Friedrichshafen – Das kündigte am Mittwoch bei einer Kundgebung der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben Enzo Savarino an, Erster Bevollmächtigter der Gewerkschaft in dieser Region. Seine Frage an die Teilnehmer eines groß angelegten Warnstreiks in Friedrichshafen beantworteten die Streikteilnehmer einmütig mit Ja-Rufen, Klatschen und Pfeifentrillern. Aus den Friedrichshafener Metallbetrieben waren nach Schätzung der Gewerkschaft rund 1500 Arbeitnehmer auf den Karl-Maybach-Platz gekommen. Beobachter der Polizei sprachen hingegen von geschätzt 1000 Teilnehmern an der Kundgebung.

Mit Bannern, Fahnen und Plakaten strömten kurz vor 12 Uhr die Streikenden zum Platz gegenüber der Zentrale von MTU. Mit dabei waren Arbeitnehmer von der Firma Braun in Kluftern, Liebherr, der Zeppelin GmbH, von MTU und natürlich vom "mittelständischen Unternehmen ZF", wie Gewerkschaftssekretärin Helene Sommer die Mitarbeiter eines der größten Automobilzulieferers auf der Welt begrüßte.

Enzo Savarino stimmte die Streikenden auf die Inhalte der laufenden Tarifunde und die möglichen Konsequenzen ein. Derzeit gehe es nicht nur um die Gehaltsforderung von fünf Prozent Lohnerhöhung, sondern auch um Respekt für die Arbeitnehmer. Die Firmenchefs benötigten offenbar immer wieder Signale, wie ernst es den Mitarbeitern mit ihren Forderungen sei, rief Savarino unter dem Jubel der IG Metaller der Menge zu. Am Dienstag seien im Bereich der Gewerkschaft 4000 Metaller in den Ausstand getreten. Am Mittwoch waren es in der ganzen Region laut Savarino 8000 Gewerkschaftsmitglieder, die die Arbeit niederlegten.

Deutliche Worte fand der Gewerkschaftschef für die Haltung der Arbeitgeber: "In Zeiten guter wirtschaftlicher Lage mit höchster Produktivität ist es eine schlichte Sauerei, dass hier nicht mehr als 0,9 Prozent Lohnerhöhung angeboten wurde." Und weiter: "Eine höhere Rendite gibt es nicht auf dem Buckel der Arbeitnehmer."

Savarino wollte nicht ausschließen, dass es nach den Verhandlungsrunden heute in Nordrhein-Westfalen und dann am Freitag in Baden-Württemberg zu einem Ergebnis kommen könnte. "Aber wenn es kein Ergebnis gibt, dann müssen wir richtig auf den Putz hauen." Ganztägige Streiks seien die Folge, was von den Teilnehmern der Kundgebung einmütig begrüßt wurde.

Neben den Gewerkschaftsfunktionären legten unter anderem der Betriebsratsvorsitzende von ZF Achim Dietrich-Stephan, MTU-Betriebsrat Achim Zinser und Arnim Eglauer, Betriebsratsvorsitzender der Airbus DS GmbH, ihre Sicht der Dinge dar. Der ZF-Betriebsratschef vertrat die These, dass die Kaufkraft der Beschäftigten die Wirtschaft ankurbele. "Es ist deshalb richtig, höhere Löhne zu fordern."