Hallenbäder sind nicht gerade viele zu finden in der Region. Das kann auch daran liegen, dass der Unterhalt oft teuer und Reparaturen kostspielig sind. Bei älteren Gebäuden macht oft die Statik Probleme. Letzteres hat dazu geführt, dass im Oktober vergangenen Jahres das Hallenbad in Heiligenberg geschlossen werden musste.

Die Einrichtung gehört allerdings nicht der Gemeinde, sondern ist Teil der Luisenresidenz, einer Seniorenwohnanlage im Herzen des Ortes. Genutzt wurde das Bad aber zu 95 Prozent öffentlich. Volkshochschule, Wassergymnastik, Rheumagruppe, Frauengruppe und viele Einzelgäste kamen hierher. Wann das wieder möglich sein wird, das steht in den Sternen.

„900 000 Euro würde die Sanierung kosten“, sagt Verwaltungsleiterin Gabriele Knoll. Der Wille für die Sanierung sei da, aber die Investition sei eben nicht gerade klein. Das Flachdach ist undicht und stellt ein Risiko für Folgeschäden dar. Die Konstruktion stammt aus den 70er Jahren und ist mit Asbest belastet. Ein komplett neues Dach wird wohl unausweichlich sein. Konstruktionsbedingte Mängel des gesamten Gebäudes machen eine umfangreiche Sanierung notwendig.

Schäden gibt es auch am Beckenrand, wo ebenfalls Handlungsbedarf besteht.
Schäden gibt es auch am Beckenrand, wo ebenfalls Handlungsbedarf besteht. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Ein Gutachten schlägt vor, das Becken mit Edelstahlblech auszukleiden, da hier bereits Risse in erheblichem Ausmaß vorhanden sind. Auch sollten die komplette Aufbereitungsanlage für das Badewasser und die schadensanfälligen Umlaufpumpen erneuert werden. Die Kosten sind enorm. Dazu kommen noch einige kleinere Maßnahmen, um das Bad nicht nur zu sanieren, sondern auch attraktiver zu machen.

Die Liegen im Ruheraum sind leer. Das Hallenbad bleibt vorerst geschlossen.
Die Liegen im Ruheraum sind leer. Das Hallenbad bleibt vorerst geschlossen. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Für Bürgermeister Frank Amann ist das Bad eine wichtige Einrichtung in der Gemeinde. „Dass wir ein Hallenbad mit Sauna und Solarien neben einem Freibad haben, wissen wir alle sehr zu schätzen“, macht er deutlich. Allerdings stellt er fest, dass die Unterstützung für den Betrieb in Höhe von 15 000 Euro im Jahr eine freiwillige Leistung der Gemeinde für wenige Bürger sei, die das Hallenbad vor allem für therapeutische Maßnahmen nutzten.

Wunsch nach Schwimmunterricht

Bislang gab es keinen regelmäßigen Schwimmunterricht für die Kinder der Grundschule. Bei schlechtem Wetter wurde der Schwimmbetrieb durchaus auch mal vom Freibad ins Hallenbad verlegt. Der Eigentümer habe laut dem Bürgermeister aber seine Bereitschaft signalisiert, auch regelmäßigen Schwimmunterricht zu ermöglichen, wenn die Gemeinde bereit sei, dafür eine Kostenbeteiligung zu übernehmen. Das ist aber noch vollkommen offen.

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„Eine Entscheidung darüber wird der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung treffen“, macht Frank Amann deutlich. Im Haushalt 2020 ist ein möglicher Zuschuss in Höhe von 50 000 Euro als „Merkposten“ eingeplant. Bei der Diskussion dürfte auch die Tatsache eine Rolle spielen, dass das Hallenbad auch von Auswärtigen genutzt wird.

Ältere bevorzugen Hallenbad statt Freibad

Eine davon ist Monika Schöllhammer aus Wilhelmsdorf. Die Seniorin ist seit rund zehn Jahren Stammgast. „Frühmorgens schwimmen und dann ins Schloßcafé zum Frühstück“, das war für sie selbstverständlich. Die 74-Jährige ist überzeugt, dass gerade für Senioren so ein Hallenbad eine tolle Sache sei. Das Freibad sei zwar sehr schön, aber sie meint, dass Ältere ein Hallenbad bevorzugen. Man wolle vor allem schwimmen und nicht in der Sonne liegen.

Ihre 20er-Karte hat sie noch immer im Geldbeutel. „Die hat 41 Euro gekostet. Und das ist doch eigentlich viel zu billig“, sagt sie. Zumal es ja keine Zeitbegrenzung für das Schwimmen gebe. Der Einzelpreis für einen Erwachsenen lag bisher bei 4,50 Euro, für Rentner und Menschen mit Behinderung bei 3 Euro. „Da könnte man bestimmt erhöhen“, schlägt Monika Schöllhammer vor.

Die Frage ist nur, ob es überhaupt dazu kommen wird. Denn bislang ist die Finanzierung der Sanierungsarbeiten nicht geklärt. Das Becken bleibt also vorerst leer – und die Hallenbadfreunde zu Hause.

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