Im Zeppelin Museum liegen nun aber nicht nur die Broschüren aus, die auf 60 Seiten über eben diese Leitprojekte informieren, hier wurde gleichzeitig auch eine Ausstellung eröffnet, die Visionen für die Zukunft Friedrichshafens skizziert, aber auch den bisherigen Arbeitsprozess auf Schautafeln dokumentiert und natürlich einmal mehr einlädt, sich einzubringen. Denn der Abschluss der Erarbeitungsphase ist nur ein Zwischenschritt, oder wie es Stephanie Rahlf, Geschäftsführerin der Koris (Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung) ausdrückt: "Die Pflöcke, die Orientierung für die Zukunft geben können, sind eingeschlagen."

Erste Besucher informierten sich bereits am Mittwochabend in der Ausstellung zum Stadtentwicklungskonzept Isek. Die Schau wird bis zum 29. März zu sehen sein.
Erste Besucher informierten sich bereits am Mittwochabend in der Ausstellung zum Stadtentwicklungskonzept Isek. Die Schau wird bis zum 29. März zu sehen sein. | Bild: Andrea Fritz

Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter den Beteiligten. Allein in der Workshop-Phase haben sich mehr als 500 Menschen aktiv eingebracht. Mehr als 3000 haben sich an der offenen Bürgerbefragung beteiligt und viele haben das Thema während der vergangenen zwei Jahre in den Medien verfolgt. "Wir haben die Köpfe rauchen lassen", sagte Stephanie Rahlf in ihrem Grußwort. Unter den 17 Leitprojekten, die so unterm Strich entstanden sind, liegen den Bürgern fünf besonders am Herzen: Verkehrsentwicklung, grüne und blaue Infrastruktur, Planungskultur und Bürgerbeteiligung, der Fallenbrunnen als Zukunftsquartier mit Bildung, Wohnen, Arbeiten, Natur und Kultur und die Stadt 4.0, bei der es darum geht, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

"Wir brauchen für die Zukunft den ökologischen Umbau der Stadt, beim Verkehr und beim Wohnungsbau hapert´s noch." Herbert Buck, Friedrishafen.
"Wir brauchen für die Zukunft den ökologischen Umbau der Stadt, beim Verkehr und beim Wohnungsbau hapert´s noch." Herbert Buck, Friedrishafen.
"Alles hier geht doch eigentlich die Jungen an, deshalb müssten die, bei den Entscheidungen was umgesetzt wird, noch stärker berücksichtigt werden." Matthias Eckmann, Friedrichshafen
"Alles hier geht doch eigentlich die Jungen an, deshalb müssten die, bei den Entscheidungen was umgesetzt wird, noch stärker berücksichtigt werden." Matthias Eckmann, Friedrichshafen

Rauchende Köpfe gab es in dieser Zeit wohl auch im Rathaus. Erster Bürgermeister Stefan Köhler erläutert: "Der Gemeinderat hat die 17 Leitprojekte im Dezember beschlossen und in einem zweiten Schritt, bei der Beschlussfassung des Doppelhaushaltes 2018 und 2019, dann 4,5 Millionen Euro zur Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen dieser Leitprojekte beschlossen." Damit schufen die Räte die Voraussetzung für die Umsetzung von konkreten Isek Maßnahmen. Die Verwaltung habe ihrerseits bereits diverse Förderanträge gestellt. Seitens des Bundes liegt laut Köhler sogar schon eine Bewilligung über 75 000 Euro für das Projekt Klimastadt vor. "Sie sehen, uns ist es ernst und auch dem Gemeinderat ist es ernst damit, das was wir erarbeitet haben, auch umzusetzen", sagt Köhler. So wurde aus der Abschlussveranstaltung eine Auftakt-Veranstaltung für die Umsetzung. Die Bürgerbeteiligung geht weiter. Auf einer Tafel am Rande der Ausstellung konnten Besucher unter der Überschrift "Isek wird als Prozess erfolgreich sein, wenn" ihre Meinung hinterlassen. Erster Kommentar eines Besuchers: "auch etwas umgesetzt wird."

"Mir ist wichtig, dass die Nachverdichtung nicht auf Kosten der Begrünung stattfindet. Es ist schön, dass das eines der wichtigsten Leitprojekte ist." Beate Kuhn, Fischbach
"Mir ist wichtig, dass die Nachverdichtung nicht auf Kosten der Begrünung stattfindet. Es ist schön, dass das eines der wichtigsten Leitprojekte ist." Beate Kuhn, Fischbach
"Zuvor hatte ich den Eindruck, dass die Stadt entscheidet, ohne dass sie die Bürger abholt, jetzt hat die Stadt die Chance Vertrauen zu den Bürgern aufzubauen." Corinna Hendrich, Fischbach
"Zuvor hatte ich den Eindruck, dass die Stadt entscheidet, ohne dass sie die Bürger abholt, jetzt hat die Stadt die Chance Vertrauen zu den Bürgern aufzubauen." Corinna Hendrich, Fischbach

So geht es weiter

Bis 2020 sollen die Siegerentwürfe des Wettbewerbsverfahrens "Neugestaltung Uferpark, Friedrichstraße und Bahnhofsvorplatz" realisiert werden. Im gleichen Zeitraum soll in Fischbach das Projekt Eisenbahnstraße umgesetzt werden. Das Projekt Veloring ist in fünf Teilabschnitte von 2017 bis 2022 unterteilt. Alle drei Projekte werden auch in der Ausstellung gezeigt. Diese kann bei freiem Eintritt noch bis zum 29. März zu den Öffnungszeiten des Zeppelin Museums im Foyer besucht werden. In Kürze wird die lange Fassung der Brosche auf der Homepage der Stadt zum Download zur Verfügung stehen.