Schon früh am Morgen sind die ersten Luftfahrtbegeisterten rund um den Flughafen Friedrichshafen und das nur wenige Meter entfernte Dornier-Museum unterwegs. Sie halten Ausschau nach den Plätzen mit dem besten Ausblick – auf die Antonow An-124, die am Morgen landen soll und auf ihre Ladung: Teile der "Landshut", die nach ihrer Restaurierung im Dornier-Museum ausgestellt wird. Parkplätze werden knapper, kurz bevor das Dornier-Museum seine Türen um 8 Uhr öffnet, hat sich eine Schlange vor dem Eingang gebildet. Andere haben mittlerweile auf der Besucherterrasse des Flughafens, an Zäunen und auf den Hügeln außerhalb des Geländes Position bezogen.

Etliche Luftfahrtbegeisterte aus der Region sind am Samstag früh aufgestanden um dabei zu sein, wenn die "Landshut" in Friedrichshafen ankommt. | Bild: Kerstin Mommsen

Bereits seit 6 Uhr ist Dirk Schimkat aus Freiburg vor Ort. Der 48-Jährige hat im Hotel am Flughafen übernachtet und an diesem Morgen nicht nur seine Kamera eingepackt. Eine großzügige Spende ermöglicht ihm dem Zugang zum Bereich für geladene Gäste und Medienvertreter. Für ihn ist dieser Tag ein großes Ereignis – in doppelter Hinsicht: "Ich wollte schon immer eine Antonow 124 live erleben. Dass jetzt auch noch die 'Landshut' darin transportiert wird, ist einfach großartig."



Viel Prominenz aus der lokalen Politik ist nicht dabei, als die "Landshut" in Friedrichshafen ankommt. Landrat Lothar Wölfle und SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Norbert Zeller verfolgen die Landung aber ebenso vor Ort, wie die CDU-Gemeinderäte Norbert Fröhlich und Bruno Kramer. Oberbürgermeister Andreas Brand lässt sich wegen anderer Termine entschuldigen.


Riesenflieger selten in der Region

Es ist das vierte Mal überhaupt, dass eine An-124 am Bodensee-Airport aufsetzt. Das vorige Gastspiel ist etwas mehr als zehn Jahre her. Und auch Maschinen, die zumindest ein Stück weit an die An-124 heranreichen, sind eine echte Ausnahme.  

Nach Auskunft von Flughafensprecher Andreas Humer-Hager ist schon eine Boeing C 17 (Länge nach Auskunft des Flughafens: 53 Meter, Spannweite: 52 Meter) in Friedrichshafen gelandet. Der größte plan- und regelmäßig am Bodensee-Airport verkehrende Flugzeugtyp sei der Airbus A 321 (Länge: 45 Meter, Spannweite: 34 Meter).

Maschine wird im Dornier-Museum ausgestellt

Die "Landshut", eine Boeing 737, war vor 40 Jahren von Terroristen entführt worden, Flugkapitän Jürgen Schumann wurde erschossen. Die Spezialeinheit GSG 9 stürmte die Maschine am 18. Oktober 1977 in Mogadischu (Somalia) und befreite die 91 Geiseln. In den vergangenen zehn Jahren stand die „Landshut“ ungenutzt auf dem Flughafen von Fortaleza in Brasilien. Nach ihrer Restaurierung wird die Maschine dauerhaft auf dem Gelände des Dornier-Museums ausgestellt.

Vorhaben bedarf genauer Planung

Vom Häfler Flughafen aus wurde unter anderem die Einholung notwendiger Genehmigungen unterstützt. Überhaupt: Für den Bodensee-Airport ist dieser Samstag mit erheblichem Engagement und Einsatz verbunden, wie Andreas Humer-Hager beschreibt: Das Anflugverfahren muss abgestimmt, Rollen und Abstellen exakt vorgeplant und begleitet, die Abläufe für den sonstigen Flugverkehr sowie die Passagierführung zum Flughafen organisiert werden. Für die Abfertigung der beiden Frachtmaschinen sei Personal gefragt, in enger Zusammenarbeit werde das Dornier-Museum bei der sicherheits- und luftrechtlichen Umsetzung unterstützt. "Natürlich freuen wir uns über die  Aufmerksamkeit, die Friedrichshafen und der Bodensee-Airport damit bekommt", so Humer-Hager.