Friedrichshafen – Mit dem Ilse-Essers-Preis zeichnet die Stadt Friedrichshafen die besten Absolventinnen der technischen Studiengänge der DHBW Ravensburg, Campus Friedrichshafen, aus. Laut Mitteilung haben dieses Mal Katharina Kaiser und Lena Spindler den Dr.-Ilse-Essers-Preis der Zeppelin-Stiftung erhalten, der anlässlich des Aktionstages "Girls' Days" von Bürgermeister Andreas Köster überreicht wurde. Verbunden mit dem Preis ist ein einwöchiger Aufenthalt in einem der Stiftungsbetriebe. 2017 ist der Preis mit einem Aufenthalt bei der Zeppelin GmbH in Singapur verbunden.

„Sie werden mehr, die Frauen in den Ingenieurswissenschaften. Wenn sie auch heute noch keine Selbstverständlichkeit sind, entschließen sich immer mehr Frauen dazu, einen technischen Beruf zu ergreifen. Wir haben längst begriffen, dass in jungen Frauen ein ungeheures Potenzial schlummert, auf das wir auf dem Gebiet der Technik nicht verzichten können. Ich gratuliere ihnen beiden zu dem brillanten Abschuss, den sie erreicht haben“, sagte Bürgermeister Andreas Köster bei der Preisverleihung.

Katharina Kaiser kommt aus Tettnang und erhielt den Preis für ihre hervorragenden Leistungen im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen – Technisches Management (Maschinenbau). Nach dem Abitur in Tettnang absolvierte Katharina Kaiser mehrere Praxis- und Theoriephasen im In- und im Ausland, unter anderem in Aiken in den USA und an der Napier University in Edinburgh. Die Ausbildung während ihres dualen Studiums an der DHBW hat sie in Kooperation bei der MTU Friedrichshafen gemacht. Seit Oktober 2016 ist sie bei der MTU Friedrichshafen als Versuchsingenieurin tätig. „Wohin mich mein weiterer Weg führt, weiß ich noch nicht sicher. Zunächst werde ich bei der MTU bleiben – früher oder später treibt es mich aber sicher nochmals zum Studieren“, erklärte sie.

Neben Katharina Kaiser wurde Lena Spindler aus Langenargen ausgezeichnet. Sie erhielt den Preis für ihre ausgezeichneten Leistungen im Studienbereich Maschinenbau – Vertiefung Konstruktion und Entwicklung – Mechatronische Systeme. Spindler besuchte die Realschule St. Elisabeth, die Dornier-Schule und machte anschließend eine Ausbildung zur Technischen Zeichnerin bei der MTU Friedrichshafen. Dem schlossen sich mehrere Praxisphasen und das Duale Studium an der DHBW in Zusammenarbeit mit der MTU Friedrichshafen GmbH an. Seit Oktober 2016 macht sie ihr Masterstudium an der Universität Erlangen-Nürnberg. „Zunächst will ich meinen Master erfolgreich abschließen, anschließend an den See zurückkehren und gerne wieder bei der MTU arbeiten“, sagte Lena Spindler.

Dr.-Ilse-Essers-Preis

Mit der Auslobung des Preises würdigt die Stadt Friedrichshafen nicht nur die besonderen Leistungen der Preisträgerinnen, sondern achtet mit Ilse Essers auch eine Frau, die die Entwicklung der Luftfahrt nicht nur miterlebt, sondern aktiv mitgestaltet hat. Ilse Essers ist ein Vorbild für junge Studentinnen, die an der Dualen Hochschule außergewöhnliche Leistungen erbringen. Der Preis wird jedes Jahr vergeben.

Ilse Essers war die Tochter des nicht nur in Friedrichshafen bekannten Theodor Kober, der als Ingenieur für Graf Zeppelin an der Entwicklung von dessen erstem Luftschiff arbeitete. 1898 wurde sie in München geboren und zeigte schon als Kind Interesse für Mathematik und Technik. Ihre Mutter Anna sorgte dafür, dass Ilse sich auf der als Jungenschule geführten Realschule auf ein Studium in Maschinenbau vorbereiten konnte. Und so konnte sie irgendwann Technische Physik in München studieren. Doch damit war ihr Weg als Ingenieurin nicht gebahnt. Sie wurde immer wieder abgewiesen und arbeitete als Konstruktionszeichnerin, bis sie schließlich im Aachener Institut von Theodor von Karman als Flugzeugkonstrukteurin ihre Chance bekam. Von Karman förderte die junge Ingenieurin und sorgte dafür, dass ihre Ideen über die Stegbeanspruchung von Biegungsträgern, von ihrem früheren Professor als Unsinn abgetan, als Diplomarbeit anerkannt wurden.