Friedrichshafen (dim) Auswirkungen der Folgen des Brexit-Referendums der Briten erwartet Betriebsratschef Thomas Bittelmeyer für den Häfler Dieselmotorenbauer Rolls-Royce Power Systems (RRPS) mit seiner Leitmarke MTU. Deutlich machte er dies nach der Betriebsversammlung am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Es gebe Planungen, eine gemeinsame Personalsoftware zu kaufen. Die damit verbundene Datenbank solle konzernweit eingesetzt werden. Bittelmeyer befürchtet nach einem Austritt der Briten aus der Europäischen Union datenschutzrechtliche Probleme. Möglicherweise sei dann der Zugriff von Deutschland aus gar nicht mehr möglich. Deshalb habe er während der Betriebsversammlung nach einer Brexit-Risikoanalyse durch das Management gefragt. Daneben sei das Wechselkursrisiko jetzt schon gestiegen. Obendrein stellt sich Bittelmeyer die Frage, ob mit dem Austritt der Briten aus der EU nicht zwangsweise ein Verlegen der Zentrale des Mutterkonzerns Rolls-Royce in ein Land außerhalb des Inselstaates verbunden sein müsse. Möglicherweise würden staatliche Zuschüsse nicht mehr fließen, wenn die Zentrale in einem Nicht-EU-Land liege. Die für RRPS geltenden Compliance-Richtlinien waren auch Thema der Betriebsversammlung. Axel Arendt, Vorsitzender des Aufsichtsrates, habe die Belegschaft darüber informiert, was diese Richtlinien bedeuten würden, schilderte Bittelmeyer. Und Rolls-Royce-Chef Warren East habe diese bekräftigt. Bittelmeyer vertrat die Ansicht, dass RRPS erst gar keine Geschäfte in Ländern abschließen sollte, die als korrupt bekannt seien. Entsprechende Risiken dürften auch dann nicht eingegangen werden, wenn firmenintern Umsatzziele erreicht werden müssten. Klare Regeln seien auch zum Schutz der Mitarbeiter von RRPS nötig, sagte Andreas Bemerl, Vize-Vorsitzender des Betriebsrats.