Vor David Vinkovic liegt ein dicker Stapel Bücher auf dem Tisch. Sie tragen Titel wie „Kasi Kauz und die komische Krähe“, „Die wunderbarsten Wesen der Welt“ oder „Der Monsterjäger-Club“ und richten sich allesamt an Grundschüler zwischen sechs und zehn Jahren. Zehn Werke, die von einer 32-köpfigen Kinderjury gelesen und bewertet wurden. Eines davon wird am 8. Oktober in Leipzig zum Sieger gekürt – und David wird mit seiner Familie dabei sein.

Schließlich ist der Achtjährige aus Friedrichshafen eines von 32 Kindern in der Jury. Jeweils zwei Kinder pro Bundesland sind dabei, alle zwischen sechs und zehn Jahre alt. „Ich habe den Aufruf im Radio gehört und David angemeldet“, sagt Mutter Katharina Vinkovic. Prompt wurde der Drittklässler ausgewählt und bekam Anfang August pünktlich zu den Sommerferien ein Buchpaket mit zehn vorab ausgewählten Werken zugeschickt.

Sams, Pumuckel, Harry Potter – David liebt sie alle

„Ich lese eigentlich jeden Tag“, erzählt er, „zum Beispiel mag ich die Geschichten vom magischen Baumhaus gern oder auch Sams oder Pumuckel.“ Mit sieben Jahren habe er bereits den ersten Harry-Potter-Band gelesen, weil die große Schwester so davon geschwärmt hat. Am liebsten liest David abends. „Wenn ein Buch total spannend ist, zum Beispiel weil gerade Einbrecher gefasst wurden, finde ich es schon doof, wenn ich das Licht zum Schlafen ausmachen muss“, sagt er.

Und was ist aus seiner Sicht Deutschlands bestes Kinderbuch? „Das darf ich nicht verraten, aber aus dem Paket haben mir viele Bücher richtig gut gefallen“, sagt er. Unter den Büchern sind unter anderem großformatig illustrierte Bilderbücher, ein Kinderkrimi zum Miträtseln, aber auch Fabelgeschichten und witzige Romane. Nicht alle Titel stammen von klassischen Kinderbuchautoren. „Kasi Kauz“ zum Beispiel ist aus der Feder des Konstanzer Schauspielers Oliver Wnuk. „Allerbeste Schwestern“ hat Journalistin Caroline Rosales geschrieben.

Unter den Werken sind auch Bücher von Menschen, die normalerweise keine Kinderbücher schreiben. Zum Beispiel von Schauspieler Oliver ...
Unter den Werken sind auch Bücher von Menschen, die normalerweise keine Kinderbücher schreiben. Zum Beispiel von Schauspieler Oliver Wnuk, der aus Konstanz stammt. | Bild: Wienrich, Sabine

Drei Bücher durfte David bereits prämieren, doch welches Buch es letztlich wird, entscheidet sich erst am 8. Oktober. Dann fährt David mit seiner Familie nach Leipzig, wo die Verleihung des Kinderbuchpreises stattfindet. Worauf er besonders gespannt ist? „Na, was wohl passiert, wenn alle Kinder zwei Bücher gleich gut fanden?“ Bleibt der Preis seinem Motto treu, dann haben wohl die Kinder das letzte Wort.