untersuchungen eingehen. „Wir müssen sehen, wo es Defizite gibt und prüfen, wie wir diese beseitigen oder zumindest die Situation verbessern können“, fasste Kiener zusammen. Über den Sommer sollen dazu mit einer Verkehrszählung Daten beschafft werden.

Fußgängerzone in der Bachstraße? Darüber sind sich die Bürger uneins

Für die Hauptstraße soll Claus Kiener unter anderem Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung und zum Ausbau von Gehwegen prüfen sowie, ob ein Kreisverkehr an der Einmündung Happenweilerstraße möglich und sinnvoll wäre. Ob im Bereich der Bachstraße eine Fußgängerzone entstehen soll, darüber gehen die Meinungen der Immenstaader laut den Planern auseinander.

Einkaufsstraße mit Autoverkehr oder künftig Fußgängerzone? Bei der Bachstraße gehen die Meinungen auseinander.
Einkaufsstraße mit Autoverkehr oder künftig Fußgängerzone? Bei der Bachstraße gehen die Meinungen auseinander. | Bild: Gisela Keller

Dazu, dass weniger Autos am Straßenrand parken, könnte eine öffentliche Tiefgarage, ein besseres Parkraumkonzept und ein Parkleitsystem beitragen. Auch darüber sollen sich die Planer Gedanken machen.

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