Die Liste war sehr lang. Rund 270 erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler haben die Häfler Vereine für die Wahl zum "Sportler des Jahres 2018" vorgeschlagen. Die hat eine Jury ausgewählt. Gestern Abend wurden in der Ludwig-Roos-Halle aber nicht nur die Besten gewürdigt. "Wir sind sehr stolz darauf, mit diesem Festakt heute all diejenigen zu ehren, die in den verschiedensten Sportarten eindrucksvolle Erfolge errungen haben", sagte Oberbürgermeister Andreas Brand. Wie viele Titel und Medaillen da 2018 zusammengekommen sind, hat keiner gezählt. Aber gewürdigt wurden letztlich alle, die beim Schülerlauf, bei der Württembergischen oder Baden-Württembergischen Meisterschaft, bei „Jugend trainiert für Olympia“, bei Deutschen- Europa- oder sogar Weltmeisterschaften vorn dabei waren.

Mittlerweile als Box-Profi unterwegs: Anatoli Muratov wurde als "Häfler in der großen Welt des Sports" geehrt.
Mittlerweile als Box-Profi unterwegs: Anatoli Muratov wurde als "Häfler in der großen Welt des Sports" geehrt. | Bild: Veronika Hinz
  • Sportler des Jahres: Sebastian Lange, Unterwasser-Rugby (Tauchsportclub Friedrichshafen). Unterwasser-Rugby? Diese Sportart taucht zum ersten Mal in der Liste der "Sportler des Jahres" in Friedrichshafen auf. Und Sebastian Lange, der seit vier Jahren in der Zeppelinstadt lebt, gehört zu den Besten. Allerdings nicht mit dem Team des Tauchsportclubs, sondern beim TC Bamberg, dem er nach wie vor angehört und dort als Torspieler eine unverzichtbare Stütze im Bundesliga-Team ist. Die Franken – und damit Sebastian Lange – haben 2018 zum zwölften Mal in Folge die Deutsche Meisterschaft gewonnen und mit der Silbermedaille auch den "Champions Cup" der Meister-Vereine in Europa. Nicht zuletzt gehört Sebastian Lange zur Unterwasser-Rugby-Nationalmannschaft.
Liane Lippert hat mit dem Deutschen Meistertitel beim Einzelzeitfahren auf der Straße ihr großes Potenzial auf dem Rennrad einmal mehr untermauert.
Liane Lippert hat mit dem Deutschen Meistertitel beim Einzelzeitfahren auf der Straße ihr großes Potenzial auf dem Rennrad einmal mehr untermauert. | Bild: Mani Wollner/info@maniwollner.de
  • Sportlerin des Jahres: Liane Lippert, Radsport (RSV Seerose). Die 21-Jährige, die 2013 und 2016 bereits zur "Nachwuchssportlerin des Jahres" in Friedrichshafen erkoren wurde, hat ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich. Mit dem deutschen Meistertitel beim Einzelzeitfahren im Straßenrennen ist die ehrgeizige Häflerin 2018 national an die Spitze gefahren, obwohl sie noch zu den jungen Profis gehört. Bei diesem bisher größten Erfolg ihrer Karriere soll es aber nicht bleiben. Liane Lippert peilt die Weltspitze an, weshalb das deutsch-niederländische Profi-Team ihren Vertrag bis 2022 auch verlängert hat. So gewann sie 2018 die Belgien-Rundfahrt, fuhr bei anderen internationalen Rennen vorn mit. Und bei der Weltmeisterschaft gewann sie erstmals Edelmetall, holte mit der Nationalmannschaft im Teamzeitfahren die Bronzemedaille. Im Straßenrennen kam sie auf Platz 46 ins Ziel.
Das Team des Württembergischen Yachtclub hat es mit insgesamt acht Seglern 2018 auf den dritten Schlussrang der Segel-Bundesliga geschafft.
Das Team des Württembergischen Yachtclub hat es mit insgesamt acht Seglern 2018 auf den dritten Schlussrang der Segel-Bundesliga geschafft. | Bild: WYC/Sven Jürgensen
  • Mannschaft des Jahres: Team der Segel-Bundesliga vom WürttembergischenYacht-Club. Mit einem fünften Platz beim sechsten und letzten Event der Segel-Bundesliga 2018 erreichte der Württembergische Yacht-Club (WYC) in der Abschluss-Tabelle Rang drei. 18 Vereine gingen bei 15 Wettfahrten an den Start. Für den WYC segelten beim Finale die Brüder Max und Moritz Rieger, Thomas Stemmer und Felix Diesch. Doch vor allem ein zweiter Platz des Teams Dennis Mehlig, Marvin Frisch, Lukas Ammon und Yannick Hafner in Travemünde im Juli brachte den WYC in der Tabelle nach oben. Wie Dennis Mehlig steuerte Max Rieger je drei Mal; auch Kevin Mehlig war im Einsatz. Für den WYC brachte eine konstante Leistung zwischen Platz zwei und zehn den dritten Schlussrang ein, der den Verein auch für die Sailing Champions League 2019 qualifiziert hat.

Häfler in Sportwelt: Anatoli Muratov

Zum zweiten Mal wird ein besonders erfolgreicher Sportler aus Friedrichshafen geehrt, der keinem Häfler Verein mehr angehört und inzwischen als " Häfler in der großen Welt des Sports" erfolgreich unterwegs ist. Anatoli Muratov lernte beim VfB Friedrichshafen boxen, entwickelte sich beim Boxclub Langenargen weiter und ist seit 2012 neben seinem Beruf bei der MTU Friedrichshafen Box-Profi. In seinem 22. Kampf als Profi im April 2018 in Kempten holte sich Anatoli Muratov durch einen Sieg gegen den Österreicher Deki Milicevic erstmals den Titel als Internationaler Deutscher Meister im Super-Mittelgewicht (bis 76,2 kg). Am 27. April will er diesen Titel in Kempten verteidigen.

Nachwuchssportlerin 2018: Ceyda Altug

Über 100 Jahre alt ist der Rad- und Rollsportverein Ailingen. 2018 gelang Ceyda Altug das, was vor ihr noch keinem Sportler ihres Vereins gelang. Sie holte im Mai 2018 den Titel einer Deutschen Meisterin im Kunstradfahren in der Altersklasse Schülerinnen U15. Für die inzwischen 14-Jährige war das bisher die höchste Auszeichnung in ihrer bereits beachtlichen sportlichen Laufbahn, die sie als Sechsjährige mit dem Kunstradfahren begann. Mit neuer persönlicher Bestleistung gewann Ceyda Altug im vergangenen Jahr zudem den Baden-Württemberg-Cup und zeigte auch hier den Mautesprung, den nach Angaben ihres Vereins keine andere Kunstradschülerin auf der Welt beherrscht.

Nachwuchssportler: Daniel Drosdowski

Aus der Häfler Meisterschmiede des Taekwondo im BSV hat sich 2018 vor allem Daniel Drosdowski mit vielen Titeln und Podestplätzen hervorgetan. Jeweils ganz oben stand er bei den Austrian Open, den Croatia Open und beim European Presdient's Cup Children. Er wurde nicht nur Landesmeister der Jugend B bis 41 Kilogramm, sondern holte sich auch den Deutschen Meistertitel (bis 37 kg). Beim G1-Weltranglistenturnier des World Taekwondo, den Dutch Open in Eindhoven, komplettierte Daniel Drosdowski seine Sammlung um die Silbermedaille. Und auch bei der Club-EM war er für den BSV als Zweitplatzierter auf dem Treppchen. Überdies nahm der Schüler an der Kadetten-EM teil.

Sportehrenbrief für Karin Pust

Auf Beschluss des Gemeinderats erhält Karin Pust vom Bodensee Schulsportverein den Sportehrenbrief 2018. Sie gehört dem BSV bereits als Gründungsmitglied seit 1973 an. Die 79-Jährige war bis Januar 2015 nicht nur Geschäftsstellenleiterin, sondern auch als Kassenwartin in der Verantwortung. In diesen 42 Jahren war sie maßgeblich an Satzungsänderungen beteiligt, organisierte alle Mitgliederversammlungen und zwei Vereinsjubiläen. "Ihre stets korrekte und vorbildliche Arbeit im Verein – sie war rückblickend für fünf Vorstände tätig – wird allerseits sehr geschätzt. Frau Pust gilt als Fels in der Brandung und bleibt dem Verein auch weiterhin treu", steht in dem Ehrenbrief.

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