Der Zahn der Zeit hat an dem über 50 Jahren alten Badesteg im Häfler Strandbad kräftig genagt. Laut einem aktuellen Gutachten gebe es „erhebliche Bauschäden“, die „zwingend“ zu beseitigen sind, erklärte Stadtbauamtsleiter Wolfgang Kübler am Dienstagabend im Bauausschuss. An manchen Stellen ist der Beton an der Unterseite des Stegs so massiv abgeplatzt, dass die Bewehrung frei liegt und gerostet ist. Dazu kommen Risse im Beton und Feuchteschäden vor allem an Fugen.

Der gut 100 Meter lange Badesteg reicht weit in den See hinein.
Der gut 100 Meter lange Badesteg reicht weit in den See hinein. | Bild: Anette Bengelsdorf

Auch das Geländer hat nicht nur Rostschäden und muss erneuert werden. Außerdem ist es inzwischen mit 90 Zentimetern zu niedrig. Die gängige Norm verlange eine Höhe von mindestens einem Meter.

Kosten auf 500.000 Euro taxiert

Mit Blick auf die nächste Badesaison soll der Badesteg bereits in diesem Winter saniert werden. Dabei ist das mit veranschlagten Kosten von 500.000 Euro alles andere als billig. Im Bauausschuss gab es dazu aber keine langen Diskussionen. Einzig Regine Ankermann (Grüne) wollte wissen, ob man bei der Gelegenheit den gut 100 Meter langen Steg nicht noch verlängern könnte. Mit Niedrigwasser wie in diesem Sommer werde man es wohl künftig häufiger zu tun haben. „Das wird wohl nicht möglich sein“, so Kübler.

Weit über 100.000 Besucher haben das beliebte Strandbad in diesem heißen Sommer genutzt. Ob die Ufermauern hier wegkommen, wird erst im ...
Weit über 100.000 Besucher haben das beliebte Strandbad in diesem heißen Sommer genutzt. Ob die Ufermauern hier wegkommen, wird erst im nächsten Jahr Thema im Gemeinderat sein. | Bild: Stadt Friedrichshafen

Einer naheliegenden Debatte zu anderen Themen im Strandbad schob der Stadtbauamtsleiter aber gleich zu Beginn einen Riegel vor. Es gehe diesmal nur um den Steg, nicht um den barrierefreien Seezugang oder die geplante Uferrenaturierung. Beides steht im Rathaus schon seit Jahren auf der Agenda. Der vorgesehene Rückbau der Ufermauern ist allerdings nicht unumstritten. Aber auch hier ist die Bauverwaltung offensichtlich einen Schritt weiter. Im Januar nächsten Jahres soll der Gemeinderat ein Konzept dazu auf den Tisch bekommen.

Uferrenaturierung Thema im Januar

Am Ende bewilligte der Bauausschuss die halbe Million Euro, um den Steg im Winter zu sanieren. Das geht nur bei Niedrigwasser, weil ein Baugerüst nötig ist. Mit der Stegsanierung dürfte zumindest ein kritischer Punkt in Sachen Uferrenaturierung abgehakt sein: Ein Abbau des Badestegs wie im Eriskircher Frei- und Seebad sollte nach dieser Investition nicht auf dem Plan stehen.